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Expertenmeinungen zu Sicherheit im smarten Zuhause

Bernd Grohmann, Vorstand der eQ-3 AG; Foto: Presse

Sicheres und effizientes Smart Home

Durch die Corona-Pandemie ist unser Zuhause ins Zentrum unseres Lebens gerückt. Urlaube mussten ausfallen, wir arbeiten und unsere Kinder lernen Zuhause. Wenig verwunderlich ist es also, dass die Digitalisierung präsenter ist als je zuvor und dabei geht es nicht nur um Netflix und Skype. Der Trend zum Cocooning hat sich deutlich beschleunigt und die eigenen vier Wände nicht nur digitaler, sondern auch smarter gestaltet. Derzeit erleben wir eine Transformation des analogen Zuhauses in ein digitales Smart Home – nicht nur im Neubau. Der Wunsch nach mehr Komfort, Effizienz und Sicherheit hat die Nachfrage nach Smart-Ho-me-Produkten steigen lassen. Viele Vorbehalte und Bedenken gegen-über Smart Home gehören zunehmend der Vergangenheit an. Dies bestätigt unsere Arbeit der letzten Jahre. Hohe Ansprüche an Einfachheit, Flexibilität, Zuverlässigkeit, Bezahlbarkeit, die Aussicht auf eine langfristige Verfügbarkeit sowie Datenschutz und Sicherheit können wir ohne Einschränkung bedienen. Kunden möchten den Komfort smarter Technik genießen können, ohne Abstriche im Bereich Sicherheit machen zu müssen. Wertvolle Orientierung bieten hier Zertifizierungen unabhängiger Prüflabore wie dem VDE. Gleichzeitig wird die Herausgabe persönlicher Daten im-mer kritisch hinterfragt. Ein Smart Home kann und sollte anonym be-trieben werden können. Bei Homematic IP muss der Kunde zu beidem keine Kompromisse eingehen. 



Günther Ohland, Vorstandsvorsitzender SmartHome Initiative Deutschland e.V.; Foto: Presse

Corona schärft den Blick aufs eigene, smarte Zuhause

Homeoffice und Homeschooling trafen die meisten Menschen unvorbereitet. Schnell musste man erkennen, dass die Internetbandbreite allein nicht das entscheiden-de Kriterium war, sondern eine hohe Upload-Geschwindigkeit die Voraussetzung für eine ruckelfreie Videoübertragung aus dem Home- office ist. Das hatten manche Provider in der Werbung verschwiegen. Wenn Video Konferenzen aus dem Homeoffice das neue Normal sein sollen, muss hier noch kräftig nach-gebessert werden. 

Das Smart Home benötigt dagegen nur minimale Bandbreite im Inter-net. Ein smartes Zuhause benutzt das Web nur dann, wenn die Bewohner von Außerhalb aktiv werden wollen. Der smarte Routinebetrieb mit Lichtszenen, Temperaturregelung und sonnenstandsgenauer Jalousiesteuerung läuft in Haus und Wohnung autonom ohne das Web. 

Smart-Home-Produkte, die sich allein auf das Internet abstützen und Sensordaten wie Temperatur, CO2 und Anwesenheit aus der Wohnung zum Server nach Asien oder die USA senden, um von dort Licht und Heizkörper zuhause zu steuern, sind oft günstiger in der Anschaffung, streiken jedoch bei Ausfall der Internetverbindung und bieten Cyberkriminellen über das Web zusätzliche Angriffsvektoren. Leider bieten manche billigen vernetzten Geräte oftmals keine Sicherheitsupdates. Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied, darum darf man bei smarten Hausgeräten noch im Homeoffice die Sicherheitsaspekte vernachlässigen. 



Alexander Matheus, Senior Expert Information Security, VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH; Foto: Presse

Mehr Schulungen für Cybersecurity

Seit vergangenen Herbst berichten Sicherheitsfirmen vermehrt von Cyberangriffen auf Unternehmen. Gut organisierte Cyberkriminelle nutzen die durch Homeoffice und Homeschooling erhöhte digitale Kommunikati-on, um verstärkt Erpressungstrojaner in Firmensysteme einzuschleusen. Sichere VPN-Zugänge für von Zuhause arbeitende Angestellte sowie regelmäßig gewartete, firmeneigene Hardware sind deswegen die Basis für Informationssicherheit. Das größte Risiko aber sind die Nutzer. Noch immer vernachlässigt eine Vielzahl die elementaren Regeln für Cybersecurity. Neben regelmäßigen Updates zählen dazu in allererster Linie die Verwendung sicherer Passwörter – und zwar für jeden Service ein eigenes – sowie die Nutzung verfügbarer Sicherheitseinstellungen wie 2-Faktoren Anmeldung. Vorsicht beim Öffnen von E-Mail-Anhängen und Links ist, insbesondere bei Kindern im Homeschooling, eine weitere wichtige Sicherheitsmaßnahme. Die Sensibilisierung für Datenhygiene sollte von Schulseite, beziehungsweise den Landesministerien, mit IT-Schulungen verstärkt werden. Die Sicherheitsregeln gelten natürlich für das gesamte Heimnetzwerk, also auch sämtliche Smart-Home-Systeme. Obwohl gesetzlich nicht vorgeschrieben, bieten manche Hersteller von Systemseite aus Sicherheitssiegel an – ein wichtiger Aspekt bei der Kaufentscheidung. Doch die COVID-Pandemie legt nicht nur einen Finger auf die „Wunde“ Informationssicherheit, sondern auch auf die schleppende Breitbandversorgung. Homeoffice, Homeschooling und verstärkte Streamingnutzung führen vielerorts zu Engpässen, deren einziger Ausweg oftmals nur die 5G-Mobilfunknetze sind.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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