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VR-Experiences vom Feinsten

Frank Sennholz ist Gründer des Startups „Soulpix“, das 3D-Animationsfilme vom Commercial bis zum Featurefilm produziert. Mit animiertem Entertainment hat er neue Kundenkreise erobert. 

Nicht lange reden, VR-Brille aufsetzen und los.   

In welchen Bereichen war bei der Firmengründung von Soulpix Hilfe von außen am nötigsten und zielführendsten?

Die Firmengründung haben wir ohne Hilfe von außen realisiert. Bei unserem aktuellen Projekt, dem Virtual-Reality-Spiel „Eden-Tomorrow“ für Sonys Playstation VR, hatten wir das Glück, eine Prototypen-Förderung der Nordmedia zu bekommen. Ohne diesen spielbaren Prototypen wäre es wahrscheinlich nicht möglich gewesen, eine entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren.   

Wie kann man sich als Neugründer in der VR-Branche am besten ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten? Wie haben Sie es ganz individuell getan?

Man sollte sich auf das konzentrieren, was man am besten kann. In unserem Fall ist es so, dass wir schon diverse 3-D Modelle und Animationen für TV und Kino erstellt hatten. Dadurch waren wir in der Lage, in kurzer Zeit visuell hochwertigen Content zu erstellen, sowohl im Spielesektor als auch im industriellen Bereich. Dafür mussten wir im Bereich der Programmierung einiges dazulernen.

Welche Gefahren lauern in Ihrer Branche besonders?

Die Tatsache, dass der VR Consumer Markt noch klein ist und es – außerhalb von speziellen Virtual-Reality-Anwendungen für die Industrie – wirklich schwer ist, kostendeckend zu arbeiten. Dadurch, dass es tatsächlich Neuland ist, muss man auch viel mehr testen und die gesamte Produktion ist um ein Vielfaches aufwendiger als eine Nicht-VR-Anwendung.

Welche Methoden sind beim Akquirieren von Neukunden am besten?

Nicht lange reden, VR-Brille aufsetzen und los – erst dann verstehen „VR-Virgins“, welche Kraft dieses Medium wirklich hat. Bei größeren Kunden-Pitches kann es sinnvoll sein, dem Kunden schon etwas von seinem Produkt in Virtual Reality zu zeigen, was natürlich viel aufwendiger ist als eine Powerpoint-Präsentation. 

Warum hat sich der Raum Hannover zu einem solchen Zentrum für die VR-Branche entwickelt?

Es gibt in Hannover viele kleine Studios, die schnell erkannt haben, welches Potenzial in der virtuellen Realität liegt. Darüber hinaus gab es schon sehr früh eine Veranstaltungsreihe namens „HANNOVR“. Die VR-Szene in Hannover ist dadurch gut vernetzt und die Wege sind kurz. Das macht vieles einfacher – auch in Zeiten virtueller Telepräsenz.  

Planen Sie Innovationen, die Soulpix noch konkurrenzfähiger machen würden?

Jede VR-Experience, die wir erschaffen, hat völlig neue Anforderungen an unser Team. Es sind bisher immer neue Themen, in die wir uns einarbeiten, um dann die optimale Umsetzung in der virtuellen Realität zu finden, die auch für den Kunden bezahlbar bleibt. Das ist teilweise schon innovativ, da es sich ja um ein sehr neues Medium handelt und man oft eben nicht sagen kann „Gucken wir mal, wie das jemand anderes bereits gelöst hat“. 

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Journalist

Helmut Peters

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