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Prof. Achim Kampker, CEO StreetScooter GmbH BUSINESS MOBILITY

Urbane Lösungen sind gefordert

Nahezu ein Fünftel der innerstädtischen verkehrsbedingten NO2-Emissionen stammt aus Nutzfahrzeugen, von denen viele für die Belieferung von Bewohnern, Geschäften und Unternehmen im Einsatz sind.

Lieferverkehr ist inzwischen in Städten zu einer nicht unerheblichen Belastung geworden, nicht nur durch das Parken in der zweiten oder gar dritten Reihe, sondern insbesondere durch den verursachten Lärm und die Treibhausgasemissionen. Denn der Lieferverkehr in den Städten nimmt zu, auch Dank zunehmenden Online-Handels, da sich immer mehr Menschen ihre im Internet bestellten Waren nach Hause liefern lassen.

„Lieferfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verursachen klima- und gesundheitsschädliche Emissionen. Es wird Zeit, dass wir konsequent nach Lösungen für dieses Problem suchen“, sagt die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Neue Ideen sind vor allem bei den sogenannten KEP-Dienstleistern, also Kurier-, Express- und Paket-Dienst; Anbieter von KEP-Diensten transportieren vornehmlich Sendungen mit relativ geringem Gewicht (bis ca. 30 kg) und Volumen, wie z.B. Briefe, Dokumente, Päckchen und Kleinstückgüter und so haben Lastenräder, aber auch dezentrale Logistikstandorte Hochkonjunktur. Zudem wird zunehmend auf das Thema Elektromobilität gesetzt.

Während in der e-Mobility lange die Personenfahrzeuge als Volumenmarkt im Vordergrund standen, stehen inzwischen eben auch die gewerblichen Verkehre im Fokus. So hat das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Bundesumweltamt den Wettbewerb „Urbane Logistik“ gestartet, um innovative Ideen in diesem Bereich anzustoßen.

Dabei gibt es seit längerem einen interessanten Ansatz, der die urbane Lieferlogistik vorantreibt und gleichzeitig Flottenlösungen ermöglicht. Die Rede ist vom sogenannten Streetscooter, einem günstigen Elektrotransporter, der speziell für die Belieferung in den Innenstädten konzipiert worden ist. Die Idee wurde an der RWTH Aachen von den Professoren Achim Kampker und Günther Schuh entwickelt, die zusammen mit einer privatwirtschaftlichen Forschungsinitiative aus 80 mittelständischen Unternehmen ein Elektro-Lieferfahrzeug für den Kurzstreckenverkehr entwickeln wollten. Prof. Achim Kampker, CEO StreetScooter GmbH, „Menschen und auch Güter werden weltweit immer mobiler, gleichzeitig wollen wir klima- und ressourcenschonend handeln. Besonders in Städten haben wir intensive Herausforderungen wie Schadstoffbelastungen, Staus, Unfälle und Lärm. Vor diesem Hintergrund sind wir davon überzeugt, dass der Elektromotor im urbanen Umfeld der überlegene Antrieb ist, denn er eröffnet uns Optionen für einen nachhaltigen, wirtschaftlichen und attraktiven Straßenverkehr der Zukunft. Nach unseren Berechnungen sind in Deutschland insgesamt mehrere Millionen Fahrzeuge im Einsatz, die täglich nicht mehr als 100 Kilometer zurücklegen. Ein beträchtlicher Teil davon sind Nutzfahrzeuge. Deren Umstellung auf umweltschonende Antriebstechnik birgt ein Riesenpotenzial für den Klimaschutz und die Luftqualität.“

Die StreetScooter würden keine CO2-Emissionen und lokalen Schadstoffe ausstoßen, auch die Lärmemissionen würden deutlich reduziert. Die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen macheden Einsatz von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben zudem zu einer zukunftsorientierten und ökonomisch attraktiven Investition.
Heute wird Professor Kampker nicht müde, seinen Kritikern vorzuhalten, dass er und sein damaliger Kollege Professor Günther Schuh an der RWTH Aachen von damals behaupteten, damals vieli Kritik einstecken mussten, als die behaupteten in der Hälfte der normale Zeit und mit einem Zehntel der üblichen Investitionen einen elektrisch betriebenen Lieferwagen zu bauen. Mit dem Streetscooter habe man gezeigt, dass es gehe. Seit Ende des vergangenen Jahres sind über 6.000 Fahrzeuge dieses Typs für den die Deutsche Posttochter DHL im Einsatz, zudem wird in Düren ein zweites Produktionswerk errichtet, das rund 10.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren kann, so dass sich die bisherige Produktionskapazität verdoppelt. 

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Journalist

Frank Tetzel

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