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Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. WELLBEING

Ergonomie im Büro – dem Rücken zuliebe

Langes Sitzen hat oftmals hartnäckige Verspannungen, Rückenschmerzen oder sogar Schäden an der Wirbelsäule zur Folge. Doch das muss nicht sein.

Eine bewährte Faustformel für einen gesunden Arbeitstag im Büro lautet: 50 Prozent sitzen, 25 Prozent Bewegung und 25 Prozent stehen.

Stress, mangelnde Bewegung, Übergewicht – die Liste möglicher Auslöser für Rückenschmerzen ist lang. Auch langes monotones Sitzen im Büro gehört dazu. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland täglich rund 17 Millionen Menschen im Büro Platz nehmen, gilt es umso mehr, die Muskeln zu stärken und sich so viel wie möglich zu bewegen. Dazu bieten sich im Büro Dehnübungen für den Schulter- und Nackenbereich an. Bei langem Sitzen im Büro ist es außerdem wichtig, auf eine aufrecht-dynamische Körperhaltung zu achten und Arbeitsplätze und -abläufe so zu gestalten, dass sie so viel Bewegung wie möglich zulassen.

Um das Büro rückengerechter zu gestalten, sind ergonomische Sitzmöbel, höhenverstellbare Schreibtische und Stehpulte ideal. Besonders rückenfreundlich sind sogenannte Aktiv-Bürostühle, die durch ihre hochflexible Bauweise Bewegungsanreize schaffen: „Ihre gedämpften, mehrdimensional beweglichen Sitze und Sitzflächen durchbrechen die giftige Sitzstarre“, weiß Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. Um mit dem AGR-Gütesiegel als besonders rückengerecht ausgezeichnet zu werden, sind für Aktiv-Bürostühle ausgeklügelte Konzepte gefragt. Kernelement sind normalerweise unabhängig voneinander bewegliche, mit der Rückenlehne gekoppelte Sitzhälften, die bewirken, dass selbst kleinste Gewichtsverlagerungen auf den Bürostuhl übertragen und in Haltungswechsel übersetzt werden. So entstehen immer wieder neue Bewegungsanreize, die für ein ausbalanciertes, dynamisches Sitzverhalten sorgen. Individuelle Verstellmöglichkeiten gewährleisten, dass sich die Büromöbel auf verschiedene Nutzer anpassen lassen.

Eine bewährte Faustformel für einen gesunden Arbeitstag im Büro lautet: 50 Prozent sitzen, 25 Prozent Bewegung und 25 Prozent stehen. Letzteres ermöglichen höhenverstellbare Schreibtische, die per Gasfeder oder motorisch nach oben und unten gefahren werden können. Angestellte können somit eine Zeit lang aufstehen, ohne ihre Arbeit unterbrechen zu müssen. Das beugt einseitigen Belastungen und Fehlhaltungen vor. Höhenverstellbare Schreibtische gibt es inzwischen viele. Beim Kauf gilt es, auf Details wie beispielsweise die Einstellbereiche, Beinfreiheit oder Verstellgeschwindigkeit zu schauen. Weitere Bewegungsanreize im Stehen liefern spezielle Bodenmatten und flexible Aktivierungsboards.

„Eine der Grundvoraussetzungen für gesundes, rückengerechtes Arbeiten ist auch optimales Licht“, so Detlef Detjen weiter. Einen Mangel an Helligkeit gleichen viele Beschäftigte dadurch aus, dass sie sich näher an ihr Schrift- oder Werkstück beugen. Dadurch entstehen Zwangshaltungen und es besteht die Gefahr von schmerzhaften Verspannungen. Zertifizierte Arbeitsplatzleuchten erzeugen ein homogenes, großflächiges und je nach Situation dimmbares Licht. Spezielle Reflektoren ermöglichen ein blendfreies Arbeiten, durch bedienerfreundliche Gelenke lassen sich die Leuchten leicht an jeden Arbeitsplatz anpassen.

Fakten

So schonen Sie Ihren Rücken bei der Arbeit im Haushalt

• Bügeln, Putzen, Wäscheaufhängen –  Utensilien in Griffhöhe platzieren
• Staubsauger mit Rollen oder  ergonomischen Akkusauger wählen
• Stiele von Arbeitsgeräten (z.B. Besen)  sollten bis unters Kinn reichen
• In aufrechter Haltung und mit geradem  Rücken arbeiten
• Große Lasten auf beide Hände verteilen und körpernah transportieren 
• Häufig genutzte Gegenstände in Knie- und Augenhöhe unterbringen (z. b. Backofen und Mikrowelle)
• Erhöhte Spülen sind rückenfreundlich

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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