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Genussvoll gesund zu leben – das ist Wellness

Der Begriff Wellness hat sich mittlerweile in unserem Sprachgebrauch recht breitgemacht und wird in Kombination mit allem Möglichen verwendet, das sich mit Wohlfühlen und Entspannung in Verbindung bringen lässt.


Lutz Hertel, Geschäftsführender Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbands, Foto: Markus Wengenroth

„Wellness ist genauso wenig geschützt wie Fitness“, sagt Lutz Hertel, Geschäftsführender Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbands. „Was man hingegen schützen kann, sind Markenzeichen. Das Deutsche Wellness Zertifikat des Deutschen Wellness Verbandes ist als Symbol für geprüfte Qualität ein solches Markenzeichen.“ Zwar existieren laut Stiftung Warentest über 50 Zertifikate für Wellness, doch kein einziges behandelt das Thema so umfassend – im Sinne einer gesunden und genussvollen Lebensweise. „Wellness ist ein Lebensstil, eine Form der Lebensgestaltung. Es ist etwas, das man selbst macht, nicht etwas, das jemand für einen tut.“ Wer dazu in einer Wellnesseinrichtung keine Inspiration bekommt, hat eben nur ein Wohlfühlangebot erhalten.

„Als Trend des Jahres 2018 haben wir Slow Jogging ausgerufen“, sagt Lutz Hertel. „Denn hier verbinden sich genussvolle Gesundheit und Aktivität.“ Viel hilft viel – diese falsche Vorstellung von Fitness ist weit verbreitet, doch aus der Sport- und Trainingswissenschaft weiß man, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Seine Fitness steigert man besser auf mäßigem und kontinuierlichen Anstrengungsniveau. Wer mit kleinen Schritten und sehr hoher Schrittfrequenz läuft, ohne sich zu verausgaben, vermeidet Verletzungen und Gelenkbeschwerden, die oftmals als Folge falscher Lauftechnik auftreten. Beim Joggen sollte man sich mühelos unterhalten können, ohne außer Atem zu kommen, denn dann trainiert man effektiv. Das Tolle an dem Trend des Jahres 2018: Slow Jogging lässt sich überall ausüben, ob beim Brötchen holen oder im Büro. „Denn das Erbe der Menschheit ist das Laufen – nicht das Gehen, und schon gar nicht das Sitzen“, sagt Lutz Hertel. „Eigentlich müssten wir uns täglich 15 bis 20 Kilometer im langsamen Lauf fortbewegen, denn dafür ist unser Körper gebaut. Zudem würden wir an viel weniger Zivilisationskrankheiten leiden.“

Warum gibt es Landstriche auf der Welt, wo die Menschen nicht nur lange leben, sondern so viel gesünder und glücklicher alt werden? „In diesen sogenannten Blue Zones hören die Mensch nicht irgendwann damit auf, körperlich aktiv zu sein“, erklärt der Diplom-Psychologe. Auch Ernährung und Psyche spielen eine wichtige Rolle: Überwiegend pflanzliche und fettarme Ernährung mit vielen Hülsenfrüchten kann genauso positive Auswirkungen haben wie die Tatsache, sein Leben als sinnvoll zu empfinden. Wofür lebe ich? Was mache ich da jetzt gerade? Warum mache ich das? Verschafft mir mein Leben Befriedigung? „Manchmal muss man seine Komfortzone verlassen, um wieder Glück zu empfinden“, sagt Lutz Hertel. „Denn auch das hält uns beweglich.“

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Journalist

Katja Deutsch

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