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Vegetarisch? Vegan? Was ist nachhaltige, gesunde Ernährung?

Ein Ernährungstrend jagt den nächsten und stellt Verbraucher immer wieder vor Fragen: Was ist wirklich richtig? Mit welcher Ernährung tue ich meinen Kindern etwas Gutes? Womit nehme ich ab und halte mein Gewicht? Ist Zucker schädlich? Wie schütze ich nebenbei Tiere und Umwelt?

Ein Ernährungstrend jagt den nächsten und stellt Verbraucher immer wieder vor Fragen: Was ist wirklich richtig? Mit welcher Ernährung tue ich meinen Kindern etwas Gutes? Womit nehme ich ab und halte mein Gewicht? Ist Zucker schädlich? Wie schütze ich nebenbei Tiere und Umwelt?

Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) bezeichneten sich im Jahr 2017 mehr als 5,7 Millionen Personen über 14 Jahren als Vegetarier oder solche, die überwiegend auf Fleisch verzichten. Der ProVeg Deutschland e. V. spricht sogar von rund 8 Millionen Vegetariern in Deutschland.

Dabei fehlen bei einer rein pflanzlichen, veganen Ernährung einige Nährstoffe – Vitamin B12 vor allem. Entsprechend empfiehlt der DGE, dass sich Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche nicht vegan ernähren oder ständig ein Vitamin-B12-Präparat zu sich nehmen sollten. Menschen mit B12-Mangel leiden unter Schwindel, Müdigkeit, Gereiztheit oder Depressionen etc. und möglicherweise sogar unter neurologischen Fehlfunktionen. Bei schweren B12-Mängeln kann es irreversible Schäden insbesondere des Gehirns und des Nervensystems geben!

Auch andere Nährstoffe werden laut dem DGE bei veganer Ernährung zu wenig aufgenommen, zum Beispiel unentbehrliche Aminosäuren sowie weitere Vitamine (Riboflavin, Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen). Das heißt im Umkehrschluss: Vegane und vegetarische Ernährung ist nur bedingt gesund. Viel pflanzliches Eiweiß (z. B. durch das glutenfreie „Leinmehl“ – damit können z. B. super fluffige Pfannkuchen gebacken werden) sowie Vitamin-B12-Präparate liefern fehlende Nährstoffe.

Wer sich „clean“ ernähren möchte, trägt seinen Teil auch durch den Verzicht auf industriell verarbeitete Lebensmittel bei. Bio- und Vollkorn-Produkte sind ein leichter Einstieg für den Trend „clean eating“. Wirklich verzichtet werden sollte auf Fertiggerichte, die oft Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe und raffinierten Zucker enthalten.

Zucker. Abnehmen? Nachhaltig das Gewicht halten?

Kirsten Hagemann, Fachfrau für Ernährungs- und Gewichtsmanagement IHK und Coach für Prävention und Gewichtsreduktion aus Bad Segeberg empfiehlt: „Raus aus dem Diätwahn, besser mit gesundem Menschenverstand essen! Wer dabei auf ein paar einfache Regeln achtet, wie z. B. Zusammensetzung der Mahlzeit, Portionsgrößen, ausreichend Flüssigkeit und Essenspausen, wird auch langfristig erfolgreich sein.“

Der gesunde Menschenverstand lässt beispielsweise vermuten, dass raffinierter Zucker nicht wirklich gut für die Gesundheit ist. Daher rührt der Low-Carb-Trend, bei dem möglichst auf schnelle bzw. schlechte Kohlenhydrate verzichtet wird. Unser Körper braucht aber Glukose – er ist unser hauptsächlicher Energielieferant, unter anderem wichtig für den Stoffwechsel und die Hirntätigkeit.

„Zu bedenken ist auch, dass ein hoher Zuckerkonsum zu Blutzucker- und somit insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu Leistungsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Übergewicht führen kann“, sagt Ines Knoop-Hille, Diplom-Oecotrophologin und Fachberaterin für Vollwerternährung (UGB) aus Reinfeld.

Fakten

Wer sich nachhaltig ernähren möchte, sollte vor allem auf versteckte Fette und schlechte Kohlenhydrate achten, die überwiegend in Fertiggerichten, Weißmehl-Backwaren und Süßigkeiten enthalten sind. Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse sowie Avocados, Nüsse und Samen sind gute Nährstofflieferanten. Dabei wird empfohlen, mehr Gemüse anstatt viel kohlenhydratreiches Obst zu essen. Auf Fleisch und andere tierische Produkte als Eiweiß- und B12-Lieferanten sollte nicht ganz verzichtet werden.

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Journalist

Susanne Braun-Speck

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