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Ein Fernstudium ist in der Gestaltung flexibel, der Abschluss ist allerdings der gleiche wie bei herkömmlichen Hochschulen. BILDUNG & KARRIERE

Hochschulabschluss aus der Ferne

Wer vom flexiblen Onlinelernen wie profitiert: alles über Vor-und Nachteile eines Fernstudiums, Anbieter, Kosten, Auswahlkriterien und Probemonate.

Fällt die Wahl auf ein Fernstudium, sollten als Auswahlkriterien sowohl Praxisnähe, als auch Intensität der Studienbetreuung in die Beurteilung eins attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses einfließen.

Neben dem Job einen akademischen Studienabschluss zu erwerben, ist eine beliebte Praxis, die eigenen Karrierechancen zu verbessern. Auch wenn ein Fernstudium in Voll- oder Teilzeit möglich ist, erfreut es sich insbesondere bei Berufstätigen großer Beliebtheit. So lässt sich berufsbegleitend ohne Gehaltseinbußen bei flexibler Zeiteinteilung online ein Bachelor-, Master- oder MBA-Abschluss erlangen. Die seltenen Präsenztermine sind arbeitnehmerfreundlich ausgelegt. Auch für Frauen, die aufgrund von Familienplanung oder Erziehungszeiten eine längere Jobpause einlegen, ist ein Fernstudium eine probate Option. Zudem haben Fernstudiengänge in der Regel weniger strenge Zugangsvoraussetzungen als Präsenzstudiengänge, sodass vielerorts sogar ohne Abitur studiert werden kann. Darüber hinaus sind nicht nur Studienbeginn, sondern auch die Dauer bei vielen Anbietern variabel.

Sowohl Fernstudium-Anbieter als auch angebotene Studiengänge gibt es in Deutschland in großer Zahl. Neben reinen Hoch-, bzw. Fachhochschulen für das Fernstudium, privat oder staatlich, gibt es auch diverse staatliche Hochschulen, die einzelne Fernstudiengänge anbieten. Die einzige staatliche Fernuniversität Deutschlands ist die Fernuni Hagen. Mit 40-jähriger Tradition ist sie der mit Abstand größte Anbieter hierzulande: Von den deutschlandweit etwa 160.000 im Wintersemester 2018/19 eingeschriebenen Fernstudenten studierten circa 76.000 dort. Das mag auch darin begründet sein, dass staatliche Hochschulen oftmals günstiger sind, zumindest was Bachelor-Studiengänge betrifft. Die höhere Nachfrage kann sich sowohl in Zulassungsbeschränkungen als auch in der Intensität der Studienbetreuung niederschlagen.

Neben der Hochschul-Art und Betreuungsintensität hängen die Kosten für einen Fernstudiengang noch von Faktoren wie Dauer, Präsenzterminen oder eventuellen Auslandsseminaren ab. Jede Hochschule legt ihre Studiengebühren individuell fest. Je nach Hochschule, Abschluss oder Studiengang kann ein Fernstudium zwischen 1.500 und über 20.000 Euro betragen. Im Durchschnitt liegen die Studiengebühren an den meisten Hochschulen zwischen 8.000 und 15.000 Euro für das gesamte Studium. So kann ein Fernstudium deutlich teurer als ein Präsenzstudium sein. Allerdings können Fernstudenten, genau wie die Präsenzstudierer, Fördermöglichkeiten wie BAföG, Studienkredite und Stipendien beantragen.

Neben den höheren Kosten mag für manch einen Persönlichkeitstyp auch die Lernform eines Fernstudiengangs einen Nachteil darstellen. Wer verbindliche Zeiten und den direkten Kontakt zu Mitstudenten und Dozenten braucht, für den ist ein Fernstudium in Eigenregie ohne typisches Studentenleben möglicherweise nicht die beste Wahl. Um das heraus finden zu können, bieten die meisten Fernhochschulen ein kostenloses vierwöchiges Probestudium an. Bei manchen Anbietern ist es auch möglich, ganze Module zu absolvieren, die bei Studienbeginn angerechnet werden können – beziehungsweise bei Nichtweiterführung als Weiterbildung oder Hochschulzertifikat den Lebenslauf anreichern. Fällt die Wahl auf ein Fernstudium, sollten als Auswahlkriterien sowohl Praxisnähe, als auch Intensität der Studienbetreuung in die Beurteilung eins attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses einfließen.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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