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Ulf Stecher, Bürgermeister der Stadt Heide, anlässlich der Auftaktveranstaltung von QUARREE100. Hier rechts im Bild mit Bürgervorsteher Franz Helmut Pohlmann. UMWELT

Smarte Stadtquartiere: Die Zukunft hat begonnen

Energieeffiziente und intelligente Stadtquartiere sollen die Energiewende voranbringen.

Wir möchten, dass das Projekt über die Region hinaus Strahlkraft hat. Wir wollen gern ein Vorbild sein.

Seit etwa zwei Jahrzehnten setzen immer mehr Städte auf Klimaschutz, Nachhaltigkeit und smarte Quartiere. Die Entwicklung bedeutet unter anderem auch zusätzliche Wertschöpfung. Liegenschaften in nachhaltigen und smarten Quartieren erzielen nicht nur höhere Preise, sie ziehen auch viele Unternehmen an. Denn Elektromobilität, intelligente Infrastrukturen, digitale Dienstleistungen und ein möglichst CO2-neutraler Betrieb werden in Zeiten von Globalisierung und steigendem Konkurrenzdruck immer wichtiger. Darüber hinaus ermöglichen innovative Technologien wie Smart Grid, Smart Lightning oder Smart Traffic Management Einsparpotenziale, auf die viele Unternehmen nicht mehr verzichten mögen. Das zeigen smarte Stadtquartiere, wie sie etwa in Dublin, Eindhoven, Wien, San Francicso, Kopenhagen oder Porto entstanden sind. „Smarter Together“ ist die derzeit größte Smart City-Stadterneuerungsinitiative in Wien. Mehr als 40 Projekte werden derzeit im Gebiet Simmering-Nordwest umgesetzt. Sie sollen zur Steigerung der Lebensqualität, zur Stärkung der Wirtschaft, vor allem aber auch zur Erreichung der dortigen Klimaziele beitragen. Im Rahmen der Initiative werden Wohnhausanlagen saniert, dazu kommen zahlreiche Mobilitätsangebote in Form von E-Bike- und Carsharing.

Ein wichtiges Merkmal von smarten Quartieren ist die Ressourcenoptimierung durch intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids, mit denen die Erzeugung bzw. die Bereitstellung und der Verbrauch von Elektrizität, Wasser und Wärme verwaltet werden. Dänemark gehört zu den Ländern, die bereits über ein hoch integriertes Energiesystem verfügen. Insbesondere in Kopenhagen werden einige der weltweit ehrgeizigsten Smart-City-Ziele verfolgt. Auch in Deutschland gibt es derzeit spannende Projekte, die die Energiewende voranbringen sollen bringen. Ein Leuchtturmprojekt, das das Bundeswirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium unterstützen, befindet sich in Oldenburg. Unter dem Motto „Energie von Nachbarn für Nachbarn“ entsteht auf dem Fliegerhorst ein smartes Wohnquartier mit etwa 110 Wohneinheiten, in dem der Energiebedarf zum größten Teil aus lokal erzeugter Energie gedeckt werden wird. Das Konzept sieht vor, die Energieeffizienz zu steigern, indem Abfall-Energie vermieden und eine Maximierung des lokalen Verbrauchs von nachbarschaftlich erzeugter Energie angestrebt wird. Auf dem einstigen Werksgelände der Pfaff AG entsteht ebenfalls ein klimaneutrales Quartier – mit aufeinander abgestimmten Lösungen für die Bereiche Energieversorgung, Gebäude, Elektromobilität und Digitalisierung. Die Energieversorgung erfolgt auch über ein Smart Grid, Solarflächen und -fassaden erzeugen erneuerbare Energie vor Ort. Elektroautos dienen sowohl als Verbraucher und Speicher. In Heide ist Anfang dieses Jahres das Projekt QUARREE100 gestartet. Vor Ort erzeugte erneuerbare Energien und Windkraftanlagen sollen die Energieversorgung sicherstellen. Zudem geht es darum, flexible Batterie- und Gasspeicher weiterzuentwickeln, um Stromüberschüsse zu sammeln und später nutzen zu können. In puncto Mobilität sollen regenerativ erzeugter Wasserstoff , Methan und Strom als alternative Antriebsquellen genutzt werden. Und im Projekt "Zwickauer Energiewende Demonstrieren setzt man auf vernetzte und intelligente Technik: Den Bewohnern soll Wärme und Energie zur Verfügung stehen, wenn diese wirklich gebraucht wird. Erzeugt werden diese über Wärmepumpen und Solaranlagen, überschüssiger Strom wird in Speichern gesammelt.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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