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Es gibt viele kreative Betriebe

Am digitalen Smart Farming kommen Landwirte von heute nicht mehr vorbei. Hochpräzises, automa-tisches Lenken auf dem Acker oder teilflächenspezifische Bewirtschaf-tung sind Beispiele. Doch reicht das zum Überleben der Betriebe? Wir haben mit Studierenden der Agrar-wissenschaften gesprochen.

      

Studenten der Agrarwissenschaften: Maik Freitag, Henrike Betz, Sebastian Riesch; Fotos: Privat

Die kleineren Betriebe in Deutschland kämpfen ums Überleben. Wie müssen sie sich neu aufstellen?

Henrike Betz: Spontan fallen mir Ferien auf dem Bauernhof, Hofläden und Bauernhofcafés ein. Spezialisierung in verschiedene Richtungen, zum Bei-spiel Sonderkulturen oder Umstellung auf Öko. Die meisten Landwirte haben tolle innovative Ideen, der Wille ist da, denn niemand gibt freiwillig seinen Hof auf. Es scheitert allerdings an unseren deutschen Auflagen und Richtlinien und ist schließlich die gleiche Geschichte wie immer: Politik und Gesellschaft fordern eine kleinstrukturierte Landwirtschaft und bäuerliche Familienbetriebe und auch die Landwirte möchten dem Motto „Wachsen oder Weichen“ trotzen. Statt jedoch an einem Strang zu ziehen, überflutet uns die Politik mit Auflagen. Die Menschen kaufen trotzdem bei großen Discountern und die Landwirte wissen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Es gibt neue großartige und zukunftsfähige Wege für kleinere Be-triebe, die durchaus bereit sind, neue Wege zu beschreiten. Ich frage mich nur, warum dies so erschwert wird. 

Können Sie Beispiele für besonders kreative und moderne Betriebe geben, die den ökologischen Landbau vorantreiben?

Maik Freitag: Es gibt viele kreative Be-triebe. Das ist mehr wert als modern sein. High-Tech ist teuer und oft unrentabel. Kreativität auf dem Feld, im Stall, bei der Vermarktung, etc. bringen neue Wege und Märkte für Ökos und Konventionelle. Dass Ökolandbau die Zukunft ist, bezweifle ich. Ökologischer kann und muss die Landwirtschaft jedoch werden.

Warum muss der Grünlandwirtschaft wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden?

Sebastian Riesch: Grünland trägt zur Artenvielfalt und Biodiversität bei. Zudem bietet es einen Lebensraum für viele Insekten. Auch die Kulturlandschaft wird in vielen Regionen durch das Grünland geprägt. Für Kühe und sonstige Wiederkäuer bietet das Grünland darüber hinaus eine wichtige Nahrungsgrundlage. Ich denke nicht, dass Grünland in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit verloren hat. Es zu pflegen und zu erhalten ist vor allem für die tierhaltenden Landwirte eine wichtige Aufgabe, derer sie sich bewusst sind.

Mit welchen Mitteln kann die Agrarwirtschaft auf die Folgen des Klimawandels wie Dürreperioden oder Starkregen reagieren?

Maik Freitag: Viele wollen diese Probleme mit Zucht und neuen Maschinen lösen. Ich denke, ein Direktsaatsystem ohne Bodenbearbeitung mit dauerhafter Begrünung der Felder bringt Abhilfe. Ein Boden mit Bewuchs speichert mehr Wasser über längere Zeit und reduziert die Verdunstung. Niederschlag schwemmt nicht den ungeschützten Boden ab, sondern verteilt sich auf Blättern und im Boden. Manche nennen das auch regenerative Landwirtschaft.

In der Forstwirtschaft wird ja schon darüber nachgedacht, typisch deutsche Baumbestände wie Eiche oder Ahorn gegen südländische, an Trockenheit gewöhnte Baumarten auszutauschen. Was halten Sie von solchen Ideen und wie verändern diese, auch übertragen auf die Landwirtschaft, unser Land?

Maik Freitag: Langfristig sind Anbau und Zucht neuer Kulturen Teil der Lösung. Aber kurz-/mittelfristig dauert das zu lange. Die Probleme haben wir jetzt, neue Kulturen/Sorten (oder Douglasienwälder) erst in über 20 Jahren. Wir müssen an kleineren Stellschrauben drehen, Stichwort Direktsaat.

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Journalist

Helmut Peters

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