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Detlev Kalischer, Leiter des Geschäftsbereichs Mittelstand und Private Kunden UNTERNEHMERTUM

Möglichkeiten der Finanzierung für den Mittelstand

Detlev Kalischer

Alle Unternehmen brauchen langfristige und sichere Refinanzierungen – ob es um die Gründung oder die Expansion eines Unternehmens geht, ob Kleinstbetrieb oder Mittelständler und gleichgültig in welcher Branche. Die KfW-Bank ist einer der größten Mittelstandsfinanzierer in Deutschland. Sie stellt Unternehmen langfristige Investitionskredite zur Verfügung, ebenso wie Kredite zur Betriebsmittelfinanzierung. Ganz besonders unterstützt sie Unternehmen bei Investitionen in die energetische Sanierung von Gebäuden oder zur Steigerung von Energieeffizienz in der Produktion. Einige Kreditprogramme sind durch Bundesmittel bezuschusst und dadurch besonders günstig. Auch im derzeitigen Niedrigzinsumfeld entfalten die KfW-Förderprogramme ihre gewünschte Wirkung, denn sie bleiben wegen ihrer langen Laufzeiten und der Übernahme von Risiken beispielsweise bei der Innovations- und Gründungsförderung weiterhin attraktiv.

Da die KfW-Programme in aller Regel über externe Finanzierungspartner – meistens die Hausbank – vergeben werden, die das Kreditrisiko tragen, entscheiden diese auch über die Zu- oder Absage eines Kreditantrags. Für die KfW-Bank ist entscheidend, dass das zu finanzierende Vorhaben den inhaltlichen Anforderungen des Programms entspricht. Darum empfiehlt sie Unternehmen, die sich für einen KfW-Kredit interessieren, sich zunächst zu erkundigen, welche Bank KfW-Kredite anbietet und welche Förderprogramme für ihr Vorhaben in Frage kommen.

Horst Fittler 


Foto: Presse; Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen

Nutzen statt Eigentum, diese Grundidee des Leasings wird nicht zuletzt in Zeiten von Sharing Economy neu aufgeladen. Seit Jahren wird über die Hälfte aller außenfinanzierten Investitionen in Deutschland mittels Leasing realisiert. Leasing stellt damit einen unverzichtbaren Grundpfeiler der Unternehmensfinanzierung dar, besonders im Mittelstand.  Drei von vier mittelständischen Unternehmen ziehen Leasing regelmäßig für ihre Investitionspläne in Betracht. Für 40 Prozent ist Leasing sogar die erste Wahl im Wettbewerb der Finanzierungsinstrumente. Marktbefragungen zeigen, dass die Leasing-Kunden besonders die Beratung auf Augenhöhe schätzen: Vom Mittelstand für den Mittelstand. Zudem verfügen Leasing-Gesellschaften über eine ganz spezifische Objekt- und Branchenkenntnis. Diese ermöglicht ihnen, Investitionen in innovative Technologien zu realisieren, bei denen sich andere Finanzierer zurückhaltend zeigen. Darüber hinaus überzeugt Leasing mit einer Reihe von Vorteilen: Die Flexibilität der Vertragsgestaltung gehört zu den Kerneigenschaften des Leasing. Die Planbarkeit und Transparenz der Investitionskosten ist ein weiteres entscheidendes Argument. Investitionsgüter können mit Leasing schneller und einfacher durch neue, modernere ersetzt werden. Zudem bieten Leasing-Gesellschaften zahlreiche ergänzende Services (Wartung, Reparatur, Schadensmanagement, Speicherlöschung etc.) an, die für die Kunden einen deutlichen Mehrwert darstellen. Somit ist Leasing längst mehr als eine Finanzierungsalternative.

Dr. iur. Alexander Moseschus 

Foto: Presse; Dr. iur. Alexander Moseschus, Verbandsgeschäftsführer Deutscher Factoring-Verband e.V.

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen seine Kunden fortlaufend an ein Factoring-Institut. Auf diese Weise erhält das Unternehmen sofortige Liquidität unmittelbar aus seinen Außenständen. Der Factor prüft vor Vertragsabschluss und fortlaufend die Bonität der Abnehmer und übernimmt im Rahmen eines vereinbarten Limits das volle Ausfallrisiko. Diese Form der Finanzierung wächst dabei quasi automatisch mit eventuell steigenden Umsätzen des Unternehmens mit, weshalb Factoring in Branchenkreisen auch als „umsatzkongruente Finanzierungsform“ gilt.

Im Weiteren bietet Factoring neben sofortiger Umwandlung von Forderungen in Liquidität ebenso umfassenden Schutz vor Forderungsausfällen und Entlastung beim Debitorenmanagement. Mit der durch Factoring erhaltenen sofortigen Liquidität kann sich ein factoringnutzendes Unternehmen zusätzlich Erträge im Einkauf beschaffen, weil Skonti und Sonderkonditionen genutzt werden können.

Factoring, also der Verkauf von Forderungen („Rechnungen“), wird immer beliebter, gerade im Mittelstand. Allein die Umsätze der Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes e. V. stiegen im ersten Halbjahr um knapp 12 Prozent auf knapp 133 Mrd. Euro, die Kundenzahl konnte sich sogar mehr als verdoppeln, auf nunmehr über 91.000.

Gerade der weite Bereich des Mittelstandes weist noch erhebliches Potential auf, Factoring als alternative und attraktive Form der Unternehmensfinanzierung zu nutzen.

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Journalist

Christiane Meyer-Spittler

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