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Elbstoebern mit Jenny Feldmann

Mit über 100.000 Followern auf Instagram ist Jenny Feldmann (bekannt als «elbgestoeber») eine Instanz für alle Interieurbegeisterten.

Ich freue mich jeden Tag darüber Menschen zu inspirieren.    

Was sagt eine individuelle Einrichtung eigentlich über einen Menschen aus?

Jenny Feldmann: Ich glaube sehr viel. Ich bin sogar der Meinung, dass es mehr über einen Menschen aussagt, als der Modestil. Das Zuhause eines Menschen ist immer seine Basis. Diese ist grundsätzlich nicht so austauschbar, wie wenn man sich morgens entscheidet, ob man einen blauen oder pinken Pullover anzieht. Entsprechend kann man am Einrichtungsstil ganz viel über den Menschen erfahren: Welche Dinge sind einem Menschen wichtig, worauf legt er besonders wert oder eben auch nicht. Ich denke, da kann man viel drin lesen.

Sie haben ja ein ziemlich klar definiertes Spektrum auf Ihrem Blog und bei Instagram. Ist das erweiterbar?

Weiterentwicklung ist immer ein Bestandteil kreativer Prozesse. Ich glaube, auch wenn es niemand direkt sagen würde, dass das auch von einem erwartet wird. Es wäre ja auch langweilig, wenn ich in drei Jahren immer noch das Gleiche zeige. Das Leben ist ein Prozess und so auch das Thema Einrichtung. In Zukunft möchte ich sogar vermehrt in anderen Wohnungen gestalten und räumen.


Welche Besonderheiten hat die Sprache auf Instagram und wie lange brauchten Sie, diese zu entwickeln?

Ich schreibe seit 2014 als elbgestoeber und es ist für mich mittlerweile Normalität, meine Gedanken und Konzepte dort zu formulieren. Kurz und prägnant sollte es immer sein, aber dennoch mit Inhalt, der Bedeutung hat. Ein bisschen ist es so, als ob ich mit Bekannten oder Freunden spreche.

Über welche Kommentare zu Ihren Beiträgen haben Sie sich mal besonders geärgert?

Instagram ist insgesamt eine sehr freundliche Plattform. Natürlich gibt es Menschen, die nicht wirklich überlegt kommentieren. Ich bin aber immer bereit, dann auch in die Diskussion einzusteigen. Mir ist halt wichtig, dass die Leute immer im Bewusstein behalten, dass da ein Mensch hinter den Beiträgen steht, der sich etwas dabei gedacht hat.

Welches waren Ihre meistgelesenen Texte auf Instagram und im Blog?

Umräumaktionen und Makeover von Räumen – sei es mit Farbe oder neuen Möbeln. Tatsächlich sind es aber auch immer die persönlichen Geschichten, die viele Interaktionen hervorrufen. Als meine Mutter gestorben ist, war das eine sehr intensive Zeit, in der mich die Leute stark begleitet haben und ich das Medium als Ventil genutzt habe.

Sie machen neben dem Blog und Instagram ja noch etwas anderes... 

Ich agiere tatsächlich noch als Interieurberaterin für Privatpersonen und berate Firmen bei Social-Media-Themen, vor allem mit dem Fokus Influencermarketing, weil ich ursprünglich aus dem Bereich Marketing komme und somit beide Seiten sehr gut kenne.

Welches Entwicklungspotenzial sehen Sie eigentlich im Bereich smartes Wohnen?

Enormes Potenzial. Aktuell schreckt es viele Menschen noch ab. Dabei kann es das Leben stark vereinfachen, dabei Energie und Kosten sparen. Ich nutze bereits relativ viel smarte Gadgets in meinem Altbau und rüste immer weiter nach.

Fakten

Die auf St. Pauli lebende Hamburgerin Jenny Feldmann hat einen Interieurblog als Basis für Social Media Marketing geschaffen, betreibt Einrichtungsberatung und erstellt Online-Vermarktungskonzepte. An der Einrichtung ihrer eigenen Wohnung lässt sie eine riesige Community teilhaben. www.elbgestoeber.de

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Journalist

Helmut Peters

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