European Media Partner
Nico Rosberg, Sven Krüger und Marco Voigt, Gründer des GREENTECH FESTIVAL UNTERNEHMERTUM

Mut, Begeisterung, Hartnäckigkeit – was Gründer mitbringen müssen.

Neben Geld sind es auch andere Skills, die Gründer von Unternehmen mitbringen müssen. Nico Rosberg, Sven Krüger und Marco Voigt, die Gründer des GREENTECH FESTIVAL, verraten im Interview, was notwendig ist, um ein erfolgreicher Gründer zu werden.

Investitionen bedeuten immer, vor allem Vertrauen in andere zu setzen, damit diese mit dem Geld eine vernünftige Rendite erwirtschaften.

Ihr habt vor Jahren mit dem GREEN AWARDS die Umweltbranche aus der – sagen wir mal – Bioecke herausgeholt und im wahrsten Sinne des Wortes salonfähig gemacht. Dies auch sehr erfolgreich. 

Warum habt ihr es noch einmal gewagt, mit einem anspruchsvollen Format, wie es das GREENTECH FESTIVAL ist, Neuland zu betreten und unter die Gründer zu gehen?

Marco Voigt: Ganz einfach: Weil unsere Mission längst nicht beendet ist. Wir wollen, dass grüne Technologien von allen Menschen positiv wahrgenommen werden. Die Awards haben schon viel bewirken können. Insbesondere konnten wir vielen kleinen und oft unbekannten Unternehmen etwas mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Mit dem Festival geht es nun darum, eine Bewegung global zu initiieren. Die Generation Fridays for Future fordert zu Recht mehr Engagement und Lösungen gegen den Klimawandel. Und die gibt es bereits. Wir bringen die weltweit wichtigsten Personen zusammen und zeigen wie spannend unsere Zukunft sein wird. Und das schließt alle Lebensbereiche ein. Und ganz wichtig bleibt für uns, dass wir emotionalisieren. Zum Beispiel mit Musik. 

Was sind die Voraussetzungen – neben Geld natürlich – die ein Gründer mitbringen muss?

Sven Krüger: Mut, Begeisterung, Hartnäckigkeit und Flexibilität. Es ist wichtig, an seine Idee zu glauben und für diese zu kämpfen. Macht man das in einem starren Konzept, wird man schnell vor einer Wand stehen. Kann man die ersten Erfolge vorweisen, findet man für die finanziellen Erfordernisse Antworten.  

Gibt es einen Unterschied zwischen Leadership in klassischen Unternehmen und Start-ups?

Marco Voigt: Sicher. Allein schon, weil in klassischen Unternehmen oft viel mehr Personen zusammenarbeiten. Da gibt es deutlich mehr Zahnräder, die ineinandergreifen müssen. Aber dennoch verschwimmen heute immer mehr Mittel und Methoden. Und ganz sicher schauen gestandene Unternehmer auch auf Start-ups, wenn es darum geht schnell Ergebnisse zu erzielen. Kommunikativ sind heute Start-ups viel besser und schneller als traditionelle Unternehmen. Jedoch haben traditionelle Marken heute die Chance, bei richtiger Kommunikation, dass die Marke zum Star werden kann. Dann werden klassische Medien weniger gebraucht. Beide können voneinander lernen – wenn man sich ernst nimmt! 

Gehören da auch Rückschläge dazu? Wie steht ihr als Team zum Thema Fehlerkultur?

Sven Krüger: Fehler sind der Schlüssel zum Erfolg. Wer keine Fehler macht, wagt nichts. Wer nichts wagt, wird sich nicht von seinem Wettbewerb unterscheiden können. Die Kunst ist, Fehler nicht durchschlagen zu lassen und insbesondere aus ihnen zu lernen. Manchmal ärgere ich mich, andererseits ist dann die Lernkurve um so steiler. Unternehmerisch sind wir überzeugt, Fehler gehören zur Glaubwürdigkeit und geben dir oder einem Unternehmen seinen Charakter.  

Nico Rosberg: „Als Gründer setze ich auf das Team“

Nico Rosberg ist nicht nur Formel 1-Weltmeister, sondern ist ab Herbst 2020 auch neues Jurymitglied in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“. Hier tritt er als Investor auf und folgt auf Frank Thelen. Rosberg, der einen deutschen und einen finnischen Pass besitzt, ist Frühphasen-Investor verschiedener Unternehmen, vor allem im Bereich nachhaltige Mobilität und grüne Technologien. Wenn es um Zielstrebigkeit und Gründergeist geht, dann braucht man Nico Rosberg kein X für ein U vorzumachen.

Warum hast Du dieses Festival gegründet?

Nun, als Gründer verfolge ich immer einen Plan. Da ich aus der Mobilitätsbranche komme, liegt mir diese Branche natürlich im Blut, sie ist einfach mein Ding. Zudem stehen wir mitten in einer Nachhaltigkeitsrevolution, bei der es um Ressourcenschonung geht. Bei dieser Transformation dabei zu sein, interessiert mich und ich sehe es als Herausforderung nicht nur für mich, sondern für die ganze Gesellschaft. 

War das auch ein Grund beispielsweise in die Formel E zu investieren?

Die Autos in diesem Bereich sind inzwischen auf Augenhöhe mit der Formel 1. Die E-Mobilität bietet viel Fahrspaß, etwa bei der Beschleunigung. Wir brauchen angesichts der Probleme wie der Klimaerwärmung oder des Dieselskandals einen Wandel in der Industrie. Und Rennserien und die Entwicklung von Fahrzeugen für diesen Bereich sind immer auch Vorreiter für die Entwicklungen, die sich dann im Massenmarkt zeitversetzt durchsetzen.

Du bist jetzt selbst Gründer geworden, ist das ein Unterschied?

Ich habe viel in Unternehmen investiert, aber Investitionen bedeuten immer, vor allem Vertrauen in andere zu setzen, damit diese mit dem Geld eine vernünftige Rendite erwirtschaften. Etwas völlig anderes ist es, wenn man mit eigenen Ideen und der eigenen Arbeit etwas aufbaut. Als Gründer und Startup-Unternehmer setze ich auf die Menschen und auf das Team. Das habe ich im Rennsport gelernt. Für den Sieg ist im Endeffekt das Team entscheidend.

Teile diesen Artikel

Journalist

Frank Tetzel

Weitere Artikel