European Media Partner
Sowohl organisatorisch als auch finanziell können Menschen vorsorgen, um ihren Hinterbliebenen nach ihrem eigenen Tod Sorgen abzunehmen. FAMILIE & VORSORGE

Die letzte Reise richtig vorbereiten

Eine durchschnittliche

Bestattung kostet

laut Statista rund

13.000 Euro.

Sterben in Deutschland ist teuer geworden. Eine durchschnittliche Bestattung kostet laut Statista rund 13.000 Euro. Da sind die Friedhofsgebühren, die Leistungen der Bestatter, der Grabstein, Urne, Sarg und so weiter drin enthalten. Je aufwendiger die Beerdigung umso teurer wird es. Eine finanzielle Last, die dann den Angehörigen, neben dem Verlust des geliebten Menschen, bleibt. Deswegen ergibt es Sinn, sich schon zu Lebzeiten für die letzte Reise zu rüsten. Gibt es zum Beispiel ein Testament, das einen möglichen Nachlass vernünftig regelt? Welche Art von Bestattung soll es werden? Feuer- oder Erdbestattung, Besetzung der Urne im Friedwald oder auf der Ostsee? Wer alles diese Fragen im Vorfeld klärt, entlastet seine Angehörigen und vermeidet eventuelle Konflikte. Viele Bestatter bieten schon vorab einen optimalen Beratungsservice an. Hier kann auch schon eine Bestattungsverfügung gemacht werden. Das ist eine zu Lebzeiten gemachte Erklärung wie mit der Leiche nach dem Tod zu verfahren ist. Nach juristischen Gesichtspunkten handelt es sich dabei um eine Willenserklärung. Die kann unter der Mitwirkung eines Notars, einer Kirchengemeinde oder auch durch die Beratung eines Bestatters erstellt werden. Auch im Internet finden sich dafür Formulare und Vordrucke. So eine Willenserklärung sollte ohne äußeren Druck entstehen. Handschriftlich verfasst gilt dabei als nachgewiesen. Ausgefüllte Formulare sollten zur Sicherheit durch einen Notar, einen Arzt oder Bestatter bezeugt werden. So vermindert man im Todesfall eine zusätzliche seelische Belastung der Angehörigen. Auch finanziell kann vorgesorgt werden. Zum Beispiel durch die Einzahlung einer Summe auf ein Treuhandkonto das zweckgebunden für die Kosten der Bestattung gedacht ist. Hier können die Wünsche für die Bestattung formuliert werden so dass der Bestatter nach den Wünschen des Vorsorgenden handeln muss. Wer keine Summe sich auf einmal leisten kann sollte eine Sterbegeldversicherung abschließen. Sie wird nur zweckgebunden nach dem Tod ausgezahlt und ist mit einer geringen Rate nicht zu teuer. Im Internet finden sich zahlreiche Anbieter von Sterbegeldversicherungen aber auch die Bestatter helfen hier gerne mit Rat und Tat. Ganz neu zur Vorsorge gehört heut auch über das digitale Ableben nachzudenken. Wer will schon, dass nach dem Tode der Facebook-Account weiter aktiv ist oder immer noch Mails beim Provider eingehen. Hier lohnt es sich alle Passwörter und Zugangsdaten zu den sozialen Netzwerken auf einem USB-Stick zu sichern. Das gilt auch für das Onlinebanking, das PayPal-Konto und viele andere Online- Dienste, die wir heute so gerne und schnell nutzen. Gerade mal 13 Prozent der Deutschen haben sich zu Lebzeiten um ihren digitalen Nachlass gekümmert, so eine Studie des Branchenverbandes Bitkom aus dem letzten Jahr. Damit die Freunde und Familie nicht während der Trauerzeit im Internet auf Spurensuche gehen müssen, sollten Internetnutzer also eine Übersicht ihres digitalen Lebens erstellen und an einen Vertrauten oder Testamentsvollstrecker weitergeben.

Fakten

Im letzten Jahr starben laut dem Statistikamt 4,9 Prozent mehr Menschen als 2019. Vier von 100 Todesfällen gingen direkt auf das Corona-Virus zurück. Die häufigsten Todesursachen aber waren Herzund Kreislauferkrankungen. Insgesamt starben im Jahr 2020 985.572 Menschen in Deutschland (Statistisches Bundesamt Destatis)

Teile diesen Artikel

Journalist

Jörg Wernien

Weitere Artikel