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Vorbereitet sein auf den Auslandseinsatz

Wenn deutsche Unternehmen Mitarbeiter zur Arbeit ins Ausland entsenden, ist so einiges zu beachten, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Viele, vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, scheuen den Aufwand für eine Risikovorsorge.

Viele Unternehmen aus Deutschland sind im Zuge der Globalisierung weltweit tätig, und das gilt nicht nur für die ganz Großen, sondern auch für den Mittelstand. Doch bevor ein Unternehmen seine Mitarbeiterin oder seinen Mitarbeiter zum Einsatz ins Ausland entsendet, müssen eine ganze Reihe von Fragen bedacht werden. Längst nicht allen Beteiligten ist das bewusst. Unter dem Begriff Entsendung versteht man eine vom Arbeitgeber angewiesene Aufnahme einer Tätigkeit in einem anderen Land, wenn der Arbeitgeber in Deutschland beheimatet ist und beide Seiten ein inländisches Beschäftigungsverhältnis abgeschlossen haben. Diese Tätigkeit muss befristet sein. Für andere Beschäftigungsverhältnisse gelten andere Regeln als die im Folgenden beschriebenen.

Zunächst einmal ist wichtig: Im Fall einer Entsendung bleibt der Arbeitnehmer in Deutschland sozialversicherungspflichtig. Nur wenn er unbefristet im Ausland tätig ist, ist für ihn das Sozialversicherungssystem im jeweiligen Land zuständig. Was den Krankenversicherungsschutz betrifft, so stellt sich die Lage recht einfach dar, wenn der Einsatz in einem Land des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) stattfindet. Dann gilt nämlich für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung ganz einfach der bisherige Versicherungsschutz weiter. Bei Ländern außerhalb des EWR ist entscheidend, ob Deutschland mit dem betreffenden Staat ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Im Fall der USA beispielsweise bezieht sich das Abkommen nur auf die Rentenversicherung, nicht aber auf die Krankenversicherung. Wichtig ist daher, für jedes Land zu prüfen, wie sich die Lage darstellt. Für privat Versicherte sieht sie Lage anders aus: Innerhalb der EU ist der Schutz zeitlich unbegrenzt; dagegen muss in Nicht-EU-Staaten ein Zusatzvertrag mit der jeweiligen Krankenkasse abgeschlossen werden. Das ist allerdings nur möglich, wenn der Wohnsitz des Arbeitnehmers weiterhin im Inland angesiedelt ist. 

Doch es drohen in vielen Ländern auch noch ganz andere Gefahren als der Verlust des Versicherungsschutzes. Epidemien, Naturkatastrophen, politische Unruhen oder medizinische Notfälle können beispielsweise sogar das Leben des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin bedrohen. Viele werden ja nicht in politisch stabilen oder klimatisch und geologisch gemäßigten Ländern eingesetzt, sondern in solchen Ländern, in denen derartige Vorkommnisse nicht auszuschließen sind. Allerdings haben die vergangenen Jahre leider gezeigt, dass auch in politisch stabilen Ländern Terroranschläge möglich sind. Unternehmen haben eine weitreichende gesetzliche Fürsorgepflicht für ihre Angestellten, der sie unbedingt nachkommen sollten – und sie sollten sich vor der Entsendung des Angestellten darum kümmern, und nicht erst dann, wenn ein Krisenfall eingetreten ist. Viele, vor allem mittlere und kleinere Unternehmen scheuen den Aufwand für eine solche Risikovorsorge und sie wissen auch oftmals überhaupt nicht, wie sie vorgehen müssen. Auch fehlt ihnen die Möglichkeit, bestimmte Risiken im Einsatzland des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin im Vorfeld abzuschätzen oder zu erkennen. Für ihre Unterstützung gibt es spezialisierte Unternehmen, die solche Leistungen gebündelt anbieten. 

Fakten

Vor der Entsendung eines Mitarbeiters müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer viele Probleme klären. Besonders wichtig sind Fragen des Versicherungsschutzes und der Sozialversicherung. Aber auch die Risikovorsorge wird in Zeiten der Globalisierung immer wichtiger. Arbeitgeber haben hier eine Fürsorgepflicht.

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Journalist

Armin Fuhrer

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