Weekly News

Hygienemaßnahmen: gesetzlich vorgeschrieben

Zunächst einmal geht es darum, mit einer Mär aufzuräumen: Nicht grundsätzlich sind Keime gefährlich, denn jeder Mensch trägt ein Keimspektrum mit sich. Doch wenn die normale Flora gestört ist, wird es kritisch und dies geschieht häufig dann, wenn der Körper sowieso schon geschwächt ist, also bei einem Krankenhausaufenthalt, aber auch in der Arztpraxis oder in Pflegeeinrichtungen können gefährliche Keime um sich greifen! 

Das kann zum Beispiel passieren, wenn im Krankenhaus Antibiotika verabreicht werden. Besonders gefährlich sind Erreger, die auf Antibiotika nicht mehr reagieren. Gesunden Menschen können sie in der Regel nichts anhaben. Für Kranke hingegen, deren Immunsystem geschwächt ist, können Infektionen tödlich enden. 

Überwiegend werden diese Erreger von Außen in Kliniken und Arztpraxen getragen, häufig sind es Risikogruppen, beispielsweise Menschen, die in der Massentierhaltung arbeiten, im außereuropäischen Ausland sich einer Operation unterzogen haben, die diese Keime in Krankenhäuser und Arztpraxen einschleppen. 

„Wenn sich in Ägypten beispielsweise jemand ein Bein gebrochen hat und dort im Krankenhaus operiert wurde, dann ist auf alle Fälle ein Abstrich geraten, empfiehlt ein Hygienearzt. Risikoträger sind aber auch Patienten mit chronischen Wunden, Dauerkathetern oder Ernährungssonden. Umso wichtiger ist die ständige Hygienekontrolle in den Einrichtungen. Dabei hat der Gesetzgeber eine ganze Reihe von Regelungen und Maßnahmen auf den Weg gebracht, die die Kontrolle und die Qualität der Hygienemaßnahmen regeln sollen. 

Eine Grundlage ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG), das Vorschriften enthält, um die Gesundheitsämter und die übrigen zuständigen Landesgesundheitsbehörden zu befähigen, die Verhütung und Bekämpfung nosokomialer Infektionen voranzubringen. Zudem erstellt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (KRINKO) Empfehlungen zur Prävention nosokomialer Infektionen sowie zu betrieblich-organisatorischen und baulich-funktionellen Maßnahmen der Hygiene in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Zudem haben die Leiter definierter medizinischer Einrichtungen sicherzustellen, dass die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung nosokomialer Infektionen getroffen werden. 

Vor fünf Jahren wurde ein sogenanntes Hygieneförderprogramm entwickelt, um die Krankenhäuser bei der Erfüllung der Anforderungen an die Ausstattung mit Hygienefachpersonal zu unterstützen. Das Programm fördert Personaleinstellungen, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Beratungsleistungen. 2016 wurde das Programm um weitere drei Jahre verlängert und gleichzeitig auf den Bereich der Infektiologie ausgeweitet. 

Teile diesen Artikel

Journalist

Frank Tetzel

Weitere Artikel