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Bio oder Digitalisierung – Was bringt Landwirten mehr?

Digitale Innovation kann dafür sorgen, dass unsere Landwirtschaft ressourcenschonender, umweltverträglicher und effizienter wird. Bereits heute erleichtert der Einsatz neuer Technologien die Arbeit auf landwirtschaftlichen Betrieben beträchtlich.


Minister des MELUND ist seit Kurzem Jan Pilipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen), Foto: Frank Peter

Die diesjährige Dürre, Preisdumping beim Fleisch und Handelskriege rund um den Globus – Landwirte kämpfen mit vielen Widrigkeiten. Um einigen dieser Probleme entgegenzuwirken, setzen immer mehr Landwirte auf Bio-Anbau und liefern Qualitätsprodukte, die in der Heimat zu fairen Preisen verkauft werden können. Doch: Bio-Anbau ist nicht das Allheilmittel, zumal nicht alles so gut riecht, wie es aussieht ... Bio-Produkte liefern ein wenig Romantik und versprechen Verbrauchern ein gesünderes Leben, doch ihr Anbau belastet die Umwelt auch. Zwar werden z. B. deutlich weniger Pestizide verwendet und strengere Richtlinien dafür angesetzt. Aber: Bio-Bauern verwenden z. B. auch Gülle als Biodünger, und der belastet Gewässer durch Nitrate und produziert extrem viele Gase – Treibhausgase.

Dagegen klingt die Digitalisierung sauber und umweltschonend! Aber was ist unter der Landwirtschaft 4.0 zu verstehen?

Minister des MELUND ist seit Kurzem Jan Pilipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen), er sagt: „Digitale Innovation kann dafür sorgen, dass unsere Landwirtschaft ressourcenschonender, umweltverträglicher und effizienter wird. Bereits heute erleichtert der Einsatz neuer Technologien die Arbeit auf landwirtschaftlichen Betrieben beträchtlich. Die Digitalisierung bietet der Landwirtschaft enorme Chancen und stellt sie dabei gleichzeitig vor große Herausforderungen. Wir erarbeiten daher gemeinsam mit den beteiligten Akteuren zukunftsfähige Ideen und Fördermöglichkeiten, auch für Umstellung und Beratung. Auf einem Modell-Hof wollen wir im Rahmen eines Pilotprojektes testen, was verstärkte Digitalisierung in der landwirtschaftlichen Praxis bedeutet.“

Das digitale Büro ist quasi von gestern – „Digitales Farming“ ermöglicht beinahe alles, z. B. dass Landmaschinen autonom fahren und Kühe von künstlichen Intelligenzen (Robotern) gemolken werden – das spart Personalkosten. Drohnen fliegen über die landwirtschaftlichen Betriebe und checken die Lage – sie kartieren per GPS die Felder, managen Tierherden und vieles mehr. Prozesse und Kosten werden so optimiert und entsprechend die Effizienz der Landwirte gesteigert. Das ist gut für die Wettbewerbsfähigkeit und hilft auch beim Vertrieb. Denn: Große Handelsketten bevorzugen solche modernen und produktiven Lieferanten.

Nicht nur Wetter-Apps helfen Landwirten beim Planen. Digitale Maßnahmen können außerdem den Umgang mit Boden, Wasser und Luft umweltverträglicher gestalten und nutzen dem Wohl der Tiere – durch das Berechnen der optimalen Ernährungs- und Lebensweise und spätestens bei der Ernte, wenn Drohnen vorfliegen und junge Rehkitze warnen. Eine rege Gründerszene entwickelt technische Lösungen für intelligente Vernetzung, Verwaltung von Geo- und Klimadaten, Food-Plattformen sowie spezielle E-Commerce-Lösungen und vieles mehr. Die Landwirte brauchen dazu selbst digitales Know-how, eine leistungsfähige Infrastruktur (Breitband überall) und natürlich technische Ausstattung mit moderner Agrarsoftware in ihren landwirtschaftlichen Betrieben. Wer den digitalen Anschluss verpasst, wird irgendwann ganz zurückbleiben ...

Fakten

Laut dem Umweltbundesamt ist die Landwirtschaft nach der Industrie der zweitschlimmste Produzent von Treibhausgasen und trägt damit massiv zu den Klimaveränderungen bei (Quelle: Umweltbundesamt). Digitalisierung kann helfen, das durch die Optimierung von Maßnahmen und Prozessen zu ändern.

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Journalist

Susanne Braun-Speck

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