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Dank verschiedener neuer Franchisesysteme können junge Gründer oft auch ohne viel Eigenkapital starten. UNTERNEHMERTUM

Existenzgründung als Franchisenehmer

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten und nicht zwingend hohe Gesamtinvestitionen machen Franchise-Konzepte auch für junge Gründer interessant.

Neben einer einmaligen Eintrittsgebühr werden in der Regel monatliche Franchise-Gebühren vertraglich festgelegt.    

An die 1.000 Franchisesysteme gibt es deutschlandweit. Großer Beliebtheit erfreut sich das Konzept im Dienstleistungssektor, gefolgt von Gastronomie, Handel und Handwerk. Die Nutzung eines etablierten Geschäftsmodells gegen Entgelt stellt eine beliebte Option für Unternehmensgründer dar, die mit minimiertem Gründungsrisiko schnell in die Selbstständigkeit durchstarten wollen. So darf der Franchisenehmer gegen eine Gebühr das Konzept, die bereits etablierte Marke sowie die gesamte Corporate Identity des Franchisegebers für sein Startup nutzen. Das Marketing- und Vertriebskonzept wurde bereits vom Franchisegeber erarbeitet und ausgetestet, Service- und Dienstleistungen können mitbenutzt werden. Bei der vorangehenden Businessplan-Erstellung sowie der Standortanalyse und der Immobilienwahl steht der Franchisegeber unterstützend zur Seite. Zudem ist er für die Aus- und Weiterbildung des Franchisenehmers zuständig.

All dies hat natürlich seinen Preis. Neben einer einmaligen Eintrittsgebühr werden in der Regel monatliche Franchise-Gebühren vertraglich festgelegt. Die Eintrittsgebühr kann je nach Franchisesystem sehr unterschiedlich sein. Laut statistischen Erhebungen des FranchisePORTALs erheben mehr als 50 Prozent der Franchisesysteme in Deutschland zwischen 1.000 Euro und 20.000 Euro für den Start. Damit werden Lizenzen, Nutzungsrechte, Einweisungen und Schulungen „bezahlt“. Zusammen mit Investitionen in den Auf- und Ausbau des lokalen Geschäfts sowie dem Lebensunterhalt in der Anlaufzeit kommt dabei in der Regel eine stattliche Summe für eine Franchise-Existenzgründung zusammen. Es gibt aber auch Franchisegeber, die keine Startgebühr verlangen und auf andere Re-Finanzierungsmodelle setzen. Die monatlichen Franchise-Gebühren berechnen sich in der Regel aus den Umsätzen, Umsatzerlösen oder Gewinnen des Franchisenehmers und liegen üblicherweise bei fünf bis sieben Prozent. Verlangt der Franchisegeber zusätzlich noch Werbegebühren für Marketing-Aktivitäten können die monatlichen Gebühren bis zu zehn Prozent des Erwirtschafteten betragen.

Diese hohen Investitionen waren einer der Gründe, warum insbesondere junge Existenzgründer in der Vergangenheit nicht selten andere Geschäftsmodelle favorisiert haben. Doch scheint es einen Sinneswandel zu geben. Abgesehen davon, dass insbesondere der Dienstleistungsbereich vermehrt niedrig-investive Konzepte bietet, mehren sich die Möglichkeiten für Franchise-Nehmer, sich mit wenig oder ganz ohne Eigenkapital selbstständig machen zu können. So bieten Förder- und Bürgschaftsbanken diverse Förderprogramme an, welche kaum Eigenkapital voraussetzen und trotz bestehender Risiken vergeben werden. Eine bankenunabhängige Finanzierung eines aussichtsreichen Franchise-Konzepts kann auch mit Hilfe von Crowdfunding möglich werden. Wenn der Businessplan zukünftige oder bestehende Kunden, Freunde, Verwandte oder andere Privatanleger überzeugt, stehen die Chancen gut, die erforderlichen Anfangsinvestitionen durch die Beteiligung diverser Kleinanleger an dem Franchise-Konzept zusammen zu bekommen.

Fakten

•   Deutschlandweit gibt es rund 990 Franchisesysteme mit über 128.000 Franchisepartnern.

•   Es existieren in Deutschland etwa 168.000 Franchisebetriebe mit rund 715.000 Mitarbeitern.

•   Gegenüber dem Vorjahr gab es in diesem Jahr fast 4.500 neue Franchisenehmer.

•   Durch Franchiseunternehmen wurden 2018 122,8 Milliarden Euro Gesamtumsatz generiert. 

Quelle: Deutscher Franchiseverband

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Journalist

Kirsten Schwieger

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