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Das Car-Office erobert die Arbeitswelt

Schon jetzt entwickelt sich das Auto immer mehr zu einem rollenden Büro. Wenn es erst einmal selbstständig fährt, sind die Möglichkeiten unbegrenzt.

Die digitale Entwicklung wird in naher Zukunft noch einen großen Schub für das Car-Office bringen.

Dass sich die Arbeitszeiten immer stärker flexibilisieren und viele Menschen ganz oder teilweise zu Hause arbeiten, ist bekannt. Doch seit einiger Zeit heißt das Motto auch immer öfter Car-Office statt Home-Office. Zeit ist Geld, warum sollte also beispielsweise ein Reisender die Zeit, die er unterwegs ist, nicht auch sinnvoll nutzen? Telefonieren via Freisprechanlage und Internetverbindung an Bord ist längst Alltag. Aber es geht noch viel mehr – Autos lassen sich heute bereits in rollende Büros umwandeln. So kann man beispielsweise während einer Pause an der Raststätte den gerade vereinbarten Vertragsabschluss im Auto fertigmachen und an den Kunden schicken – bevor sich dieser die Sache vielleicht bis zum nächsten Tag noch einmal anders überlegt.

Autobauer wie VW, Mercedes oder BMW bieten bereits Vans an, die die Büroarbeit im Auto erleichtern. Allerdings handelt es sich dabei um eine Standardausrüstung wie drehbare Sitze und einen Tisch, der zum Arbeiten oder sogar als kleiner Konferenztisch genutzt werden kann. Wer tatsächlich eine Art rollendes Büro möchte, kann sich an einen Umrüster wenden. Der kann nach individuellen Vorstellungen nahezu alles einbauen, was das Herz des Auftraggebers begehrt – vom Drucker über einen Scanner bis hin zum Kopierer. Für den notwendigen Strom sorgt eine eigene Batterie.

Aber auch normale Dienstwagen lassen sich zunehmend als kleines Büro für unterwegs nutzen. Wichtig sind dabei zwei Dinge: Während der Fahrt muss sich der Fahrer auf den Verkehr konzentrieren. Und alle Geräte müssen einen festen Halt haben. Neben verschiedenen einzelnen Gadgets wie Laptop-Halter gibt es auf dem Markt inzwischen Komplettangebote für die Arbeit an der Raststätte, die auf dem Beifahrersitz installiert werden. So bietet beispielsweise Sortimo einen Auto-Manager an, der auf den ersten Blick aussieht wie eine kleine Kühlbox und sich transportieren lässt wie ein Trolley. Nach dem Aufklappen entpuppt er sich aber als handliche Büro-Ausrüstung. Man findet darin einen auszieh- und drehbaren Laptoptisch, ein großes Innenfach für Akten, Stromanschlüsse oder einen mobilen Drucker.

Die digitale Entwicklung wird in naher Zukunft noch einen großen Schub für das Car-Office bringen. Denn wenn das Auto von einer Künstlichen Intelligenz gelenkt wird, wird der Fahrer zum Passagier und muss sich nicht mehr auf den Verkehr konzentrieren. So kann er die komplette Fahrtzeit nutzen, um sich um berufliche Dinge zu kümmern. Gut möglich, dass das selbstfahrende Auto dann das Home-Office zum Teil ersetzt. Schließlich ist es möglich, dann nahezu von überall seine beruflichen Pflichten zu erledigen, nicht nur von zu Hause. Es ist kaum zweifelhaft, dass die Autobauer schon bald auf diese Entwicklung reagieren werden.

Fakten

Das Auto als rollendes Büro – das ist keine Zukunftsvision mehr. Schon heute können Vans zum kompletten Office umgerüstet werden, und auch für normale Dienstwagen gibt es Angebote, die dem Fahrer die Arbeit von unterwegs ermöglichen. Selbstfahrende Autos werden schon bald das Arbeiten während der Fahrt möglich machen.

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Journalist

Armin Fuhrer

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