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Autogas schont Umwelt und Geldbeutel

Der Kraftstoff hat für Autofahrer unbestreitbare Vorteile: Er ist umweltschonend, billig und an mehr als 7000 Tankstellen deutschlandweit zu bekommen.

Die Belastung in Deutschlands Großstädten und Ballungszentren mit Stickstoff und Feinstaub durch Autoabgase wird hierzulande seit einiger Zeit intensiv diskutiert. Vor allem mit Diesel betriebene Autos stehen als umweltschädlich im Fokus der Kritik. Die Politik sinnt über Maßnahmen nach, um die Schadstoffbelastung zu reduzieren – bis hin zu Fahrverboten für Autos mit Dieselantrieb. Wer deshalb umsatteln will, für den ist Autogas eine echte Alternative. Denn mit einem mit Autogas betriebenen Fahrzeug leisten Autofahrer einen echten Beitrag für die Umwelt. Laut wissenschaftlichen Tests stoßen Autogas-PKW im Vergleich zu fossilen Benzinkraftstoffen 21 Prozent weniger CO2, im Vergleich zu fossilen Dieselkraftstoffen sogar 23 Prozent weniger CO2 aus. Zudem reduziert sich der Ausstoß von Feinstaubpartikeln mit Autogas im Vergleich zu Testfahrten mit Benzin um bis zu 99 Prozent. Die Stickoxidbelastung fällt im Vergleich zum Dieselfahrzeug um bis zu 51-mal niedriger aus.

Autogas schont aber neben der Umwelt auch den Geldbeutel des Fahrers. Aktuell kostet ein Liter etwa 60 Cent und damit nicht einmal die Hälfte von Benzin und Diesel. Die Politik belohnt den umweltschonenden Nutzen von PKW mit Autogas zudem steuerlich. Derzeit gibt es pro Liter einen Steuervorteil von 11,6 Cent. Zwar wird dieser Vorteil von 2019 bis 2022 jährlich um drei Cent reduziert, aber auch wenn 2023 die Zeit der steuerlichen Förderung ganz vorbei ist, wird Autogas noch immer deutlich preiswerter als Benzin oder Diesel sein. Und schließlich müssen sich Besitzer von Autogas-PKW auch keine Sorgen machen, von irgendwelchen Fahrverboten betroffen zu werden.

Da die Verwendung von Autogas mit einem Ottomotor funktioniert, können Halter von Benzinern ihre PKW umrüsten lassen. Die Kosten betragen je nach Modell zwischen 1800 und knapp 3000 Euro. Bei einer Fahrleistung von 20 000 Kilometern sind diese Kosten aufgrund des geringen Gaspreises nach spätestens drei Jahren wieder eingefahren. Viel Platz benötigt der Gastank nicht. Oft reicht schon die Mulde, in der normalerweise der Reservereifen liegt, für einen Tank aus, mit dessen Füllung man 400 Kilometer weit kommt. Nach dem Einbau muss die neue Anlage darauf überprüft werden, ob sie allen Sicherheitsanforderungen entspricht. Diese Prüfung kann ein amtlich anerkannter Sachverständiger ebenso durchführen wie ein Prüfingenieur oder auch ein verantwortliches Mitglied der Werkstatt, in der sie eingebaut wurde.

Die Funktionsweise ist kaum anders als die eines Benziners. Das flüssige Autogas wird über eine Pumpe vom Tank zum Motor gepumpt. Für eine optimale Verbrennung sorgt ein Gassteuergerät. Die Möglichkeit, einen serienmäßigen PKW nach der Umrüstung auch mit Benzin weiterzufahren, bleibt bestehen. Autogas ist ein Flüssiggas (im Fachjargon Liquefied Petroleum Gas, kurz LPG genannt), das aus Propan, Butan und deren Gemischen besteht. Die Zusammensetzung ist in Deutschland eindeutig nach der Norm BIN 51622 geregelt.

Wer sich für eine Umrüstung interessiert, sollte sich am besten bei seiner Fachwerkstatt informieren. Diesel-PKW können leider nicht umgerüstet werden, doch stellt aufgrund der vielen Vorteile im Vergleich zum Diesel die Neuanschaffung eines Autogas-PKW sicher eine Alternative dar. Modelle bieten mehrere Autohersteller in Deutschland an. Insgesamt fahren inzwischen (Stand 1. Januar 2018) laut Kraftfahrt-Bundesamt 421 000 mit Autogas betriebene PKW auf Deutschlands Straßen – Tendenz steigend. Damit ist Autogas der zwischen Nordsee und Alpen am stärksten verbreitete alternative Kraftstoff. Die Versorgung mit Autogas stellt in Deutschland kein Problem dar, denn hierzulande bieten 7100 Tankstellen – und damit etwa jede zweite – diesen Treibstoff an. Europaweit sind es etwa 30 000.

Das Thema Sicherheit wird beim Autogas besonders großgeschrieben. Laut Experten müssen sich Autofahrer keine Sorgen machen. Der ADAC stellte fest, dass es „keine Hinweise aus der Praxis“ gebe, „dass bei diesen Fahrzeugen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko besteht“. Crash- und Brandtests zeigten, dass „Autogas-Fahrzeuge nicht gefährlicher sind als vergleichbare Benzinfahrzeuge“, heißt es in einer Untersuchung. Das liegt vor allem daran, dass die Leitung für das Gas und die Rohrleitungen im Innern des Autos getrennt sind. Das Gas wird über Ventile daran gehindert, aus dem Tank in die Fahrerkabine zu entweichen.

Das Betanken mit Autogas ist genauso einfach wie das Tanken an der Benzinzapfsäule. Aus Sicherheitsgründen – schließlich soll absolut kein Gas während des Tankvorgangs austreten – wird die Zapfpistole fest an den Tankeingang angeschraubt. Das Tanken dauert nicht länger als beim Benziner – und geht damit erheblich schneller vonstatten als das Aufladen eines Elektroautos. Auf die KFZ-Versicherung oder den TÜV hat eine Umrüstung von Benzin auf Gas keine Auswirkungen. Allerdings kostet die TÜV-Untersuchung der Gasanlage zusätzlich zwischen 20 und 30 Euro pro Untersuchung.

Fakten

Auf Deutschlands Straßen fahren inzwischen 421 000 mit Autogas betriebene PKW. Der Treibstoff ist preiswert und schont die Umwelt. Die Umrüstung eines Benziners ist unkompliziert und amortisiert sich nach etwa 60 000 gefahrenen Kilometern. Die Reichweite beträgt pro Gastankfüllung rund 400 Kilometer.

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Journalist

Armin Fuhrer

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