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Ein Siegel für die Nachhaltigkeit

Das FSC Zertifikat (Forest Stewardship Council) ist ein weltweit anerkanntes Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft. Es stellt sicher, dass Holz- oder Papierprodukte nicht aus illegalen Abholzungen stammen.

Um eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Wälder unserer Erde zu unterstützen, wurden vom FSC weltweit einheitliche Prinzipien und Kriterien festgelegt.

Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer  FSC Deutschland; Foto: Presse

FSC ist die verlässlichste Organisation für die Absicherung wichtiger Umwelt- und Sozialstandards im Wald. Mit weltweit gültigen Standards, der beispiellosen Einbindung aller relevanten Interessengruppen und der Unterstützung durch namhafte Unter-nehmen sowie anerkannte unabhängige Umwelt- und Sozialorganisationen, gilt FSC als die glaubwürdigste Lösung für nachhaltige Waldwirtschaft. Die Zertifikatsvergabe erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte, die mindestens jährlich wiederholt wird. Weltweit sind 225 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert. Über 52.000  Unternehmen verfügen weltweit über eine FSC-Zertifizierung für den  Handel und die Verarbeitung zertifizierter Materialien.

In Deutschland ist FSC als gemeinnütziger Verein tätig und engagiert sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern für eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Zu den über 200 Mit-gliedern von FSC Deutschland zählen u. a. Umweltorganisationen wie WWF, BUND, NABU und Robin Wood, Soziale Organisationen wie der Bund deutscher Forstleute sowie die Gewerkschaften IG BAU und IG Metall aber auch Waldbesitzer:innen, Kommunen sowie zahlreiche Unternehmen und Verbände aus Produktion und Handel wie u. a. OTTO Group, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Stadt Wiesbaden, Lidl, Dehner, Klöpfer Holz und viele mehr.

Die Zahl der FSC-zertifizierten Betriebe in Deutschland umfasst knapp 4.000 Unternehmen. Schätzungsweise werden 80 bis 90 Prozent des Handels mit holz- oder papierbasierten Produkten durch das FSC-Siegel in Deutschland repräsentiert. Das neue Verpackungsgesetz (VerpackG) soll für weniger Plastikmüll sorgen, heißt das der Verbrauch von Pappe und Papier steigt dramatisch an? Wir haben mit dem FSC Geschäftsführer, Dr. Uwe Sayer, gesprochen: 

Viele Supermärkte verzichten auf Plastik – es wird also mehr Papier verbraucht werden – ist das umweltfreundlich?

Das hängt natürlich immer davon ab, welchen oder welche der Faktoren man in den komplexen Begriff „Umweltfreundlichkeit“ miteinbezieht. Grundsätzlich steht der FSC im Papierbereich für folgen-de Bewertungskaskade: 1. Vermeidung, 2. wo möglich Recycling, 3. wo Frischfasern erforderlich: FSC-zertifizierte Frischfasern. Ein kluges Verbraucherverhalten wägt also zunächst ab, ob man eine Tüte im Supermarkt überhaupt braucht, selbst wenn diese aus Papier ist. Die nach-haltigste Variante überhaupt stellt nun einmal eine grundsätzliche Einsparung von Ressourcen dar. Das Anliegen des FSC ist es also nicht, dass jedes Plastikprodukt dieser Erde in Zukunft aus Papier und Holz produziert wird – sondern, dass dort, wo ein erforderlicher Bedarf an holzbasierten Rohstoffen besteht und wo diese beispielsweise herkömmliche, umweltschädlichere Materialien ersetzen können, auch Wert auf eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung gelegt wird. Berücksichtigt man diese Aspekte, ist Papier auf jeden Fall als sinnvolle Alternative zu Plastik anzusehen. 

Wie können Produkte aus der Verpackungsindustrie (Getränke, Pappen etc.) sich zertifizieren lassen?

Verpackungshersteller müssen sich als Unternehmen in der Verarbeitungs-kette (Chain of Custody) durch eine unabhängige und vom FSC zugelassene Zertifizierungsstelle prüfen lassen, um das FSC-Zertifikat zu erhalten.  Gegen-über dem Zertifizierer muss der Betrieb dann in mindestens jährlichen Kontrollen zeigen, dass er die FSC-Regeln einhält. Ist dies erfolgreich passiert, können Verpackungshersteller ihre Produkte mit dem FSC-Siegel kennzeichnen. Gerade im Verpackungsbereich gibt es seit einiger Zeit eine stetig wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichen, zertifizierten Materialien, insbesondere nach FSC.  

Wie prüft der FSC, dass alle Richtlinien einer nachhaltigen Produktion eingehalten werden?

Um eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Wälder unserer Erde zu unterstützen, wurden vom FSC weltweit einheitliche Prinzipien und Kriterien festgelegt. Diese müssen alle zertifizierten Forstbetriebe einhalten. In der Verarbeitungskette wird im Rahmen der FSC-Zertifizierung, neben dem Umgang mit zertifizierten Materialen, auch die Einhaltung sozialer Mindeststandards entlang der ILO-Kernkonventionen geprüft. Produkte dürfen das FSC-Warenzeichen nur tragen, wenn über die gesamte Verarbeitungs- und Handelskette (die sogenannte Chain of Custody) hinweg sichergestellt ist, dass FSC-Material nicht unerlaubt mit solchem aus nicht zertifizierten Quellen vermischt wird. Auf diese Weise wird es Verbrauchern beim Kauf von FSC-zertifizierten Produkten ermöglicht einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Waldwirtschaft zu leisten.

Fakten

Im Jahr 2016 wurden pro Kopf in Deutschland 248 kg Pappe, Papier und Karton verbraucht. Ins-gesamt waren das 20,5 Millionen Tonnen. Gleichzeitig haben private und kommunale Entsorger 15,4 Millionen Tonnen Altpapier gesammelt – eine Rücklaufquote von fast 75 Prozent.

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Journalist

Jörg Wernien

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