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Dahin geht die Reise

Sharing-Konzepte, innovative Kommunikationstechniken, Nachhaltigkeit und Balance sind die heißen Trends der Geschäftsreisen- und Veranstaltungsbranche.

Über 187 Millionen Geschäftsreisen von Unternehmen in Deutschland mit einem Volumen von 52,5 Milliarden Euro verzeichnete das Statistikportal Statista für das Jahr 2017. Der Großteil davon entfällt auf Inlandsreisen. Die Top 3 der angesagtesten Reiseziele im Ausland belegen laut Geschäftsreiseverband (VDR) die USA, China und Großbritannien. Auch die gesamte MICE-Branche (Meeting, Incentive, Convention, Event) verzeichnet weiter ein stetiges Wachstum. So zählte Statista für 2017 satte 2,97 Millionen Veranstaltungen in Deutschland mit rund 405 Millionen Teilnehmern aus dem In- und Ausland. 

Die großen Trends für Geschäftsreisen 4.0 im Zuge der Digitalisierung lauten Vereinfachung und Flexibilität. Das nahtlose, prozessumfassende Reisen von Tür zu Tür, automatisiert organisiert von nur einem Tool, zeigt an, wohin die Reise gehen wird. Kombinierte Mobilitätsangebote, beispielsweise durch die Integration von Fahrdiensten oder Carsharing in ganzheitliche Systeme, weisen den Weg dorthin. So liegt Nachhaltigkeit für Geschäftsreisende weiter im Trend. Laut DRV erlaubt die Hälfte der Unternehmen die Buchung von car2go, DriveNow & Co. Auch die Einbeziehung von Fahrrädern oder dem öffentlichen Nahverkehr, die Präferenz von Zug- vor Flugreisen oder die Auswahl von umweltfreundlichen Hotels zahlen auf diesen Trend ein.

Die Nutzung von Übernachtungsangeboten der Sharing Economy lehnt dagegen laut DRV die Mehrheit der deutschen Unternehmen ab. Dafür erleben Sharing-Konzepte im Eventbereich wie die Vermittlung origineller Locations derzeit Aufwind.

Doch nicht nur die Umwelt, auch der Geschäftsreisende selbst steht heutzutage im Mittelpunkt des Prozesses. Neben digitalen Services, die das Reisen erleichtern, zeichnet sich ein weiterer Trend ab: „Bleisure“ (Business plus Leisure, sprich Freizeit) nennen Experten die Kombination von dienstlicher Reise mit privatem Urlaub. Während dies vor einigen Jahren noch als anrüchig galt, stehen Arbeitgeber dieser Entwicklung mittlerweile deutlich positiver gegenüber. Laut einer Umfrage des Reisemanagement-Anbieters SAP Concur hat jeder Dritte dies bereits einmal getan. Knapp die Hälfte würde gern, jeder Dritte allerdings nur mit privater Begleitung.

Wer nicht die Koffer packen kann oder will, frönt vermehrt virtuellen Meetings. Neue Technologien wie Virtual und Augmented Reality peppen herkömmliche Telefon- oder Videokonferenzen auf. Doch komplett in den virtuellen Raum werden sich MICE-Veranstaltungen wohl nicht verlagern. Virtuelle Tagungen und Seminare werden oftmals als Ergänzung zu Präsenzveranstaltungen eingesetzt. Und die können sich heutzutage auch sehen lassen. Originelle Locations und partizipative Veranstaltungsformate wie Barcamp, Slam oder Pecha Kucha verwandeln langweilige Tagungen in interaktive, erlebnisorientierte Events. Werden Gastredner heute noch via Livestreaming dazu geschaltet, werden in naher Zukunft wahrscheinlich schon Hologramme ihr Fachwissen mit den Kongressteilnehmern teilen, die dann via Smartphone Fragen stellen können. Und natürlich integrieren zukunftsweisende Events über alle Planungsphasen hinweg umweltfreundliche Konzepte, die weit über regionales Catering und Zero Waste hinausgehen. 

Fakten

Verband Deutsches Reisemanagement (VDR): Größtes Netzwerk für Mobilitätsmanagement.

Deutscher Reiseverband (DRV): Repräsentiert die Reisewirtschaft in Deutschland.

Verband der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO): Größter Branchenverband der MICE-Branche.

German Convention Bureau (GCB): Deutscher Dachverband der MICE-Branche.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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