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Gebäudeautomation macht sich bezahlt

In unserer digitalisierten Welt kommt es darauf auf an, isolierte Steuerungssysteme immer besser miteinander zu vernetzen.

Das Prinzip der Wärmepumpe ist denkbar einfach: aus Umweltwärme wird Heizwärme.

Genau genommen sollte man Automationsfunktionen, die innerhalb der Räume ausgeführt werden, besser als Gebäudesystemtechnik bezeichnen und als eine Untergruppe der Gebäudeautomation betrachten. In unserer digitalisierten Welt verwischen jedoch die Grenzen. Dass die Gebäudeautomation über die rein praktischen Möglichkeiten und den Komfort hinaus die energiesparenden Funktionen eines Gebäudes unterstützt, ist unbestritten. Das fängt ja bereits mit dem bedarfsweisen Ein- und Ausschalten einer Heizung an. Wenn ich nicht daheim bin, brauche ich ja schließlich nur eine begrenzte Wärmezufuhr. Natürlich ist die Einrichtung einer Gebäudeautomation ein kostenintensives Unterfangen. Das investierte Geld aber amortisiert sich über die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes hinweg. Betrachten wir das mal im Einzelnen.  

Die Gebäudeautomation kann die Heizung in Einzelräumen steuern, deren Temperatur auch durch Personen verändert wird, die sich zu bestimmten Zeitpunkten in diesen Räumen befinden. Dazu kommt Wärmezufuhr durch nicht vorab kalkulierbare Sonneneinstrahlung, die von der automatischen Regelung moderner Heizungsventile einbezogen wird. So wie die Heizung, wird auch das Licht von äußeren Bedingungen bestimmt. Befinde ich mich an einem Arbeitsplatz, den ich über einen längeren Zeitraum auch nicht verlassen möchte, kann eine tageslichtabhängige Lichtsteuerung diese Einflüsse berücksichtigen und die Helligkeiten auf- und absenken. Das funktioniert in gleichem Maße mit unterschiedlichen, im Raum verteilten, Lichtquellen, die nicht durchgängig in gleicher Intensität benötigt werden. Fernbedienungen für den individuellen Bedarf sind eine Patentlösung, denn wer steht schon gerne auf, wenn er sich gerade auf dem Sofa eingerichtet hat und die Stehlampe am Esstisch noch immer strahlt wie ein Spotlight auf einer Bühne. Mit entsprechenden Schaltungen kann man ganze Gruppen von Energiequellen automatisch steuern, alle Heizungen zum Beispiel auf Frostschutz herunterfahren oder eine komplette Abriegelung eines Gebäudes vornehmen, ohne jede Schließanlage im einzelnen zu überprüfen. Sparsame Warmwasserbereitstellung durch automatisierte Durchlauferhitzer sind ein weiterer Faktor.

Welche Bestandteile einer Gebäudeautomation können dabei helfen? Die größten Energieeinsparungen liefern die mittlerweile ungemein komplexen Systeme regenerativer Energiequellen. Zum Beispiel die Wärmepumpe, von der der Experte Günther Kasper, ein Fachgebietsleiter von Wärmepumpensystemen, sagt: „Das Prinzip ist denkbar einfach und lautet ‚aus Umweltwärme wird Heizwärme’. Eine Wärmepumpe nutzt nämlich die saubere und kostenlose Umweltwärme, die sich direkt vor unserer Haustür befindet.“ Mit nur 25% Strom kann, einer einfachen Rechnung zufolge, 100% Wärme erzeugt werden. Nicht weniger nachhaltig sind Mini- und Mikro-Blockheizwerke, die sogenannten Kraft-Wärme-Kopplungs-Systeme, die bei der Gebäudeautomation eine bedeutende Rolle spielen. Auch moderne Lüftungssysteme zur Wärmerückgewinnung und last but not least die Photovoltaik haben ihren Anteil an der Optimierung einer nachhaltigen Gebäudeautomation.

Fakten

Unter der allgemein als Gebäudeautomation bezeichneten Technik verstehen wir sowohl die automatische Regelung und Steuerung etwa der Heizung, der Warmwasserbereitstellung oder der Beleuchtung in einzelnen Räumen als auch die Gebäude in ihrer Gesamtheit betreffenden Managementsysteme.

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Journalist

Helmut Peters

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