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Strahlende Gesichter bei der Preisverleihung (v.l.n.r.): Andreas Kuhlmann (Vorsitzender der dena-Geschäftsführung), Dr. Ralph Schneid (Product Management Breweries, Krones AG) und Norbert Ottmann (Beratung Energiekonzepte Fabriken, Krones AG) NACHHALTIGKEIT

60 Prozent Energieeinsparung für Brauerei-Betreiber

CO2-neutrales Bier? Das mag im ersten Moment nach einer unrealistischen Wirtshausidee klingen. Doch die Krones AG meint das bierernst. 

„Die Preisträger begreifen Energieeffizienz als einen Wettbewerbs-vorteil und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für die Senkung klimaschädlicher Emissionen.“

Energie ist für jedes Unternehmen ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen sehr genau hinterfragen, welche Einsparpotenziale für sie möglich sind und welche modernen Techniken sich in der Praxis auszahlen. Zum Beispiel, indem Kosten durch den Einsatz energieeffizienter Querschnittstechnologien gesenkt werden. Investitionen in die Energieeffizienz stärken jedoch nicht nur die eigene Wettbewerbsfähigkeit, sie verbessern auch das Image und schonen das Klima. 

Einen ebenso detaillierten wie zukunftsweisenden Plan, mit dem sich eine energieautarke und CO2-neutrale Brauerei realisieren lässt, hat die Krones AG ausgetüftelt. Die praktische Umsetzung der energieautarken Brauerei erfolgt bei dem Technologiekonzern aus der Oberpfalz mittels mehrerer fein aufeinander abgestimmter Technologien. Zu deren Kernkomponenten zählen eine Biogasanlage zum Verwerten der Reststoffe, ein modifiziertes Blockheizkraftwerk zum Gewinnen von Wärme und Strom sowie eine kontinuierliche Sieben-Tage-Produktion zum Abbau von Lastspitzen. Dazu kommen eine neuentwickelte Abfülltechnik, die im Prozess benötigte Kühlenergie für Sekundärprozesse ermöglicht, und die Energieschaukel EquiTherm, die überschüssige Energie aus dem Sudhaus anderen Prozessschritten zuführt. Die nach der Kochung der Würze entzogene Energie kann genutzt werden, um zum Beispiel beim Maischprozess den Primärenergieeinsatz zu verringern – oder in der CIP-Anlage für schlüssige Reinigungsabläufe, die für den störungsfreien und mikrobiologisch einwandfreien Betrieb einer Produktionslinie sorgen.

Bei einem Produktionsvolumen von rund 2,6 Millionen Hektolitern Bier erzeugt die energieeffiziente Brauerei in Summe mittlerweile einen jährlichen Überschuss von 1.534 MWh Wärme sowie 1.066 MWh Strom, der sich an andere Abnehmer weiterverkaufen lässt. Die Einsparung an elektrischer Energie beläuft sich im Vergleich zu einer Standardbrauerei auf 30 Prozent, bei thermischer Energie sogar auf rund 60 Prozent.

Dass das Thema energieeffizientes Brauen gut ankommt, zeigte sich beim letzten Kongress der Deutschen Energie-Agentur (dena): Krones erhielt für die „Brewery of the Future“ den Publikumspreis des Energy Efficiency Awards. Mit dieser Auszeichnung prämiert die bundesweite Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) herausragende Projekte, die besonders innovativ und gut auf weitere Unternehmen übertragbar sind. Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, verwies bei der Preisverleihung auf die wichtige Rolle der Unternehmen bei der Steigerung der Energieeffizienz und der Erreichung der deutschen Klimaschutzziele. „Der Energy Efficiency Award zeigt eindrucksvoll, wie sich Klimaschutz und Energieeffizienz mit unternehmerischem Handeln vereinbaren lassen. Die Preisträger begreifen Energieeffizienz als einen Wettbewerbsvorteil und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für die Senkung klimaschädlicher Emissionen.“

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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