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VDR-Präsident Dirk Gerdom BUSINESS MOBILITY

Geschäftsreise der Zukunft: total digital

Digitale Technologien verändern die Geschäftsreisebranche rasant. Wohin die Reise geht, ist klar: den gesamten Prozess aus einem Guss digital umzusetzen.

Vereinfachung und Flexibilität sind die Hauptintention der Digitalisierung.

Die Digitalisierung der Geschäftsreisebranche ist in vollem Gange. Viele Prozessschritte einer Geschäftsreise, von der Planung bis zur Abrechnung, sind bereits digitalisiert. Technologisch ist vieles möglich, das Innovationspotenzial der Branche ist extrem groß. Die tatsächliche Realisierung und Adaption auf der Anwenderseite ist allerdings noch stark ausbaufähig. Den gesamten Geschäftsreiseprozess online zu integrieren wird die Herausforderung des nächsten Jahrzehnts sein. „End-to-End“ und „Door-to-Door“ (siehe Kasten) lauten die Schlüsselwörter hierbei.

Technologie wird der wichtigste Treiber für Veränderungen im nächsten Jahrzehnt sein – zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Studie zur Zukunft der geschäftlichen Mobilität vom Verband Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. So werden Geschäftsreisende zukünftig deutlich stärker als bisher vernetzt, digitalisiert und automatisiert reisen. Ziel dieser Entwicklungen ist es, Prozesse zu optimieren, Kosten zu sparen sowie Sicherheit und Komfort des Reisenden zu erhöhen.

VDR-Präsident Dirk Gerdom verrät im Interview, wohin die Reise der Branche gehen wird.

Herr Gerdom, was sind die wichtigsten technologischen Trends?

Die großen Trends gehen klar in Richtung Vereinfachung und Flexibilität. Beispielhaft seien etwa Simplicity bei vielen On-Trip-Prozessen genannt, also Check-in, Check-out, Invoicing und so weiter. Hinzu kommt die flexible Buchungskanalauswahl, beispielsweise TripLink, End-to-End-Prozessintegration, Mobile Travel Expense, mobile Apps insgesamt, Integration von Added Services in den End-to-End-Prozess, wie z. B. Traffic Alerts, Vorort-Infos, Social Media, Blockchain, Artifical Intelligence (AI), Big Data und Predictive Analytics.

Welche Rolle spielen digitale Technologien und veränderte Kunden-Ansprüche im Door-to-Door-Konzept?

Digitale Technologien spielen eine sehr wichtige Rolle. Die Erwartung steigt, dass hierdurch Maschinen (AI) eine Rundum-Problemlösung in Time und as needed bieten, wie beispielsweise automatische Umbuchungen bei Verkehrsstaus oder Flugausfällen, Warnhinweise und vieles mehr.

Welche Vorteile beinhaltet ein komplett digital aufgesetzter End-to-End-Prozess für die Branche? Und macht das Tool zukünftig alles selbst?

Ein Tool, das alles selbst erledigt, ist sicherlich das Zielbild, derzeit aber noch nicht umsetzbar. Die Vorteile sind, dass Reisende sicherer, verlässlicher und mit weniger Aufwand planen, buchen, reisen und abrechnen können, da die Tools automatisch erkennen, wo eine Intervention notwendig ist. Eine zu 100 % digitalisierte Geschäftsreisewelt wird es aber nicht geben, da immer auch Papierbelege anfallen werden.

Wie verändert sich die Rolle von TMCs in puncto „Geschäftsreise von morgen“?

Die Rolle der TMCs wird sich noch stärker vom klassischen Geschäftsreisebüro hin zu Technologieanbietern und Consultants wandeln. Das TMC von morgen entwickelt sich zum Schnittstellenmanager, der auch Einkauf, Auditing, Risikomanagement, ökologische Alternativen, Datenschutz und andere Rahmenbedingungen der geschäftlichen Mobilität gewährleistet.

Fakten

Digital Reisen

• Door-to-Door: Konzept, das Reisende digital durchgeplant mittels nahtloser Verbindung passender Verkehrsmittel von der Haustür bis zum Treffen am Zielort bringt.

• End-to-End: Prozess, der sämtliche Vorgänge von der Reiseplanung bis zur Abrechnung und Nachbereitung über ein einziges Tool abwickelt.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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