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Transporte spiegeln den Konsum wider

Die Logistikbranche will den Klimaschutz fördern, braucht aber eine Entscheidung über den Antrieb der Zukunft, sagt BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt.

Obwohl die Menschen immer umweltbewusster werden, wollen sie zugleich immer häufiger ihre Ware bis an die Haustür geliefert bekommen.

Professor Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des  Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Foto: Presse

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz für den BGL?

Diese Themen spielen bei uns eine ganz herausragende Rolle. Die Mitglieder unseres Verbands wollen einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Wo kann die Branche ansetzen?

Das könnten wir beispielsweise beim Antrieb tun. Aber unser Problem ist, dass die Hersteller bislang noch keine einheitliche Meinung ausgebildet haben. Für den Antrieb bietet sie aktuell keine einsatzfähige Alternative zum Diesel an, mit der die Logistik-Branche langfristig arbeiten kann. Die Antriebswende muss jetzt also dringend vorangebracht werden. Erst dann können wir richtig loslegen. 

Wo liegen denn die möglichen Lösungen – in der E-Mobilität?

Für den Nah- und Regionalverkehr könnte der batteriebetriebene Lkw das Mittel der Wahl werden. Aufgrund der großen Batteriegewichte und des damit verbundenen Nutzlastverlustes sind für längere Strecken andere Antriebskonzepte gefragt. Momentan wird hier von vielen Experten der Brennstoffzellen-Lkw favorisiert – der wird nach Herstellerangaben aber erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zu erwarten sein. Dabei ist generell zu beachten, dass der verwendete Strom auch wirklich „grün“ ist.

In welchem Zeitrahmen wäre eine Umstellung denkbar?

Die Umstellung wird sich über viele Jahre hinziehen, weil die Lkw mit den alternativen Antrieben einfach noch nicht in Serie produziert werden und manche Antriebstechniken schlicht und ergreifend überhaupt erst noch entwickelt werden müssen, so dass eine Förderung unerlässlich ist. Wichtig ist, dass die deutschen Lkw-Betreiber keine weiteren Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten erleiden müssen, sonst werden sich in der Zukunft die deutschen Speditionen und Transportunternehmen mit ihren sauberen Lkw noch weniger am Markt behaupten können: Bereits heute beträgt laut Maut-Statistik des Bundesamtes für Güterverkehr der Anteil ausländischer Lkw über 40 %.

Ist es richtig, mehr Lieferverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern?

Es ist sicher grundsätzlich richtig, mehr Lieferverkehr auf die Schiene zu verlagern. Aber das stößt in der Realität auf Probleme. Das wichtigste ist die zunehmende Urbanisierung – 80 Prozent der Deutschen werden in Zukunft in der Stadt leben. Die Bahn löst aber nicht das Problem, die Versorgung der Städte zu gewährleisten. Denn obwohl die Menschen immer umweltbewusster werden, wollen sie zugleich immer häufiger ihre Ware bis an die Haustür geliefert bekommen. Das ist aber mit dem Zug nicht möglich, sondern geht nur über die Straße. Alles, was transportiert wird, ist ja nur der Ausdruck der Nachfrage nach diesen Waren und Gütern, sie spiegeln den Konsum der Bevölkerung wider. Trotzdem arbeitet der BGL mit der Bahn in Projekten zusammen – und das als Gründungsmitglied der Kombiverkehr GmbH & Co. KG bereits seit über 50 Jahren. 

Welche anderen Fahrzeugkonzepte sind in der Zukunft denkbar?

Neben dem Brennstoffzellen-Lkw, bei dem Wasserstoff zur Stromerzeugung verwendet wird, besteht noch die Möglichkeit, Wasserstoff direkt als Treibstoff z. B. in einem Erdgas-Motor zu verbrennen. Hier sind die Forschungen allerdings noch weit weniger fortgeschritten als dies beim Brennstoffzellen-Lkw der Fall ist.

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Journalist

Armin Fuhrer

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