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Lina Behrens, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. UNTERNEHMERTUM

„Gründerinnen zu stärken ist kein Selbstzweck.“

Lina Behrens über Investitionen in die weibliche Gründerszene.

Es braucht mehr Investorinnen und eine Sensibilisierung in der Branche für unbewusste Voreingenommenheit.

„Wir wollen Gründerinnen und Unternehmerinnen stärken.“ Dies ist ein Satz, den Lina Behrens, geschäfts-führendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V., schon oft gehört hat. Doch die Zahlen stimmen nicht gerade optimistisch. Mit nur knapp 16 % ist der Anteil der Gründerinnen in Deutschland dramatisch gering.  Erschreckend: Der Wert ist seit 2013 (13 %) kaum angestiegen. Grund dafür sind laut Lina Behrens drei Barrieren: Benachteiligung bei der Finanzierung – nur 2 % der Venture Capital Investitionen in Deutschland gehen an Gründerinnen, fehlende Zugänge zu Netzwerken und festgefahrene Rollenbilder. 

„Durch die Manifestierung dieser Barrieren verschenken wir das Potenzial eines großen Teils unserer Bevölkerung, um Innovation aktiv voranzutreiben. Dies ist nicht nur ein gesellschaftliches, sondern ein ökonomisches Problem“, ist Lina Behrens überzeugt. Zudem würden zahlreiche Studien zeigen, dass von Frauen geführte Start-ups eine höhere Rendite erwirtschaften. Gründerinnen zu stärken sei daher kein Selbstzweck, sondern folge wirtschaftlicher Vernunft und Notwendigkeit: „Um dies zu erreichen, benötigen wir mehr Diversität in der Investorenlandschaft, eine breitere Sichtbarkeit für Gründerinnen in der Gesellschaft sowie ein Umdenken unserer Rollenbilder.“

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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