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Thomas D: Sommer und Open Air – das ist die beste Zeit für Fans und Konzerte

„Der Geruch von Gras, die warme, samtige Luft auf der Haut. Du kannst lange im Garten oder auf dem Balkon sitzen, ohne zu frieren, das ist für mich Sommer. Und Du brauchst Dir nicht zu überlegen, welche Jacke Du noch anziehen musst“, sagt Thomas D von den Fantastischen Vier. „Sommer ist einfach eine geile Jahreszeit.“

Und der Sommer ist natürlich auch die Möglichkeit, im 29. Jahr ihres Bestehens den vielen Fans der Fanta 4 bei Open-Air-Festivals zu begegnen und die Songs der neuen Platte vorzustellen, aber auch die alten Stücke zu spielen. 

Neues Album mit Gästen

„Captain Fantastic“ heisst das neue Album der Fanta 4, das Ende April erschienen ist. Es gilt bei den Fans als das bislang wortreichste Album. Zudem haben sich Thomas D, And.Ypsilon, Smudo und Michi Beck alias Die Fantastischen Vier gleich vier Gäste eingeladen, die mit zum neuen Album beitragen. Clueso, Flo Mega, Damion und Tom Gaebel geben sich die Ehre. Mit Clueso liefern die Jungs mit „Zusammen“ so etwas wie eine neue Buddy-Hymne ab, und Flo Mega macht mit „Hot“ Nägel mit philosophischen Köpfen: „Das mit dem halbvollen Glas ist nämlich gar nicht so schwer/ Denn erst gießt du was ein und dann trinkst du es leer“. Die von Feature-Artists Damion Davis mit emotionaler Wucht herausgeschriene Zeile „Geh und folg deiner Sehnsucht/ Deine Seele ist deswegen hier“ ist die essenzielle legere und gleichzeitig vollkommen zurechnungsfähige Zusammenfassung von allem, was Die Fantastischen Vier bis dahin mit dicken Bässen, verrückten Reimen und infektiösen Refrains über Regeln brechen und Leben retten ausgesagt haben.

Es sind ja vor allem diese Texte, auf die die Fans seit der Gründung der Band stehen. Den Erfolg der vier – vor allem auf Deutsch – muss erst einmal jemand nachmachen. Denn schon seit den frühen 90ern des vergangenen Jahrhunderts lieferten die Fanta 4 mit ihren Top-Ten-Hits „MFG“, „Die da!?!“ und „Troy“ Hits ab, „die die Fans heute immer noch hören wollen“, erzählt Thomas D. 

Es waren dann auch die Fanta 4, neben der Gruppe „Fettes Brot“, die dem deutschen Hip-Hop zum Durchbruch verholfen – auch deshalb sind sie so etwas wie lebende Legenden. Wobei Smudo und Michi ihre Erfahrung der vergangenen Jahre als Coaches bei The Voice of Germany auch den Jüngeren vermitteln.

Sprachgewaltig

„Wir liefern einfach Texte, die bewegen und ankommen“, meint Thomas D, wobei der kreative Teil des Textens anstrengend und „wirklich sehr harte Arbeit“ ist. Da werde gemeinsam über jedes Wort, über jedes Komma und jede Betonung diskutiert, manchmal stundenlang. „Da wollen wir absolute Perfektion.“ Das gelingt den Jungs übrigens immer wieder. Inzwischen sind einige Wortschöpfungen in den deutschen Sprachschatz eingezogen. „Wir haben dafür gesorgt, dass die Worte ‚die‘ und ‚da‘ für immer auch eine andere Bedeutung haben, außerdem haben wir die Wörter ‚Troy‘ oder ‚voll fresh‘ ebenfalls bekannt gemacht“, erläutert Thomas D.

Diesen individuellen Umgang mit Sprache hielt die Gesellschaft für Deutsche Sprache übrigens jüngst für preiswürdig. „Die Fantastischen Vier stehen wie keine andere Band für den deutschen Hip-Hop“, so die Preisbegründung der Jury bei der Verleihung des Medienpreises für deutsche Sprache. „Durch sie wurde der deutschsprachige Sprechgesang, der Deutschrap, salonfähig und beliebt; sie bereiteten der Popularisierung dieses Genres maßgeblich den Weg. 1992 feierten Die Fantastischen Vier ihren ersten Charterfolg mit dem Titel ‚Die da!?!‘ und sind bis heute eine erfolgreiche Größe im Musikgeschäft.“ Weitere Gewinner waren übrigens die „Sendung mit der Maus“ und die Journalistin Antonia Rados.

Fakten

Thomas D freut sich vor allem jetzt auf den Sommer. Nach so viel Zeit im Studio ist jetzt Zeit für Open Airs. Denn hier spüre man an den lauen Abenden die Nähe zu den Fans ganz besonders. Los geht es schon Mitte Mai in Kalkbergstation in Bad Segeberg, im Juni treten die Fanta 4 in Ladenburg und St. Wendel unter freiem Himmel auf, einen Monat später dann in Füssen, zweimal in Bonn und in Kassel. Im August kann man sie dann noch einmal beim Zeltfestival in Bochum erleben.

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Journalist

Frank Tetzel

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