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Weniger ist mehr!

Das Fasten hat in vielen Gesellschaften eine lange Tradition.

Erfahrungsgemäß haben sich das Frühjahr, Herbst und Januar als gute Phasen für das Fasten herausgestellt.


Andrea Chiappa, Ernährungswissenschaftler und Diätberater; Foto: Presse

Muslime üben sich beispielsweise im Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in Enthaltsamkeit. Auch in Deutschland verzichten immer mehr Menschen ein- bis zweimal pro Jahr für eine Woche oder länger auf feste Nahrung, weil sie sich davon Zufriedenheit, Leichtigkeit und neue Energie versprechen. Oder sie nutzen das Fasten als Zäsur, um mit „schlechten“ Gewohnheiten zu brechen und diese durch gesündere zu ersetzen. Das Fasten zu Hause hat Vorteile: Es kostet nichts und bietet die Chance, die neuen Erfahrungen und Lebensgewohnheiten auch in der Zeit danach in den Alltag hinüberzuretten. 

„Jeder, der gesund und leistungsfähig ist, keine kontrollpflichtigen Medikamente benötigt und sich zutraut, den Anleitungen zum Fasten diszipliniert zu folgen, kann allein fasten. Fasten in der Gruppe und außerhalb des beruflichen Alltags führt jedoch in der Regel zu positiveren Fastenerfahrungen“, so die Erfahrung von Andrea Chiappa von der Deutschen Fastenakademie.

Je besser es gelingt, die Aufbautage und die Zeit unmittelbar danach bewusst zu gestalten, desto vielversprechender kann der Fastenerfolg sein. In jedem Fall gilt: Weniger ist mehr! Der Körper muss sich langsam wieder an das Essen gewöhnen. „Erfahrungsgemäß haben sich das Frühjahr, Herbst und Januar als gute Phasen für das Fasten herausgestellt“, so der Er-nährungswissenschaftler Andrea Chiappa. 

Zu den bekanntesten empfohlenen Fastenmethoden gehört das Heilfasten nach Buchinger/Lützner. Diese beinhaltet eine niederkalorische Trinkkur in Kombination mit Bewegungs- und Entspannungstraining. Neben fastenunterstützenden Maßnahmen wird auch Wissen über 

die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit vermittelt. Richtig durchgeführt ist die Fastenmethode nach Buchinger/Lützner eine einfache und wirkungsvolle Gesundheitsmaßnahme, die der Prävention zahlreicher Krankheiten dient und ein idealer Einstieg in eine Lebensstilmodifikation sein kann. Darüber hinaus fördert das Fasten nach Buchinger/Lützner die Selbstbestimmung und führt zu mehr Achtsamkeit gegenüber den eigenen Bedürfnissen, den Mitmenschen und der Umwelt. Wichtig: Bestimmte Menschen sollten Abstand vom Fasten nehmen oder sich in jedem Fall von ihrem Arzt beraten lassen. Dazu gehören unter anderem Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck, Typ-1-Diabetiker, Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit, Menschen mit Essstörungen und Krebspatienten. 

Fünf Tipps für eine gelungene Fastenkur

  1. Starten Sie mit zwei bis drei Entlastungstagen mit leichter Kost, bei der Sie bereits Genussmittel, Fettreiches und Fertiggerichte weglassen.
  2. Trinken Sie beim Fasten zwei bis drei Liter pro Tag, am besten Heilwasser mit vielen Mineralstoffen und basisch wirkendem Hydrogencarbonat sowie Kräutertees.
  3. Bewegen Sie sich an jedem Fastentag mindestens 60 Minuten an der frischen Luft. Dabei sollte Ihnen so richtig warm werden.
  4. Sorgen Sie während des Fastens täglich für mindestens 30 Minuten aktiver Entspannung. Neben Yoga und Meditation sind auch Saunagänge wohltuend.
  5. Beginnen Sie nach dem Fasten langsam, achtsam und bewusst wieder zu essen. Kauen Sie gründlich, achten Sie auf das Sättigungsgefühl, trinken und bewegen Sie sich reichlich. Es gilt: Auch Aufbautage sind Fastentage!Weitere Informationen unter: www.fastenakademie.de

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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