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Digitale Docs und Pfleger

 Wie Künstliche Intelligenz und Roboter den Fachkräftemangel in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen und Reha-Einrichtungen entschärfen können.

Am spektakulärsten ist wohl der Einsatz computergestützter Robotertechnik im Operationssaal.    

Bereits vor Jahren prognostizierte der Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers Deutschland für das Jahr 2030 einen Mangel von über 100.000 Ärzten und über 450.000 Pflegekräften. Der Fortschrittsbericht 2017 des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) attestierte dann auch fast allen Bundesländern einen be- oder anstehenden Ärztemangel und schlug zudem Alarm für die Bereiche Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst sowie Geburtshilfe.

Die Digitalisierung kann den Fachkräftemangel in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen und Reha-Einrichtungen entschärfen. So entlasten robotergestützte Assistenzsysteme und Künstliche Intelligenz (KI) bereits heute Ärzte und Pflegekräfte. Die Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien sind vielfältig – etwa bei Operationen, in der Diagnostik, in der Krankenpflege sowie für administrative Tätigkeiten.

Am spektakulärsten ist wohl der Einsatz computergestützter Robotertechnik im Operationssaal. Ein viel zitiertes Beispiel ist der Da-Vinci-OP-Roboter, welcher mit drei Roboterarmen urologische und gynäkologische Operationen durchführt, während ein Chirurg ihn via Kontrollkonsole und 3D-Monitor steuert. Heute werden viele minimalinvasive OPs mit Hilfe von Robotik durchgeführt, bevorzugte Einsatzbereiche sind Magen- und Darmeingriffe sowie die Operation von Leistenbrüchen. Doch auch klassische OP-Techniken bei der Turmorentfernung oder rekonstruierenden Chirurgie werden Dank Robotertechnik zunehmend mit minimal-invasiven Verfahren möglich.

Auch in der Diagnostik wirken KI und Serviceroboter dem Fachkräftemangel entgegen, indem sie Entscheidungshilfen bei Früh- und Risikoerkennung bieten. So liefert beispielsweise die maschinengestützte Bilddatenanalyse von Fotos zu Hautveränderungen oder Aufnahmen von Computer- und Magnetresonanztomografen derzeit am laufenden Band Erfolgsmeldungen. Auch die Auswertung von Röntgenbildern oder endoskopischer Videoaufnahmen von Darmspiegelungen mittels KI erstellt bereits in vielen Fällen treffendere Diagnosen als die von Menschenauge – und dazu in viel kürzerer Zeit. Die Kombination dieser Analysen mit Laborwerten oder genetischen Veranlagungen wird Ärzten zukünftig noch konkretere Therapieempfehlungen liefern und sie zeitlich weiter entlasten.

Auch das Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen wird bereits heute durch Roboter entlastet. Diese transportieren Essen, Wäsche, Akten und Blutkonserven, messen Fieber, stellen Tablettenschachteln zusammen oder desinfizieren Equipment. IT-gestützte Health-Managementsysteme minimieren den Dokumentationsaufwand. Therapieroboter füllen eine Versorgungslücke in der Rehabilitation, indem sie Patienten beim Neuerlernen von Bewegungsabläufen unterstützen. Und wer weiß, vielleicht substituieren Pflegeroboter ja demnächst auch menschliche Nähe?

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Journalist

Kirsten Schwieger

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