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Im Zuge der dramatischen Veränderungen durch den Klimawandel muss alles daran gesetzt werden, den Energieverbrauch zu senken. Weltweit entfallen 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf Gebäude – höchste Zeit zum Handeln. ENTWICKLUNG

Intelligente Gebäudeautomation senkt Energieverbrauch

Wird ein Gebäude intelligent und zentral gesteuert, lässt sich durch diese Vernetzung  von Mess-/Steuer- und Regelungstechnik um die 30 Prozent Energie- und Betriebskosten sparen und gleichzeitig die Sicherheit des Gebäudes deutlich erhöhen. 

Neben Shopping Centern und Hotels werden bisher vor allem viele große Bürogebäude und Industrieanlagen automatisch und zentral gesteuert und smart geregelt.

Doch unter dem Begriff Gebäudeautomation (GA) werden nicht nur Energiezentrale, Heizung, Kühlung und Lüftung vernetzt, sondern zudem Warmwasser und Sanitär, Beleuchtung und Beschattung, Elektrotechnik und auch der Brandschutz. Zunehmend fallen auch Energiedatenerfassung, Zutrittskontrolle und Videoüberwachung, interne und externe Netzwerke, Telefonie und Aufzugssysteme darunter. 

Wer profitiert von dieser Automatisierung? Neben Shopping Centern und Hotels werden bisher vor allem viele große Bürogebäude und Industrieanlagen automatisch und zentral gesteuert und smart geregelt. Seit seiner offiziellen Einführung der Gebäudeautomation (als eigenes Gewerk im Bauwesen) im Jahre 1993 haben sich die drei Ebenen Sensoren und Aktoren, Automation und Management durch die Digitalisierung stark erweitert: Die so genannte Engineering-
Ebene mit den riesigen Bereichen IoT und BIM wird mittlerweile selbstverständlich dazu gerechnet – hat sie die GA doch weit massiver und nachhaltiger verändert als sämtlichen technischen Neuerungen in den 20 Jahren davor. 

Der Gebäudeautomation kommt eine immer größere Bedeutung zu, denn im Zuge der dramatischen Veränderungen durch den Klimawandel müssen wir alles daransetzen, unseren Energieverbrauch zu senken. Weltweit entfallen 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf Gebäude – höchste Zeit zum Handeln. Wer 150 verschiedene technische Systeme mit ihrem Verbrauch, ihrer Wartung, ihren Reparaturkosten in seinem Gebäude steuern, überwachen und analysieren muss, der verliert schnell den Überblick. 

Durch die Vernetzung aller Komponenten und Abläufe in ein zentrales Steuerungssystem kann das Gebäude intelligent und sparsam gemanagt werden – immer noch lange keine Selbstverständlichkeit.  Durch Energie-Monitoring wird beispielsweise die Energieeffizienz von Anlagen durchgehend beobachtet und analysiert und Schwachstellen sofort sichtbar gemacht. Kernstück dieser zentralen Steuerung ist dabei oftmals eine Direct Digital Control Steuerung (DDC Steuerung), die den kompletten, automatischen Betrieb aller technischen Anlagen übernimmt. Wichtig ist ebenso die Gebäudeleittechnik (GLT), denn sie stellt dank spezieller Software technische Vorgänge in optisch vereinfachter Form dar, zeichnet Verbrauchsdaten auf, erkennt Fehler und ist imstande, diese schnell zu beheben. 

Im privaten Wohnraum wird zwar sehr viel über Smart Home und Automation veröffentlicht, so richtig durchgesetzt hat sich die vernetzte Steuerung des Wohnraumes bisher jedoch nicht. Die Steuerung von Funksteckdosen, Lichtsystemen, Überwachungskameras und Heizungssystemen per App durch das Smartphone nimmt zwar langsam zu, aber hauptsächlich im Aspekt der Raumüberwachung. Interessant sind in diesem Bereich auch die Möglichkeiten, die AVM-Fritzbox, einen handelsüblichen Rasperry Pi und openHAB2 als smarte Haussteuerung nutzen zu können.    

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Journalist

Katja Deutsch

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