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Auslandserfahrungen in einer anderen Kultur ermöglichen einen Perspektivenwechsel, der sich auch später im Berufsleben bezahlt macht. BILDUNG & KARRIERE

Ich bin dann mal weg…

Was im privaten Leben gilt, gilt genauso für das Berufsleben: Ein Auslandsaufenthalt erweitert den Horizont und den eigenen Standpunkt. 

Ein Auslandsaufenthalt erweitert den Horizont und den eigenen Standpunkt.

Ein anderes Land nicht als Tourist:in, sondern wie Einheimische zu erleben, das verändert die Sicht auf die Dinge. Gerade junge Menschen, die noch auf der Suche sind, können so andere Weltanschauungen ausprobieren und ihren eigenen Lebensstil finden. Auslandserfahrungen in einer anderen Kultur ermöglichen einen Perspektivwechsel, der sich auch später im Berufs-leben bezahlt macht. Alltagsprobleme in einer fremden Sprache ohne Hilfe vertrauter Netzwerke zu lösen, daraus erwächst Selbstständigkeit und Selbst-vertrauen. Immer mehr Unternehmen legen Wert auf solche Kompetenzen wie Offenheit, Entscheidungsfähigkeit und Toleranz, laut einer EU-Studie erwarten sogar 64 % der Unternehmen internationale Erfahrung von ihren Mitarbeiter:innen.

Freiwillig und unentgeltlich begibt man sich bei den sogenannten Freiwilligenaufenthalte für ein bestimmtes Projekt ins Ausland. Die Art der Tätigkeiten ist ganz von den persönlichen Interessen und Engagement abhängig. Mit eigenen Ideen und Überzeugung kann man sich in die Projekte einbringen. Dadurch unterstützt man nicht nur ein Vorhaben, sondern fördert die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Solche Projekte können in sozialen Einrichtungen oder im Tier- und Naturschutzbereich stattfinden. In einigen Ländern ist auch die Freiwilligenarbeit in kulturellen Projekten oder im Gesundheitsbereich möglich. 

Während einer beruflichen Ausbildung bringt ein Auslandsaufenthalt ebenfalls viele Vorteile. Neben den verbesserten Sprachkenntnissen und interkulturellen Erfahrungen erweitert sich das berufliche Netzwerk durch Kontakte zu Unternehmen und Menschen aus anderen Ländern. Das verbessert deutlich die beruflichen Chancen auf dem deutschen, aber auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Viele Organisationen oder Verbände geben praktische Unterstützung bei der Umsetzung. Mithilfe des EU-Programmes ERASMUS+ erhalten alle Teilnehmenden neben einem finanziellen Zuschuss und organisatorischer Unterstützung vor allem pädagogische Begleitung während der gesamten Lernerfahrung.

Studierende im Auslandssemester 

profitieren ebenso von den Vorteilen eines Standortwechsels. Jede Hochschule hat ihre Schwerpunkte und verschiedene Lehrstühle vertreten oft unterschiedliche Strömungen der Wissenschaft und Forschung. Dieser Perspektivenwechsel erweitert den Horizont jeder akademischen Ausbildung und gibt neuen Input. Zusätzlich können Studierende vor Ort neue Leute kennenlernen und internationale Freund:innen finden. Damit baut man sich ein Netzwerk aus internationalen Kontakten auf, das später beruflich weiterhelfen kann. Für die Finanzierung ein Auslandssemester innerhalb der Europäischen Union gibt es offizielle Unterstützung mit Hilfe des Erasmus+-Programms. Im Rahmen dessen werden Auslandsaufenthalte zum Studieren von drei bis zwölf Monaten in mittlerweile 33 Ländern unterstützt.  

Auch Vorteile für das Unternehmen  ergeben sich, wenn ein Arbeitgeber seinen Azubis einen Auslandsaufenthalt während der Berufsausbildung ermöglicht. Das erhöht die Attraktivität als Ausbildungsort, Ausbildungsanbieter und Arbeitgeber.  Die Arbeitnehmer:innen sind motiviert im Unternehmen mitzuwirken und ihre Bindung zu demselben wächst. Ihre interkulturellen, sprachlichen und persönlichen Kompetenzen werden gestärkt, wodurch sich die Mitarbeiter:innen für internationale Geschäftsfelder qualifizieren können. Das wiederum kann den unternehmerischen Erfolg auf dem internationalen Markt unterstützen. 

Fakten

Das Erasmus Programm ist ein Förderprogramm der Europäischen Union für allgemeine sowie berufliche Bildung, Sport und Jugend. Das Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen besteht seit 30 Jahren und fördert die Mobilität von Studierenden, jungen Erwachsenen, Dozent:innen und ausländischem Unternehmens-personal innerhalb 33 Ländern der EU. Seit 2014 werden die Program-me unter dem Oberbegriff Erasmus+ (Erasmus Plus) gebündelt. 

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Journalist

Christiane Meyer-Spittler

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