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Akademische Weihen in Teilzeit

Dank diverser Studienmodelle stellt ein berufsbegleitendes Präsenzstudium einen ebenso praktikablen wie anerkannten Karriere-Turbo dar.

Neben Beruf oder Ausbildung eine akademische Weiterbildung zu absolvieren kann ein Turbo für die Karriereleiter sein. 

Neben Beruf oder Ausbildung eine akademische Weiterbildung zu absolvieren kann ein Turbo für die Karriereleiter sein. Egal ob im Präsenz- oder Fernstudium – das berufsbegleitende Studium steht dem Vollzeitstudium in nichts nach. Im Gegenteil. Wie eine Studie der Hochschule Fresenius ergab, werden Bewerber mit abgeschlossenem berufsbegleitendem Studium dank hoher Praxiserfahrung und bewiesener Soft Skills in manchen Personalabteilungen sogar bessere Chancen bei der Jobsuche zugeschrieben als Absolventen eines Vollzeitstudiums.

Grundsätzlich können via berufsbegleitendem Studium Bachelor-, Master- und MBA-Abschlüsse erlangt werden – und sogar Promotionen. Die Bandbreite der Studiengänge ist dabei ebenso groß wie die dafür nötigen Voraussetzungen und Qualifikationen. Während manche Studiengänge nicht einmal eine (Fach-)Hochschulreife voraussetzen, ist bei anderen ein akademischer Abschluss, oftmals gefolgt von mehrjähriger Berufserfahrung, obligatorisch.

Wer sich gegen ein Fernstudium entscheidet, hat die Wahl verschiedener Präsenzstudium-Modelle. So kann zwischen Abend-, Wochenend- Block- oder Teilzeitstudium gewählt werden, wobei es zwischen diesen Formen oft Überschneidungen gibt. Denn auch wenn ein Abendstudium, wie der Name sagt, hauptsächlich wochentags nach der Arbeit am Abend stattfindet, sind Tagesveranstaltungen an Sonnabenden nicht unüblich. Und bei einem Wochenendstudium kommt es auch vor, dass dies schon freitags beginnt. Dafür finden die ganztägigen Lehrveranstaltungen von Freitag bis Sonntag dann meist nur einmal im Monat oder sogar nur alle zwei Monate statt. Beim Blockstudium wird über den Zeitraum von ein bis zwei Wochen ganztägig studiert – im Turnus von ein bis vier Mal pro Semester.

Bei einem erfolgreich gestellten Antrag auf ein Teilzeitstudium wird die vorgesehene Studiendauer verlängert. Das Studium erfolgt dabei an ganz normalen (Fach-)Hochschule gemeinsam mit den Vollzeitstudierenden zu den üblichen Zeiten am Vor- und Nachmittag. Die Bewilligungsschancen liegen nicht nur für Berufstätige, sondern auf für pflegende Angehörige oder erziehende Eltern gut. Auch während der Ausbildung können nebenbei schon akademische Würden erlangt werden. Wer dies nicht im Alleingang via Fern- oder Abendstudium schultern will, bewirbt sich gleich um ein duales Studium. Viele große, namhafte Unternehmen vergeben in Kooperation mit Hochschulen duale Studienplätze und ermöglichen somit einen Bachelor-Abschluss parallel zur Berufsausbildung in der Firma.

Wer nicht die zeitlichen oder finanziellen Kapazitäten für ein komplettes berufsbegleitendes Studium hat, kann seinen Lebenslauf auch durch Weiterbildungen mit Hochschulzertifikat aufwerten. So soll mit dem Konzept der „Offenen Hochschulen“ die wissenschaftliche Weiterbildung und Fachexpertentum gefördert werden. Dafür öffnen Unis und Fachhochschulen für zeitlich begrenzte Module ihre Türen für Nichtstudenten. Auch Unternehmen nutzen diese Möglichkeit vermehrt, um entsprechende interne Expertise aufzubauen. Insbesondere hoch spezialisierte Studiengänge an renommierten Instituten erfreuen sich dabei großer Beliebtheit - nicht nur wegen der Studieninhalte, sondern auch aufgrund des internationalen, branchenspezifischen Austauschs.

Fakten

Mehr als ein Fünftel aller Studierenden hat vor Studienbeginn bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen; an den Fachhochschulen liegt der Anteil mit 36% deutlich höher als an den Unis. Viele Studierende (29%) organisieren ihr Studium faktisch als Teilzeitstudium, obwohl sie formal einen Vollzeit­-Präsenzstudiengang durchlaufen.

Quelle: 7. Bildungsbericht 2018

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Journalist

Kirsten Schwieger

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