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In einer Tafel Schokolade stecken in etwa 50 Bohnen. ESSEN&TRINKEN

Kakaoanbau wird immer nachhaltiger

Pralinen, Riegel, Kuchen und Torten, Lebkuchen, Mousse oder einfach pur: Vieles, was wir täglich essen, besteht aus Schokolade. Die meist dunkle, zarte Köstlichkeit macht uns umgehend glücklich – gerade zu Pandemiezeiten. Sobald ein Stückchen des zartschmelzenden Hochgenusses in den Mund gelangt, werden Glücksbotenstoffe ausgeschüttet und wir sehen das Leben entspannter und fühlen uns wohl. 

Unser Ziel ist der weitere Ausbau nachhaltig angebauter Kakaofrüchte.

Dr. Carsten Bernoth, BDSI-Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V; Foto: Presse

Wichtigste Zutat für diese Prise Seelenglück ist Kakao, beziehungsweise die Kakaobohne, die vermahlen wird und als Hauptbestand-teil der Schokolade für deren unwiderstehlichen Geschmack verantwortlich ist.

Meter hohen Kakaobäume feuchtes und warmes Regenwaldklima. In Mittel- und Südamerika, Westafrika und Südostasien entwickeln sich innerhalb mehrerer Monategroße Kakaofrüchte, deren feste Schale die jeweils 25 bis 40 darin heranwachsenden Kakaobohnen bestens schützt – während gleichzeitig zig Blüten am Stamm blühen. Ein einzigartiger Anblick! Hier liegt der Ursprung unseres Genusses.

„Im Gegensatz zu vielen Obstsorten wird die Kakaofrucht reif geerntet“, sagt Dr. Carsten Bernoth, BDSI-Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V.. „Die Farbe der reifen Kakaofrüchte hängt dabei stark von der Sorte ab und variiert von grün bis violett.“ Die Samen werden einer Fermentationsgärung unterzogen und getrocknet und durch diesen Veredelungsprozess zu Kakaobohnen. Um die Qualität der Kakaosamen zu analysieren, macht man in Stichproben den Cut-Test und halbiert sie. In einer Tafel Schokolade stecken etwa 50 Bohnen. 

Nachdem die Anbau- und Erntebedingungen der Kakaobohne vor Jahren noch weltweit in scharfer Kritik standen, haben verschiedene Initiativen, Verbände und auch Einzelunternehmen enorme Anstrengungen unternommen, um die etwa viereinhalb Millionen Kleinbauern, die vom Kakaoanbau leben, auf dem Weg zu sicheren Arbeitsbedingungen, fairer Bezahlung und Wissen im Um-gang mit Düngung, Ernte und Pflanzengesundheit zu unterstützen. Welche Vorgaben gibt es hierzu von deutscher oder europäischer Seite? 

„Die ILO-Konventionen für die Arbeitsbedingungen gelten auch in den jeweiligen Anbauländern. Sie sind auch Bestandteil der Standards und Zertifizierungen, die die Branche einsetzt“, so Dr. Bernoth. „Sämtliche Initiativen versuchen dabei, stärker auf die bäuerlichen Strukturen einzuwirken. Ihr wichtigstes Instrument sind so genannte Kinderbeobachtungs- und Monitoring-Systeme, bei denen die ganze Dorfgemeinschaft mit einbezogen wird. Bauern werden hierbei aufgeklärt und die Ursachen für eventuelle Kinderarbeit untersucht und abgeschafft.“ An der Elfenbeinküste und Ghana, zusammen mit Nigeria den wichtigsten Anbaugebieten für den deutschen Markt, gehen mittlerweile mehr als 90 Prozent der Kinder zumindest vier Jahre lang zur Schule.

Wurden im Jahr 2011 in Deutschland erst drei Prozent aller Schokoprodukte mit zertifiziert nachhaltig angebautem Kakao verkauft, so liegt ihr Anteil heute bei 72 Prozent – ein überragender Wert. „Unser Ziel ist erstens der weitere Ausbau nach-haltig angebauter Kakaofrüchte“, so Dr. Bernoth. „Und zweitens, dass die Menschen Schokolade weiterhin als Element des Genusses sehen.“ Denn auch wenn vieles, was wir lieben, momentan nicht möglich ist – Schokolade hilft. Nicht nur uns, sondern Millionen Menschen.

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Journalist

Katja Deutsch

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