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How to become famous online (fast)

Als „Nerd“ in einer internationalen Netflix-Serie: Schauspieler Maximilian Mundt über IT-Sicherheit und spezielle Drehvorbereitungen.

Ich finde es toll, in einer Zeit zu leben, in der wir Informationen an die Leute bringen und in kurzer Zeit viel bewegen können.   

„Erst einmal“, so erzählt Maximilian Mundt, „habe ich alles durchgeguckt, was ich je online gepostet habe oder was über mich im Netz zu finden war. Zum Glück war nichts dabei, was ich nicht hätte zeigen wollen.“ Bevor dem Schauspieler die Hauptrolle in der Netflix-Serie „How to sell drugs online (fast)“ angeboten wurde, war das Thema IT-Sicherheit eigentlich noch keins für ihn. Der Sechs-Teiler, in dem zwei Schüler einen florierenden Internet-Drogenhandel aufbauen und sich online Zugang zu Informationen über Mitschüler verschaffen, hat ihn vorsichtiger werden lassen. „Es ist schon gruselig, wie schnell man Sachen herausfinden kann, die Cousinen und Tanten von jemanden findet und auch noch weiß, was sie so machen.“ Seinen Facebook-Account hat er privat gestellt, auf Instagram zeigt er sich vor allem als Künstler, als Fotograf.

Maximilian Mundt, Schauspieler, Regisseur und dramaturgischer Berater, Foto: Presse

Allzu groß schätzt Mundt das Bewusstsein für einen sensiblen Umgang mit Informationen generell in seiner Generation nicht ein. „Viele denken, wen interessiert es schon, was ich poste? Und bereuen es dann, wenn Leute sich lustig machen und sie zum Gesprächsthema werden.“ Doch er sieht auch die positive Seite der Medaille: „Ich finde es toll, in einer Zeit zu leben, in der wir Informationen an die Leute bringen und in kurzer Zeit viel bewegen können.“ Die Möglichkeit, weltweit mit eigentlich fremden Menschen in Kontakt zu kommen, begeistert den Hamburger. Seine beste Freundin lernte Maximilian Mundt in den Weiten des Netzes kennen. Drei Jahre hätten sie sich geschrieben, bevor sie sich – tatsächlich zufällig – im wirklichen Leben begegnet seien.

Das Thema der IT-Sicherheit mit Humor in einer Serie zu verarbeiten, hält er für wesentlich erfolgversprechender, als es belehrend mit erhobenem Zeigefinger zu vermitteln. „So wird es für viele interessanter und zudem leichter, wirklich zuzuhören.“ Mundt ist begeistert davon, welche Kreise die Serie zieht, die rund um den Globus in 190 Ländern zu sehen ist. „Wir bekommen viel Feedback, zum Beispiel aus Südamerika.“ Die Hauptrolle in einer Netflix-Produktion zu bekommen, war für ihn anfangs „total überfordernd“. „Ich war zunächst gar nicht für diese Rolle gecastet worden und hab dann nochmal nachgefragt, ob sie das wirklich mit mir machen wollen.“ Wollten sie – und noch mehr. Dass der Regisseur ihm Freiraum gelassen und sich auch auf seine Vorschläge zum Beispiel zu bestimmten Einstellungen eingelassen habe, freut den jungen Künstler, der an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste Film studiert.

Um in der internationalen Serie authentisch als programmierender IT-Nerd agieren zu können, trainierte Maximilian Mundt vor allem, je nach Situation glaubhaft zu tippen: „Es gab Programmiertrainings, damit wir lernten, physisch mit den Fingerbewegungen den richtigen Eindruck zu erzeugen und so zu schreiben, wie es beim Programmieren erforderlich ist.“ Das Gleiche galt für das Tippen auf dem Handy, das in der Serie immer wieder gezeigt wird. Zur Übung habe er „viele, viele Texte geschrieben“, sagt der 23-Jährige, bis sich ein „Automatismus der Daumenbewegung“ eingestellt habe.

Im Herbst wird es nun in die nächste Runde gehen: Sechs weitere Folgen von „How to sell drugs online (fast)“ sollen ab dem Frühjahr 2020 verfügbar sein.

Fakten

Maximilian Mundt hat seit 2013 in verschiedenen Serien und Filmen mitgewirkt und mehrere Kurzfilme als Kameramann und Regisseur realisiert. Er spielt in der Jugendperformance-Gruppe des Thalia Theaters und ist dort zudem dramaturgischer Berater.

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Journalist

Ulrike Christoforidis

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