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Guter Schlaf ist vor allem eine Frage des Typs

Viele Menschen leiden darunter, dass sie schlecht schlafen. Für Abhilfe ist es wichtig festzustellen, wie man liegt und welche Matratze am geeignetsten ist.

Wichtig für den guten Schlaf ist es, festzustellen, zu welchem Haltungstyp man zählt.   

Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf – eine Zahl, die deutlich macht, wie wichtig es ist, gesund und entspannt zu ruhen. Denn wer nicht gut schläft, leidet tagsüber darunter. Er ist weniger leistungsfähig, fühlt sich müde und abgespannt und verspürt sehr häufig Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich und daraus resultierende Kopfschmerzen. Das A und O für einen guten und gesunden Schlaf ist die optimale Lage im Bett.

Um herauszufinden, wie diese optimale Schlafposition aussieht, sollte man sich klarmachen, zu welcher Schlaflage man neigt. Drei solche Lagen gibt es: Die Rücken-, die Seiten- und die Bauchlage. Die Rückenlage bietet eine enorme Reduzierung des Drucks auf Halswirbel und Rücken und sorgt zudem dafür, dass sich der Körper während der Ruheposition streckt. Das gilt vor allem dann, wenn ein passendes Kissen und die richtige Matratzenhärte verwendet werden. Die Seitenlage eignet sich sehr gut zur Entspannung. Sie kann zudem durch verstellbare Lattenroste im Beinbereich, im Becken und im Bereich der Lendenwirbelsäule weiter verbessert werden. Die Bauchlage dagegen gilt als wenig geeignet – wer ihr zuneigt, sollte versuchen, sich an eine der anderen beiden Lagen zum Schlafen zu gewöhnen. Oft ist die Bauchlage eine Ausweichhaltung, weil dem Schlafenden das Bett in der Seitenlage zu unbequem ist, erklärt Markus Kamps, Fachdozent für Bettwaren und Präventologe für Schlaf.

Wichtig für den guten Schlaf ist es auch, festzustellen, zu welchem Haltungstyp man zählt, um die bestmögliche Matratze auswählen zu können.

Foto: Schlafkampagne

Wer einen Flachrücken hat, sollte keine zu stark in Zonen aufgeteilte Matratze verwenden, da diese über zu viele Stützen im Bereich des Lendenwirbels verfügt. Die Frage, wie fest die Matratze sein sollte, hängt gewöhnlich nicht vom Gewicht ab, sondern vom Muskelempfinden. Wer an einem Rundrücken leidet, sollte sich für eine weiche und höhere Matratze entscheiden. Bei einem Hohlkreuz ist eine Abstützung wichtig. Aber Achtung: Sie darf nicht dazu führen, dass das Hohlkreuz weiter verstärkt wird.

Auch die Frage, zu welchem Körpertyp man gehört, spielt eine Rolle. Experte Markus Kamps unterscheidet zwischen den Typen A, I, O, V und X. Der A-Typ hat eine eher birnenförmige Figur – ein breiteres Becken macht eine höhere und im Beckenbereich weichere Matratze in Abstimmung zur Gewichtsrelation sinnvoll. Der I-Typ verfügt über eine schlanke, flache Figur. Da er wegen seiner leichten Schultern und der oft gleichen Gewichtsverteilung und dadurch ein geringes Einsinkverhalten hat, ist eine weichere oder mittelfeste, in jedem Fall aber gleichmäßigere Matratze angebracht. Der O-Typ mit seiner volumenhaften Figur hat seinen Körperschwerpunkt in der Mitte und verfügt über rundliche Körperbereiche. Ihm rät Markus Kamps zu einer festeren Matratze mit weicheren Bezügen. Eine mittelfeste Matratze mit einem deutlichen Unterschied an Schultern und Becken eignet sich dagegen am besten für den V-Typ. Bei ihm handelt es sich um einen athletischen Figurtyp mit breiteren Schultern. Schließlich der X-Typ mit schmalerer Taille: Für ihn eignen sich am besten Matratzen mit einfachen Zonierungen oder deutlichen und genauen Abstimmungen von Unterbau und Matratze.

Foto: Schlafkampagne

Zur Auswahl der am besten geeigneten Matratze für die jeweiligen Typen wurde das ADK-System entwickelt. A steht für „Anmess- und Anpasssysteme“, D für „Druck und Selbstregulierende Systeme“ und K für „Komfort- und Materiallösungen“. Beim A-Prinzip werden individuelle, auf die Bedürfnisse einer bestimmten Person zugeschnittene Matratzen oder Unterfederungen hergestellt, erklärt Markus Kamps. Lattenrost und Unterbau sind immer in Abstimmung mit der Matratze zu sehen. Das A-Prinzip ist ideal für die Körpertypen V und X, bedingt für die O-Typen und nicht gut für die A- und I-Typen. Das D-Prinzip dagegen, bei der Selbstregulierung über Verdrängung oder extreme Nachgiebigkeit durch das Körpervolumen erreicht wird, eignet sich gerade für die I- und A-Typen, nur bedingt für die O- und schlecht für die X- und V-Typen. Verwendung finden meistens Sondersysteme wie Luft, Gel, Wasser und Visco. Die K-Lösung, die am Komfort orientiert ist, stellt die Bauhöhe und verschiedene Materialien in den Mittelpunkt. Zu denken ist beispielsweise an Boxspringbetten oder Taschenfederkernmatratzen. Die K-Lösung ist ideal für A- und O-Typen, bedingt geeignet für V-Typen und schlechter meistens für I- und X-Typen.

Entscheidend für einen guten Schlaf ist auch die Frage, zu welchem Wärmetyp eine Person gehört. Der Hitzer benötigt keine dicke Zudecke – ein Vorteil für Menschen, die viel Wert auf Hygiene legen. Für den Frierer eigenen sich Daunendecken, denn Daunen sind sehr leicht und in der Lage, viel Feuchtigkeit zu absorbieren. Der Schwitzer wiederum kann auf eine Zudeckhilfe aus Schurwolle, Cashmere oder Kamelhaar zurückgreifen. Der Vorteil: Naturhaare können etwa 40 Prozent ihres eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sie dabei klamm werden.

Zu allerletzt sollte man auch beachten, dass Menschen verschiedene Körperlängen haben – dass aber bei verschiedenen Größen die Körperlängen-Verhältnisse unterschiedlich sein können. Das beeinflusst möglicherweise das Stütz- und Liegeempfinden im Lenden- und Beckenbereich. Größere Menschen sollten auf die Bettlänge und auf die Übergänge zwischen Becken-Lendenwirbelsäule und Schulterkissen achten, kleinere dagegen stärker auf die Position im Bett.

Fakten

Zur Auswahl der am besten geeigneten Matratze wurde das ADK-System entwickelt. Beim A-Prinzip werden individuell zugeschnittene Matratzen hergestellt. Das D-Prinzip erreicht durch Verdrängung oder extreme Nachgiebigkeit eine Selbstregulierung, das K-Prinzip stellt unter anderem die Bauhöhe in den Mittelpunkt.

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Journalist

Armin Fuhrer

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