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Luxus für den Garten

Nur 3,8 Prozent der Deutschen geben mehr als 500 Euro pro Jahr für ihren Garten aus (Quelle: Statista). Der größte Teil der Bevölkerung (44,8 %) lässt sich Pflanzen und Gartenmöbel bis zu 250 Euro pro Jahr kosten.

35,3 Millionen Bundesbürger haben einen Garten, das ist mehr als jeder Zweite (Quelle: VuMa). Sie pflegen, sie hegen und sie genießen laue Sommerabende im eigenen Grün. Doch wer das ganz Besondere liebt, wer den Platz dafür hat und wer nicht auf den Geldbeutel achten muss – für den gibt es nichts was es nicht gibt. Im Trend der letzten Jahre liegen dabei die japanischen Gärten. Oft kombiniert mit einem Teich für Koi-Karpfen. Die Japaner haben eine ganz eigene Art mit ihren Gärten umzugehen. Sie leben nicht im Garten, haben keinen Grill oder eine Hollywoodschaukel. Der perfekte japanische Garten ist ein Betrachtergarten, kombiniert mit Wasserspielen, Kieswegen und großen Findlingen.

Wer sich so einen Garten wünscht, kann schon schnell 150.000 Euro und auch mehr in die Planung und Anlage des Gartens stecken. In Deutschland und der Schweiz haben ca. 20 exotisch angehauchte Kunden sich so einen Garten anlegen lassen. Darunter sind Schauspieler und Aussteiger, die ihr Geld gemacht haben.

Für so einen Garten ist nichts zu teuer. Scouts suchen überall in der Welt nach alten und exotischen Pflanzen, die in die geplante Landschaft passen. Da wird auch schon mal Sprengstoff in die Hand genommen, um einen störenden Felsüberhang zu entfernen. Danach wurde der geplante Garten in den Felsen integriert. Bis zu 30 Tonnen schwere Findlinge werden in die Gärten geplant.  Mit großen Sattelschleppern werden die nötigen Findlinge für den neuen Garten aus Österreich, Polen oder Schweden angeliefert. Um die perfekten Pflanzen zu finden, arbeiten Scouts in der ganzen Welt. Der Transport dauert oft Monate, schon ein abgebrochener Ast macht dann einen Bonsai wertlos. In Japan spiegeln die Gärten ganze Landschaften wieder. Die Wasserflächen symbolisieren die Seen und Flüsse, die Steine stehen für Gebirge, Wälder und Wiesen werden mit der Hilfe von Moosen und Bäumen abgebildet. Das Ganze wird dann noch asymmetrisch angelegt, so dass die Besucher oder Betrachter der Gärten immer einen anderen Blickwinkel haben.

In Japan gehört zu solchen vollkommenen Gärten auch immer ein Teich für die Kois, jene Karpfenart, wo ein einziger Fisch schon ein paar tausend Euro kosten kann. Auch hier gibt es bei der Planung, Größe und Kosten nach oben keine Begrenzung. Die edlen Fische benötigen perfekt aufbereitetes Wasser. Oft werden die Teiche als Bachlauf ausgebildet, mit oder ohne einen Quellstein. Der Teich kann aber auch wie ein breiter Wassergraben gestaltet werden. Mordernste Technik sorgt für sauberes und klares Wasser. Und auch hier sind den Bausummen nach oben keine Grenzen gesetzt. Wer jetzt mehr über tolle Gärten und den Koi-Teichen wissen will, sollte sich die Gartenmesse „Giardina“ vom 13. bis zum 17 März in Zürich nicht entgehen lassen. Hier werden auf riesigen Flächen die Gartenträume des Jahres den Besuchern gezeigt.

Fakten

Die Geschichte der japanischen Gärten reicht zurück bis ins Jahr 700. Damals kopierten die Japaner den Stil der Chinesen, bauten ihre Hauptstadt und natürlich auch deren Gärten exakt nach. Erst später entwickelte sich der Japanische Garten zu einem eigenen Stil. In Deutschland gibt es in vielen Städten japanische Gärten.

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Journalist

Jörg Wernien

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