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Gemütliche Festtage

Guido Maria Kretschmer, deutscher Mode- und Interieurdesigner, Juror, Autor und Fernsehmoderator im Gespräch über die bevorstehenden Festtage, das dazugehörige Essen, die Bedeutung von Weihnachten und die richtige, stimmige  Dekoration. 

Mein größter und eigentlich einziger Wunsch ist, dass alles friedlich bleibt.

Entspannung oder Stress pur – wie sehen die Feiertage bei Ihnen aus, Herr Kretschmer?

Die Feiertage sind für mich eigentlich Entspannung pur. Manchmal vielleicht etwas zu viele Aufgaben und To-dos, weil man Gäste hat, kochen und alles vorbereiten muss. Aber das ist dann irgendwie auch toll, weil es so ein kollektives, schönes Gefühl gibt, wenn alle da sind. Ich mag es, sehr viele Leute im Haus zu haben und diese Tage mit unseren Lieben verbringen zu können. 

Und die Vorweihnachtszeit: Kaufen Sie Geschenke eher Last-minute, oder über-legen Sie sich Wochen vorher einen Plan?

Eigentlich kümmere ich mich schon Wochen und Monate vorher um die Geschenke. Immer wenn mir etwas entgegenkommt, bei dem ich denke, dass es für den ein oder anderen Beschenkten Sinn ergeben könnte, dann kaufe ich es. Trotzdem komme auch ich natürlich in die Situation, dass es mit manchen Geschenken dann doch auch etwas knapp wird und ich manchmal kurz vor dem Weihnachtsabend in der Situation bin zu sagen: „Mist, das habe ich nun nicht mehr geschafft.“ Das liegt dann meist daran, dass mir die Zeit gefehlt hat, etwas zu besorgen. Deshalb bemühe ich mich jedes Jahr immer alles rechtzeitig zu erledigen. 

Haben Sie besondere Weihnachts- wünsche?

Mein größter und eigentlich einziger Wunsch ist, dass alles friedlich bleibt. Das wäre wirklich ein großes Glück. Ich wünsche mir, dass es keine schlechten Nachrichten über die Weihnachtstage, und wenn es geht auch bis Silvester, gibt und natürlich darüber hinaus.

Haben Sie ein bestimmtes Lieblingsgebäck, welches in der kalten, aber besinnlichen Zeit nicht fehlen darf? 

Ja, das sind Plätzchen, die „Greta Garbo“ heißen. Eine Freundin aus München hat das Rezept von ihrer Mutter bekommen und das ist so kompliziert, dass ich froh bin, dass sie noch backt und mir die Plätzchen immer zukommen lässt. Aber wenn das mal vorbei ist, wird’s eng. Dann muss ich mich vielleicht selbst mal an das Rezept wagen, aber so gut gelingen wird es sicher nicht (lacht).

Und welche Bedeutung hat Weihnachten für Sie – vielleicht auch noch aus der Kindheit? 

Weihnachten ist für mich immer Christi Geburt gewesen. Ich komme aus einer katholischen Familie, da wurde das wirklich zelebriert und meine Eltern haben das so gut gemacht, dass ich auch das Gefühl hatte, dass an diesen Tagen etwas Besonderes geboren wurde. Ich habe diese Traditionen schon immer geliebt – einen schönen Baum zu haben und dass es überall glänzt und glitzert. Aber auch, dass man etwas bekommt und etwas gibt. Ich mochte dieses heilige Fest einfach sehr! Und das ist bis heute so geblieben. Während der Zeit, in der wir lange im Ausland gelebt haben, wurde der Heilige Abend aber trotzdem immer in alter Tradition gefeiert, weil ich es so sehr liebe und es auch immer mit meiner Kindheit verbinde.

Wissen Sie schon, wie Sie in das neue Jahr starten werden?

Vermutlich wie immer: Relativ ruhig. Ich mag es, mit guten Freunden zusammen zu sein, zu kochen und einen schönen Abend zu haben, aber ich mag auch, wenn es still ist. Ich bin nicht wirklich ein Silvestertyp. Jetzt ist es raus (lacht). Ich bin mehr für den Tag danach gemacht. Am ersten Tag des neuen Jahres lasse ich es eigentlich immer ruhig und sinnlich angehen, weil ich am letzten Tag des Jahres so viele Rituale habe, die ich seit Jahrzehnten durchziehe, komme was wolle.

Ändern Sie denn in der Weihnachtszeit Ihren Einrichtungsstil? Beispielsweise durch weihnachtliche Dekoration oder sogar andere Möbel, die zur festlichen Zeit passen?

Auf jeden Fall. In der Weihnachtszeit wird die Dekoration aus dem Keller geholt, gemütlich und festlich dekoriert, Dinge in die Fenster gehangen. Ich bin kein Typ, der den ganzen Garten mit Lichtern dekoriert – das überlasse ich lieber den Nachbarn. Aber wir holen natürlich bestimmte Vasen raus, schöne Bestecke und edles Porzellan. Ich habe ja das große Glück, tolle Dekoration in meiner eigenen Home & Living Kollektion mit OTTO zu haben. Da sind auch viele tolle Teile in bspw. wunderbaren Goldtönen dabei, die ich dann gerne einsetze oder gemütliche Kissen und Decken. Ein bisschen designe ich die Kollektion ja auch für mich selbst (lacht) und freue mich diese dann auch in meinem Zuhause einbringen zu können.

Fakten

Ich habe in jungen Jahren eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht und zwei Semester Medizin studiert. Aus dieser Zeit habe ich mir angewöhnt, bei Musterabnahmen oder wenn ich etwas absegnen muss, keinen Haken drunter zu setzen, sondern „o.B.“ – ohne Befund – zu schreiben. Ich weiß gar nicht warum ich das immer mache, aber es zieht sich seit-dem durch – auch wenn ich für mich persönlich etwas schreibe oder prüfe und denke es ist „Okay“, dann notiere ich ein o.B.

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Journalist

Alicia Steinbrück

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