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Prof. Sophie Heimes, Projektreferentin der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz NACHHALTIGKEIT

Energieeffizienz: Einsparpotenziale im Mittelstand

Vor einigen Wochen hat die Europäische Union einen Plan verabschiedet, dass die Energieeffizienz bis 2030 um 32,5 Prozent gesteigert werden soll.

Die Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie legt fest, dass in der EU bis 2030 mindestens 32 Prozent des Energieverbrauchs (Strom, Wärme und Verkehr) aus erneuerbaren Energien kommen sollen. Beim bislang geltenden Ziel von 20 Prozent bis 2020 liegt die EU gut auf Kurs. Das neue 32-Prozent-Ziel fällt deutlich ambitionierter aus als die ursprünglich von der Kommission vorgeschlagenen 27 Prozent. Im Wärmebereich sollen die Mitgliedstaaten den Anteil erneuerbarer Energien pro Jahr um mindestens 1,1 Prozentpunkte steigern.


Neben Privathaushalten sind es vor allem mittelständische Unternehmen, die über viel Einsparpotenzial beim Energieverbrauch verfügen. Bereits kleine Verbesserungen helfen nicht nur bei der CO2 Reduktion, sondern machen sich auch auf der Kostenseite bemerkbar. Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz ist für Unternehmen die richtige Adresse, wenn es um das Thema Energieeffizienz geht. „Ziel ist es, Energieeinsparpotenziale in den Betrieben zu heben und ihre Energieeffizienz zu verbessern. Dabei setzen wir auf Dialog, Informationen, Qualifizierungen und vermitteln Ansprechpartner vor Ort“, erläutert Sophie Heimes, Projektreferentin der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz. Die Initiative wird getragen vom Bundesumweltministerium, Bundeswirtschaftsministerium, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Der DIHK und der ZDH sind die Dachverbände der 79 Industrie- und Handelskammern bzw. 53 Handwerkskammern in Deutschland.


Mit zahlreichen Angeboten für die mittelständische Wirtschaft kann die Mittelstandsinitiative inzwischen aufwarten: Hierzu gehören Qualifizierungen, Praxisleitfäden, Webinare oder vielfältige Fachvorträge. Zudem haben die Umweltzentren des Handwerks zahlreiche Tools entwickelt, um Mitarbeitern in sieben verschiedenen Gewerken das Handwerkszeug zur Verfügung zu stellen, um in ihren Unternehmen Energieeffizienzmaßnahmen anzuschieben. 


In eine ähnliche Kerbe schlägt die Qualifizierung von Auszubildenden zu Energie-Scouts. Unter dem Motto „Früh übt sich“ werden Auszubildende an die Herausforderung der Energiewende und deren Einsparpotenziale herangeführt: und wer kann dieses Thema besser in Unternehmen tragen, als motivierte junge Menschen? „Zudem erreichen wir dadurch noch ein weiteres Ziel. Wir erhöhen mit dieser Qualifizierung gleichfalls die Attraktivität des ausbildenden Unternehmens, in Zeiten fehlender Auszubildender, in denen Unternehmen um Nachwuchs werben müssen, ein schlagendes Argument“, so Sophie Heimes. 


In einem bundesweiten Wettbewerb wurden in diesem Jahr, inzwischen zum vierten Mal, die besten Energie-Scouts ausgezeichnet. Die Auszubildenden haben es geschafft, tatsächlich geldwerte Einsparungen in ihren Unternehmen zu erreichen. Den Preis in der Kategorie „Mittlere Unternehmen“ konnten Ende Juni die Energie-Scouts von Röchling Automotive Germany aus Worms entgegennehmen. Das Team aus Industrie- und Verfahrensmechanikern, Maschinen- und Anlagenführern sowie Fachinformatikern entdeckte, dass sich die Abschaltung der Kontaktheizung bereits ab einem Stillstand von fünf Minuten lohnt. Zukünftig erhält die Heizung eine Standby-Funktion mit Anzeige der benötigten Aufheizzeit. Durch die Optimierung des Stromverbrauchs sind nach einer Investition von 2.000 Euro jährliche Kosteneinsparungen von bis zu 49.000 Euro und 150 Tonnen CO2 zu erwarten.


„Es sind nicht immer die Rieseninvestitionen, die zu Energieeinsparungen führen, sondern vor allem die kleinen Schritte“, erläutert Sophie Heimes. 

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Journalist

Frank Tetzel

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