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Marianne Frickel, biha-Präsidentin WELLBEING

Endlich wieder gut hören

Moderne Hörsysteme überzeugen durch umfangreiches Leistungsspektrum sowie große Vielfalt, welche Hörakustikern eine individuelle Anpassung ermöglicht.

Hörsysteme bringen den Betroffenen ein hohes Maß an Lebensqualität zurück.

Ungefähr 5,4 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig, 65 Prozent davon tragen eine Hörhilfe. Die Vorbehalte vieler, dass Hörgeräte hässlich sind und nicht viel taugen, sind längst überholt. Moderne Hörsysteme sind hochfunktionale Minicomputer, die fortlaufend weiterentwickelt werden. „Jedes System ist pures HighTech mit Digitaltechnik, mindestens vier Kanälen und drei Hörprogrammen sowie Rückkopplungs- und Störschallunterdrückung“, Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) und selbst Hörakustiker-Meisterin.

Wesentliche Leistungen neben der Erkennung und Unterdrückung von Störgeräuschen sind ein verbessertes Sprachverstehen sowie die Beibehaltung des Richtunghörens. Dank zahlreicher Funktionen und der problemlosen Vernetzung via Bluetooth mit anderen Kommunikationsgeräten wie dem Smartphone, können sie sogar das Telefonieren über das Hörsystem oder Simultanübersetzungen direkt ins Ohr ermöglichen. 

In der Regel werden beide Ohren mit Hörgeräten versorgt. Dies zahlt sich nicht nur positiv auf das räumliche Hören, sondern auch auf das Sprachverständnis aus. „Auch wenn kein Hörsystem das Hören vollkommen wiederherstellen kann, ermöglichen volldigitale Geräte, eine bestmöglich verbesserte Hörsituation beziehungsweise eine bessere Sprachverständlichkeit“, betont Frickel. Die Auswahl des passenden Hörsystems richtet sich nach dem individuellen Hörverlust und persönlichen Bedürfnissen der Betroffenen. Ein Hörakustiker unterstützt die Betroffenen dabei, passt es an und begleitet sie während des mehrmonatigen Gewöhnungsprozesses.

Für die verschiedensten Hörbedürfnisse gibt es ein sehr großes Angebot von mindestens 2.000 Hörgeräten diverser Hersteller. Bei allen Formen von Hörgeräten ist die Miniaturisierung sehr weit fortgeschritten. Sie unterscheiden sich in Bauform, Leistung und Design sowie durch diverse Zusatzfunktionen. „Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO) und Im-Ohr-Hörgeräte (IdO) erreichen inzwischen die gleiche Leistungsfähigkeit. Lediglich die Baugröße der IdO-Geräte - und damit ihre Sichtbarkeit - kann variieren, wenn die Form des Ohres oder des Gehörganges sehr klein ausfällt. Ist der Gehörgang ausreichend, ist in der Regel immer ein Mini-Kanal-Hörsystem (ITC, CIC, IIC, siehe Kasten) möglich. Ist dies nicht der Fall, wird der Hörakustiker auf ein sogenanntes Halb-Concha (Ohrmuschel)-Gerät oder ein Concha-Hörsystem beraten“, weiß Frickel. Eine Kombination aus HdO- und IdO-Geräten stellen RIC-Hörsysteme dar, bei welchen der Lautsprecher im Gehörgang und das Hörgerät hinter dem Ohr getragen wird. Neueste Studien belegen für Europa einen Anteil von 90 Prozent HdO- und RIC-Hörsystemen im Vergleich zu 10 Prozent IdO-Hörsystemen. In den USA ist dieses Verhältnis genau umgekehrt.

Die Kosten für Hörgeräte bewegen sich von ca. 685 Euro bis hin zu 2.500 Euro pro Ohr. Mit einer Verordnung ist die Hörsystemversorgung eine Sachleistung für Versicherte der gesetzlichen Krankenkasse. Mehrkosten fallen nur an für ein Mehr an Komfort, Ästhetik und Funktionen. Konkrete Preisauskünfte gibt der Hörakustiker, welcher auch die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen organisiert – nach einer Verordnung durch den HNO-Arzt.

Fakten

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte

(HdO)sämtliche Hörminderungen, einfache Handhabung, hohe Batteriekapazität.

Im-Ohr-Hörgeräte(IdO)

mittel- bis hochgradige Hörminderung, hoher Pflegeaufwand, teurer als HdO. Formen: Ohrmuschel- oder Concha-Hörgeräte, In-the-Channel (ITC), Complete-in-the-Channel (CIC), fast nicht sichtbare Geräte (IIC).

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Journalist

Kirsten Schwieger

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