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Haarausfall? Kein Grund zur Panik

Die Ursachen von Haarausfall sind vielfältig, das Leiden der Betroffenen ist meistens groß.

Jeden Tag bis zu 100 Haare zu verlieren, ist übrigens völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung.

Ob kurz, mittel oder lang: Volles, dichtes Haar gilt als Schönheitsmerkmal und ist ein wichtiger Teil unserer Identität. Fallen die Haare aus, macht dies den Betroffenen nicht nur Angst, sondern nimmt ihnen auch einen großen Teil ihres Wohlbefindens und Selbstbewusstseins. Obwohl Haarausfall bei Männern häufiger auftritt, ist er auch bei Frauen keine Seltenheit. Allein unter dem erblich bzw. anlagebedingten Haarausfall (Androgenetische Alopezie) leiden 20 bis 30 Prozent der Frauen. Diese Form des Haarausfalls äußert sich zumeist in schütterem Haar im Scheitelbereich – im fortgeschrittenen Stadium lichtet sich das Haar stärker nach hinten und an den Seiten. Beim kreisrunden Haarausfall, einer Autoimmunkrankheit, treten einzelne kahle Stellen auf. Fallen ungewöhnlich viele Haare am ganzen Schopf aus, spricht man von einem diffusen Haarausfall. Nach einer Schwangerschaft oder infolge von Hormonbehandlungen kommt das häufig vor. Pilzinfektionen wie der Katzenpilz können die Haare ebenfalls an einzelnen Stellen ausfallen lassen. Und an der Pseudopelade Broq erkranken hauptsächlich Frauen, meistens im Alter von 30 bis 55 Jahren. Diese zeichnet sich durch haarlose, zumeist stark gerötete und narbige Areale aus. Neben einer hormonell-genetischen Veranlagung können auch Probleme mit der Schilddrüse, Medikamente, eine ungesunde Lebensweise oder Stress einen Haarverlust auslösen. Oftmals tritt der Haarausfall auch aufgrund von Eisenmangel in der Schwangerschaft und wegen hormoneller Veränderungen während der Wechseljahre auf.

Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil ist die Dicke der Haare für die Entstehung von Haarausfall unbedeutend. Bedeutend hingegen ist der aus drei Phasen bestehende Haarwachstumszyklus. In der ersten Phase, der Wachstumsphase (Anagenphase), bilden sich die Haare in den Follikeln der Kopfhaut und werden dann länger und dicker. Anschließend folgt die Übergangsphase (Katagenphase), in der ein kurzer Umbauprozess stattfindet. In der letzten Phase, der Ruhephase (Telogenphase), wird die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels eingestellt, das Haar verkümmert und fällt schließlich aus. Dieser Zyklus beginnt bei normalem Haarwachstum immer wieder von vorn. Haarausfall beginnt, wenn der Wachstumszyklus gestört ist – beispielsweise durch einen beschleunigten Ablauf oder eine verkürzte Wachstumsphase. In welcher Phase des Haarzyklus sich das Haar gerade befindet und welche Form des Haarverlusts vorliegt, kann der Dermatologe im Rahmen einer mikroskopischen Haarwurzeluntersuchung (Trichogramm) erkennen.

Jeden Tag bis zu 100 Haare zu verlieren, ist übrigens völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Fallen jedoch deutlich mehr Haare aus, ist es ratsam, dem Problem auf den Grund zu gehen. Werden Mittel gegen Haarausfall eingesetzt, ist es wichtig, diese frühzeitig und vor allem regelmäßig anzuwenden. Damit sollte einer erfolgreichen Behandlung nichts mehr im Wege stehen. 

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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