European Media Partner
Die häufigste Krebserkrankung, die bei Frauen auftritt, ist Brustkrebs. HEALTHCARE

Eine Alternative zur plastischen OP

Äußere Brustprothesen sorgen für eine schöne Silhouette, eine gesunde Haltung und ein positives Körperbewusstsein. 

Äußere Prothesen sind nicht nur ein optischer Ausgleich für die verlorene Brust, sie sind auch aus medizinischer Sicht wichtig und sinnvoll.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Aufgrund der medizinischen Entwicklung wird die betroffene Brust immer seltener komplett entfernt. Die Entscheidung für oder gegen den Wiederaufbau der Brust ist und bleibt eine persönliche Entscheidung. Um verlorengegangenes Volumen, Form und Symmetrie wiederherzustellen, stehen Brustkrebspatientinnen drei operative Verfahren zur Verfügung: Die Rekonstruktion mit Silikonimplantaten, die Rekonstruktion mit körpereigenen Gewebelappen und die Rekonstruktion mit körpereigenem Fettgewebe. Eine Kombination der Techniken ist ebenfalls möglich. Doch es gibt auch Frauen, die sich statt eines plastischrekonstruktiven Eingriffs für eine äußerliche Brustprothese entscheiden. Die Prothesen bestehen zumeist aus weichem, hautverträglichem Silikon, das in Gewicht und Schwingungsverhalten dem Körpergewebe ähnelt. Äußerliche Brustprothesen gibt es vielen Größen, Farben und Formen. Erhältlich sind mittlerweile auch Prothesen, die durch eine integrierte Luftkammer-Technologie an die eigene Silhouette angepasst werden können. 

Äußere Prothesen sind nicht nur ein optischer Ausgleich für die verlorene Brust, sie sind auch aus medizinischer Sicht wichtig und sinnvoll. Denn durch die Amputation gerät die Statik des Körpers oft aus der Balance. Das kann zu Rücken-, Schulter- und Nackenbeschwerden führen. Das Tragen einer Prothese stellt durch den Gewichtsausgleich die gleichmäßige Belastung beider Schultern wieder her und kann somit Folgeschäden verhindern und das Körpergefühl verbessern. 

Die Prothesen werden in die eingearbeiteten Taschen spezieller BHs gelegt, so dass zwischen der operierten Seite und der gesunden Brust optisch kein Unterschied mehr besteht. Gute Prothesen-BHs verfügen über besondere Eigenschaften, die einen hohen Tragekomfort und mehr Sicherheit als herkömmliche BHs bieten, zum Beispiel bei vornübergebeugter Haltung. Und sie sorgen für eine natürliche Körpersilhouette. Modelle mit extrabreiten Trägern helfen Frauen, die unter Schulter- oder Nackenverspannungen leiden oder ein Lymphödem haben. Moderne Spezial-BHs punkten ferner mit tollen Schnitten, Mustern und Stickereien.

Erhältlich sind auch selbsthaftende Silikonprothesen, die sich meistens natürlicher anfühlen als normale Prothesen. Sie bleiben bei Bewegung und Sport „am Platz“. Selbsthaftende Silikonprothesen sollten allerdings erst getragen werden, wenn die Operationsnarbe vollständig abgeheilt ist und Folgebehandlungen wie Strahlen- oder Chemotherapie abgeschlossen sind. Für Frauen, die unter Lymphödem leiden, können selbsthaften-de Prothesen die Schulter entlasten. Dies kann den Lymphfluss begünstigen. Ob Frauen selbsthaftende oder herkömmliche Prothesen verwenden, ist ansonsten reine Geschmackssache. In Anbetracht der Tatsache, dass der Sommer nicht mehr weit ist, soll nicht unerwähnt bleiben, dass das Angebot an modischen Badeanzügen, Bikinis und Tankinis mit Prothesentaschen stetig zu-nimmt. Ausgelassenen Strandtagen mit Stil steht somit nichts mehr im Weg! 

Teile diesen Artikel

Journalist

Chan Sidki-Lundius

Weitere Artikel