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Greenkeeping verdient Wertschätzung

Vielen Golfspielern ist nicht bewusst, dass der Greenkeeper ein exzellent ausgebildeter Fachmann ist, der absoluten Respekt verdient.

Frische Luft, sportliche Herausforderungen und Ruhe: Eine Runde Golf ist für viele Menschen die schönste Sache der Welt. Satte Grüns, einzigartige Fairways, Sandbunker und Wasserhindernisse lassen das Herz eines jedes Golfers höher schlagen. Umso schöner wird das Vergnügen, wenn der Golfplatz sich harmonisch in seine natürliche Umgebung einfügt und mit sportlich ausgewogenen Bahnen für alle Handicapklassen etwas bietet. Besonderes Augenmerk legen viele Golfplatzplaner heute auf die Gestaltung der Grüns. Der Grünkomplex, die umgebenden Bunker sowie die angrenzenden Flächen rücken immer mehr ins Zentrum der Planung. 

Gert Schulte-Bunert, Präsident des Greenkeeper Verbands Deutschland, Foto: Pressefoto

Ein toller Golfplatz zeichnet sich natürlich auch dadurch aus, dass er top-gepflegt und in einem einwandfreien optischen Zustand ist. Dafür sind Greenkeeper zuständig. Mit einem auf dem Trecker sitzenden Gärtner, der seine Runden auf dem Golfplatz dreht, um Grüns, Fairways, Roughs und Semiroughs auf eine bestimmte Länge zu trimmen, haben diese heute nichts mehr gemeinsam. „Die Golfplatzpflege ist zu einer Wissenschaft geworden und unser ohnehin schon weit gefasster Arbeitsbereich wird immer umfangreicher. Dazu tragen unter anderem auch die sich ändernden Witterungsbedingungen, vermehrte rechtliche Auflagen, etwa in punkto Umweltschutz, und höhere Anforderungen im Bereich der Arbeitssicherheit bei”, unterstreicht Gert Schulte-Bunert, Präsident des Greenkeeper Verbands Deutschland, dem rund 1.000 professionelle Greenkeeper angehören. 

Über das Mähen und Trimmen hinaus gehört es zu den Aufgaben eines Greenkeepers, die Grüns zu „bügeln“ bzw. zu walzen, diese zu düngen, zu vertikutieren und fachgerecht zu wässern. Dazu kommen Belüftungs- und integrierte Pflanzenschutzmaßnahmen, wobei die Liste der zugelassenen Mittel immer kürzer wird. Außerdem kümmern sich Greenkeeper darum, dass Pflanzen regelmäßig beschnitten oder neu angepflanzt werden und dass die Bunker geharkt sowie stets mit ausreichend Sand aufgefüllt sind. Zwei- bis dreimal pro Woche werden die Lochpositionen versetzt und immer wieder muss Gras nachgesät werden. In den Wintermonaten stehen die Pflege der Wege, Umbauten und Drainagearbeiten sowie die Wartung der Maschinen an – vom Radlader über Säh- und Schneidemaschinen bis zu Golfcarts. „Es gibt also das ganze Jahr über viel zu tun“, bilanziert Gert Schulte-Bunert, selbst ein „Schönwetter-Golfer“. Schade findet er es, dass Golfer nicht immer Verständnis und die wünschenswerte Wertschätzung für die Pflegeleistung der Greenkeeper haben und folglich in einigen Clubs Anfeindungen gegenüber den Greenkeepern an der Tagesordnung seien. „Natürlich ‚konkurrieren’ wir vor allem in den Sommermonaten mit den Golfern“, sagt Deutschlands oberster Greenkeeper. „Aber die Arbeit muss getan werden, damit alle etwas davon haben.“ Den Golfern dabei so wenig wie möglich im Weg zu stehen, sei für die meisten Kollegen Ehrensache.

Voraussetzung für die dreijährige, in Lehrgängen organsierte Weiterbildung zum Geprüften Greenkeeper ist eine Berufsausbildung in einem „grünen Beruf“. Dazu zählen zum Beispiel Gärtner, Land- oder Forstwirt. Möchte man Head-Greenkeeper werden, der zusätzlich Führungs- und Managementaufgaben übernimmt, sind weitere Qualifikationen nötig. 

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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