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Smarte Apps erleichtern Anlegerinnen und Anlegern den Einstieg in den Aktienmarkt. INVESTMENTS

Immer mehr Deutsche setzen auf Aktien

Die Pandemie hat das Interesse an-steigen lassen. Apps und Influencer wirken positiv auf  den Trend, erklärt Dr. Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut.

Mit einigen Aufs und Abs steigt die Zahl der Aktiensparerinnen und -sparer seit zehn Jahren.

Dr. Gerrit Fey, Leiter des Fachbereichs  Kapitalmärkte am Deutschen Aktieninstitut; Foto: Presse

Wie entwickelt sich das Verhältnis der Deutschen zu Aktien?

Die Bevölkerung entdeckt ihre Liebe zu Aktien, Aktienfonds und ETFs neu. Allein im vergangenen Jahr sind 2,7 Millionen Aktiensparerinnen und Aktiensparer quer über alle Altersklassen dazugekommen. 12,4 Millionen Menschen haben jetzt ein Aktieninvestment. Damit beschleunigt sich ein Trend aus der jüngeren Vergangenheit. Mit einigen Aufs und Abs steigt die Zahl der Aktiensparerinnen und -sparer seit zehn Jahren. Ich bin deshalb auch optimistisch, dass viele davon dabeibleiben und Aktien, Aktienfonds und ETFs wegen ihrer langfristigen Renditevorteile bewusst ins Depot genommen haben.

Wie sieht es bei den Jüngeren aus?

Allein bei den unter 40-Jährigen zählen wir eine Million neue Aktiensparerinnen und -sparer. Das ist ein Plus von fast 50 Prozent. Smarte Apps scheinen dabei jungen Anlegerinnen und Anlegern den Einstieg in den Aktienmarkt erleichtert zu haben. Der Fondssparplan ist mit wenigen Klicks eingerichtet, Aktien sind mit ein paar Fingerbewegungen gekauft. Die Aktienanlage hat über das Smartphone die Hosentasche erreicht. Zusammen mit einer Vielzahl von Influencern und Internetforen, die das Thema Geldanlage einfach und verständlich aufbereiten, spricht dies offenbar die junge Generation an. 

Welche Rolle spielt die Pandemie?

Die Pandemie und der Lockdown haben den Aktionärs-Boom begünstigt. Den Kursrückgang nach dem Corona-Ausbruch Anfang 2020 haben viele als Chance genutzt, um in den Aktienmarkt einzusteigen. Wegen geplatzter Urlaube, geschlossener Restaurants und weniger Einkaufsbummel stand den Menschen außerdem mehr Zeit und Geld zur Verfügung. Dies haben sie auch genutzt, um sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen und Geld in Aktien, Fonds oder ETFs anzulegen.

Worauf führen sie das gestiegene Interesse zurück?

Neben dem Effekt von Corona und dem einfacheren App-Zugang wächst offenbar auch die Erkenntnis, dass sich das Aktiensparen gerade für den langfristigen Vermögensaufbau sehr gut eignet. In der Vergangenheit konnte man mit einer langfristigen und breit gestreuten Aktienanlage aus Aktien des Deutschen Aktienindex DAX Erträge von 6 bis 9 Prozent im Jahr erwirtschaften. Mit dem Sparbuch ist dies schon lange nicht mehr möglich.

Welche Tipps können Sie Einsteigern geben?

Zunächst einmal sollten sich Anlegerinnen und Anleger nicht von Geschichten blenden lassen, wie man mit Aktien schnell viel Geld macht. Am besten fährt, wer auf die bewährten Grundregeln der Aktienanlage vertraut: Langfristiges, kontinuierliches und breit gestreutes Sparen führt bei beherrschbaren Risiken zu hohen Erträgen. Das kann man zum Beispiel mit einem Sparplan auf Aktienfonds oder ETFs schon mit 25 Euro im Monat leicht realisieren. Anleger sollten außerdem nicht nur in Aktien sparen: Wer zudem über liquide Mittel aus anderen Anlageformen verfügt, kann auch ein mögliches Börsen-tief gelassen aussitzen.

Fakten

Die Anzahl der Aktionäre, die direkt in Aktien investieren, ist in Deutschland im Jahr 2020 auf 5,3 Millionen gestiegen. Die Zahl der Anleger in Fonds und ETFs sogar auf 9,3 Millionen. Die Zahlen sind je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Während in Baden-Württemberg der Anteil der Aktienbesitzer bei 23,2 Prozent liegt, verharrt er in Brandenburg bei 8,2 Prozent.

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Journalist

Armin Fuhrer

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