European Media Partner

Vorteile durch das neue Bauvertragsrecht

Seit dem 1. August benötigen gewerbliche Verwalter von Wohnimmobilien eine Zulassungspflicht. Die Rechte von Käufern werden damit weiter gestärkt.

Makler und Verwalter müssen sich künftig regelmäßig und qualifiziert fortbilden.

Gute Neuigkeiten für Immobilienkäufer: Seit Anfang August ist durch eine Änderung des Bauvertragsrechts ihre Stellung gegenüber gewerblichen Verwaltern von Immobilien deutlich gestärkt. Denn diese benötigen nun gemäß § 34c der Gewerbeordnung eine Zulassungspflicht und sind damit praktisch der Gruppe der Makler gleichgestellt, für die diese Regelung schon länger gilt. Makler und Verwalter müssen sich zudem künftig regelmäßig und qualifiziert fortbilden. Für Immobilienkäufer bedeutet das, dass sie von nun an das Recht haben, auf einen fachlich qualifizierten Makler zu pochen. Von dem qualifizierten Verwalter wiederum profitieren sowohl der Vermieter als auch der Mieter. Nach der neuen gesetzlichen Regelung müssen Makler wie Verwalter innerhalb von drei Jahren eine 20-stündige Weiterbildung vorweisen können. Experten verweisen darauf, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht gleichbedeutend mit der geforderten umfassenden qualifizierten Ausbildung sei.

Diese nun in Kraft getretene Regelung ist bereits die zweite Verbesserung im Bauvertragsrecht für die Verbraucher in diesem Jahr. Denn schon am 1. Januar trat das neue Baurecht in Kraft, das den Abschluss von Verträgen zwischen Bauherrn und Unternehmern regelt. Das neue Gesetz ist erstmals im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert – das bedeutet besonders für die Käufer einen Fortschritt, denn sie werden nun viel besser vor bösen Fallen geschützt als zuvor.

Die wichtigste Regelung besagt, dass ein Bauunternehmer rechtzeitig vor dem Vertragsabschluss dem Bauherrn eine detaillierte Baubeschreibung aushändigen muss. Darin sind wichtige Angaben verpflichtend, wie zum Beispiel die Gebäudedaten, Pläne mit genauen Raum- und Flächenangaben, Art und Umfang der angebotenen Leistungen, Grundrisse sowie eine Beschreibung der Baukonstruktion aller wesentlichen Gewerke des Vertrages. Das alles mag zwar auf den ersten Blick komplizierter wirken als die früheren Regelungen, es schützt aber den Käufer. Positiv ist für private Bauherrn auch das neue, vertraglich festgelegte Widerrufsrecht. Fehlt eine Regelung im Vertrag, ist ein Widerruf bis zu zwölf Monate nach Abschluss möglich. Ebenfalls muss jetzt im Vertrag eine Angabe über die voraussichtliche Dauer der Bauzeit festgeschrieben sein, wenn es keinen exakten Termin gibt. Das soll dem Bauherrn bei einer besseren Planung seines Umzugs in das neue Haus oder die neue Wohnung ebenso helfen wie bei der effektiveren Planung der Baufinanzierung.

Wer regelmäßig mit Fragen des Baurechts und des Baubetriebs, aber auch mit anderen Fragen wie ingenieurstechnischen oder ökonomischen Problemen zu tun hat, der sollte sich regelmäßig über wichtige Änderungen und Entwicklungen, Gerichtsurteile, neue Vertragsmodelle oder Möglichkeiten des Konfliktmanagements informieren. Denn wer auf dem aktuellen Stand ist, vermeidet leichter rechtliche Fallstricke, Kostenfallen oder unnötige Verzögerungen.

Teile diesen Artikel

Journalist

Armin Fuhrer

Weitere Artikel