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Die Alternative zur Aktie

Immer mehr Deutsche setzen auf Aktien zur Bildung von Vermögen und als Absicherung im Alter. Doch neben dem Handel mit Wertpapieren wird auch der Handel mit den CFD (Kurzdifferenzgeschäfte) immer beliebter.

Hier kann auch bei fallenden Kursen Rendite erzielt werden.    

In Deutschland ist der Sparer vom Aussterben bedroht. Negative Zinsen auf Sparguthaben, kaum Rendite bei den Lebensversicherungen, die Anleger suchen nach neuen Möglichkeiten, um das Vermögen zu vermehren. Wer das Risiko scheut, setzt auf Aktien von großen Unternehmen und hält die Aktien lange im Depot. Trotz gewisser Schwankungen an den Börsen, ist die Aktie auf Dauer eine lohnende Kapitalanlage.

Dabei gibt es inzwischen auch andere Möglichkeiten, unter Umständen, schnell eine hohe Rendite zu erzielen. Immer beliebter werden sogenannte CFDs. Diese „Contracts for Difference“ (ein Kursdifferenzgeschäft) werden immer populärer. Hier kann auch bei fallenden Kursen Rendite erzielt werden. Das Ganze funktioniert wie eine Wette. Der Käufer eines CFD spekuliert auf steigende oder fallende Kurse. Ein weiterer Vorteil – er muss die gewünschte Position nicht komplett bezahlen, sondern nur die so genannte Margin (Sicherheitsleistung) von 20 Prozent. Wer zum Beispiel 5.000 Euro für 100 Aktien im Wert von 50 Euro anlegen möchte, zahlt beim CFD erst einmal nur 20 Prozent, also 1.000 Euro. Die fehlenden 80 Prozent „leiht“ man sich quasi vom Broker. Vorteil: Das Kapital kann effizienter eingesetzt und die verbleibenden 4.000 Euro zum Beispiel auf weitere Aktien verteilt werden, um das Risiko zu streuen. Aus dem geringeren Kapitaleinsatz resultiert ein Hebel von 5:1, der einerseits die Gewinnchancen erhöht, aber auch das Verlustrisiko. Steigt die Aktie jetzt auf 52 Euro (+ 4 %), liegt der Gewinn dank des Hebels bei 20 Prozent in der Relation zum eingesetzten Kapital. Sollte allerdings das Papier vier Prozent Verlust machen, erhöht sich dieser auch auf 20 Prozent.

Bei den CFDs handelt es sich um ein spekulatives Instrument. Sie gehören, wie Optionsscheine und Futures, zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente. Ihre Kurse leiten sich von der Wertentwicklung der Basiswerte ab. Das sind die bekannten Indizes wie der der DAX oder der Dow Jones. Der Erfolg der CFDs in Deutschland beruht auf zwei Säulen. Der Anleger schließt einen Kontrakt mit dem CFD-Anbieter, bei dem schon beim Schließen der Position festgelegt ist, die Differenz zwischen Einstieg- und Ausstiegskurs eines Basiswertes auszugleichen. Der zweite Vorteil ist der Hebel über die Sicherheitsleistung (Margin). Sie wird vom Anleger selbst bestimmt. Experten schätzen, dass 50.000 Deutsche mit den CFDs handeln. Der Handel mit CFDs ist eine sehr risikoaffine Art der Geldanlage. Und noch wichtig zu wissen – CFDs werden nur außerbörslich gehandelt, sie sind also so genannte OTC (Over the counter) Geschäfte. Deswegen können CFDs nur mit speziellen CFD Brokern gehandelt werden. Im Laufe der Zeit haben sich einige Broker darauf spezialisiert, in CFDs zu handeln und Kunden diese Produktpalette anzubieten. Neben den mittlerweile üblichen und kostenlosen Demokonto gibt es auch diverse Tools und Trading Simulatoren, mit denen man das Traden üben und Strategien testen kann. Und auch alle Broker selbst weisen deutlich daraufhin, dass es sich beim CFD Handel sowie den Hebelprodukten um hochspekulative und damit hochriskante Finanzprodukte handelt.

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Journalist

Jörg Wernien

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