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Eine Karte für alles

Kaum ein Flottenmanagement kommt noch ohne sie aus – die Tankkarte. Die Fahrer können bargeldlos in ganz Europa tanken, die Abrechnungen kommen bequem in die Firma. Doch Tankkarten bieten noch viele weitere Vorteile.

Die Anbieter der Systeme von Tankkarten setzen auf die Digitalisierung und blicken optimistisch in die Zukunft.

Shell bietet sie an, ARAL ebenso – die Tankkarte. Mit ihnen können die Nutzer von Firmenwagen problemlos an den Zapfsäulen in ganz Europa zum Teil günstiger tanken. Doch moderne Tankkarten der unterschiedlichen Anbieter können heute noch viel mehr. Die Firma TKS (TankKartenService) hat ein Telematik-System mit der Karte kombiniert. Auf der Basis von satellitengestützter GPS-Technologie wird der Standort jedes Fahrzeugs in Echtzeit ermittelt und dargestellt. Auch die Daten zum Fahrverhalten eines Fahrers können so überprüft werden. Der Fahrer bekommt Informationen über mögliche Behinderungen und Staus auf den Straßen, der Verlauf einer Route wird dokumentiert und mit einem Klick kann der Fahrer eine Textnachricht erhalten.

Natürlich lohnt sich nicht für jeden eine Tankkarte. Je größer der Fuhrpark, umso eher machen sich die Kosten für den Service schnell bezahlt. Die Buchhaltung bekommt pro Fahrer eine Abrechnung. Es können bei den Karten bestimmte weitere Möglichkeiten, wie Einkauf im Shop etc. freigeschaltet werden. Wer viel im Ausland unterwegs ist, spart gegenüber einer Kreditkarte die Gebühr für den Auslandseinsatz und kann zusätzlich die unterschiedlichen Sätze der Mehrwertsteuer nutzen und absetzen.

Die Anbieter der Systeme von Tankkarten setzen auf die Digitalisierung und blicken optimistisch in die Zukunft. Allerdings: „In fünf Jahren wird es die Tankkarten, so wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben“, orakelt Gerhard Künne, Geschäftsführer der VW Leasing in einem Interview mit dem Magazin „Firmenauto“. Der Bezahlvorgang wird dann über eine App im Smartphone abgewickelt, der Fahrer muss vermutlich noch nicht einmal mehr aussteigen, sondern kann direkt an der Zapfsäule zahlen. Doch noch ist das ein Blick in die Zukunft. Laut Dataforce nutzen mehr als 70 Prozent aller Unternehmen Tankkarten, manche haben sogar zwei oder drei Karten, um wirklich alle Gebiete abdecken zu können oder mehr pro Liter zu sparen.

Mercedes und VW entwickeln inzwischen eigene Systeme, um das Bezahlen und Tanken in Zukunft noch einfacher und leichter zu machen. Schon jetzt erkennen die Carsharing-Fahrzeuge teilweise die Tankstellen selbst, nur das Tanken muss dann noch manuell erfolgen.

Noch ist allerdings wenig darüber bekannt, wie eine Tankkarte bei den E-Mobilen funktionieren soll. Noch ist es kein Thema für die Fuhrparks im Land, doch mit einer steigenden Anzahl von E-Fahrzeugen in Deutschland werden die Hersteller hier eine Lösung finden. Das System mit den unterschiedlichen Ladekarten ist dabei für die Fuhrparkmanager noch ein Alptraum.

Übrigens: Manche Firmen lassen ihre Mitarbeiter auch privat die Tankkarte nutzen. Das ist aus steuerlicher Sicht ein geldwerter Vorteil und muss versteuert werden. Steuerfrei sind dagegen Benzingutscheine, wenn sie im Monat den Betrag von 44 Euro nicht übersteigen.

Fakten

Zwei Drittel aller Unternehmen in Deutschland nutzen für ihre Fuhrparks Tankkarten unterschiedlicher Anbieter. Es vereinfacht die Buchhaltung, macht die Abrechnungen transparenter und zwingt die Mitarbeiter nicht, in Vorkasse zu treten.

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Journalist

Jörg Wernien

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