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Eric Hegmann FAMILIE & VORSORGE

Das Geheimnis glücklicher Beziehungen

Der Hamburger Beziehungsexperte Eric Hegmann verrät die Sollbruchstellen heutiger Partnerschaften – und wie diese erfolgreich umschifft werden können.

 

Liebe ist kein Solo, sondern ein Duett.    

In Deutschland wird heutzutage jede dritte Ehe geschieden. Da drängt sich die Frage nach den Sollbruchstellen heutiger Beziehungen auf. Eric Hegmann, Paarberater, Single-Coach und Autor, fallen da gleich mehrere ein: „Aus der Praxis sage ich Distanz – darunter fallen ganz viele typische Trennungsgründe, wie das Gefühl, nicht geliebt zu werden, eine Affäre, zu wenig Gemeinsamkeiten.“ Kaum vorzustellen in der ersten Phase der Verliebtheit, in der man sich nicht nahe genug sein kann. Die hält allerdings nur drei bis 18 Monate an, das ist wissenschaftlich bewiesen.

Schon bald danach taucht bei vielen Paaren ein „Nähe-Distanz-Problem“ auf. In den Augen Hegmanns ist dies über kurz oder lang ein unausweichliches Dilemma in fast jeder Liebesbeziehung: „Kaum zwei Partner haben genau dasselbe Nähe-Distanz-Bedürfnis. Dies führt nahezu immer zu einer Forderungs-Rückzugs-Dynamik. Wenn das extrem unterschiedlich ausgeprägt ist, dann wird die Beziehung keinen Bestand haben.“ Glücklicherweise könnten die Partner lernen, damit umzugehen, wie mit anderen Unterschieden auch, schiebt der Experte hinterher.

Immerhin ein kleiner Trost. Aber vielleicht sind Männer und Frauen in ihren Bedürfnissen einfach zu verschieden? „Nein“, wiegelt Hegmann resolut ab. „Aber immer, wenn zwei Menschen zusammenleben, kommt es zu unterschiedlichen Bedürfnissen und Wünschen, die aufeinander treffen. Viele Paare hoffen, Liebe würde diese Konflikte schon lösen, aber es hat eben nichts mit Liebe oder Ablehnung zu tun, wenn der Partner andere Interessen hat, sondern mit ganz normalen menschlichen Unterschieden. Die muss man aushalten und den Respekt vor der Andersartigkeit des Partners bewahren lernen.“

Leichter gesagt als getan. Denn in der Regel führen Meinungsverschiedenheiten in den meisten Beziehungen irgendwann zu Konflikten. Diese lösen Paare aber nicht auf, indem sie versuchen, sich argumentativ gegenseitig zu überzeugen. „Selten geht es um Recht haben, meist geht es um Gefühle“, weiß der Experte. Und rät deshalb: „Auch bei einem Streit sollte die emotionale Nähe bewahrt werden. Zwei Drittel aller Paarkonflikte sind nicht durch einen Kompromiss lösbar, der beide gleichermaßen befriedigt zurücklässt. Die Kunst ist, das zulassen zu können und sich dennoch verstanden und geliebt zu fühlen.“ Sich verstanden und geborgen zu fühlen, wird auch durch eine positive, zugewandte Kommunikation gefördert. Solange auf diese Weise kommuniziert wird, geht es der Beziehung gut. Ist die Kommunikation abgewandt, scheitert sie statistisch zu 90 Prozent.

Auch Sex ist übrigens Kommunikation, die für Bindung sorgt. „Fällt diese Art der Kommunikation weg, sollte ein Paar Nähe anders ausgleichen können“, rät Hegmann. Womit nicht gemeint ist, das Sexualleben auszulagern. Was allerdings weit über die Hälfte der Deutschen bereits mindestens einmal getan haben. Übrigens ist das keine Frage des Geschlechts, sondern des Typs. „Ich kann nur empfehlen, sich immer wieder über sexuelle Wünsche und Fantasien auszutauschen, damit die Partner diese auch gemeinsam ausleben können“, rät der Beziehungsexperte. Um „eingeschlafene“ Beziehungen wieder zu beleben, empfiehlt Hegmann gemeinsame Aktivitäten mit einer Mischung aus Neuem und Bewährtem. Denn Liebe ist kein Solo, sondern ein Duett.

Fakten

Unter eric-hegmann.de bietet der Coach und vielzitierte Ratgeber-Autor diverse Kurse und Persönlichkeitstests, um erfolglose Strategien und Muster in Partnerschaft oder -suche zu erkennen und zu verändern.    

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Journalist

Kirsten Schwieger

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