European Media Partner

Kein Zutritt für Einbrecher

Einbrüche können verhindert werden – durch die fachgerechte Montage einbruchhemmender Fenster und Terrassentüren. Tipps für Nachrüstung und Umbau.


Haraldt Schmidt, Kriminaloberrat und Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes sowie Sprachrohr der 2012 gegründeten Initiative K-EINBRUCH; Foto: Presse

Während die Zahl der Wohnungseinbrüche in den vergangenen zehn Jahren stetig gesunken ist, steigen die Zahlen die Einbruchsversuche kontinuierlich an. Diese beiden Parameter unterstreichen die Bedeutung und Wirksamkeit professioneller Sicherungstechnik. Da in der Regel über leicht erreichbare Fenster, Terrassen- und Balkontüren eingebrochen wird, gilt es, diese mit wirksamem Einbruchschutz auszustatten. Einfache Fensterkonstruktionen bieten keinen ausreichenden Schutz, da sie mit einfachem Werkzeug aufgehebelt werden können. An vorderster Front stehen also sinnvoll aufeinander abgestimmte, mechanische Sicherungen. Bei dem Einbau von Sicherheitsfenstern sind Gesamtsysteme statt Teilkomponenten empfehlenswert.

Einbruchhemmende Fenster werden in sieben Widerstandsklassen, Resistance Classes (RC) eingeteilt. Während die Widerstandsklasse RC 1 N nur als Grundsicherung für höher gelegene Fenster eingesetzt wird, wird die Widerstandsklasse RC 2 N ohne Sicherheitsverglasung nur empfohlen, wenn kein direkter Angriff auf die Verglasung zu erwarten ist. Im privaten Bereich sind die Widerstandsklassen RC 2 sowie RC 3 (nach der bis 2011 gültigen alten DIN V ENV 1627 Norm WK2, WK3) üblicherweise ausreichend. „Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter und zertifizierter einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627ff. ab der Widerstandsklasse (RC) 2 einen guten Einbruchschutz. Diese werden einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen und es ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt“, erläutert Kriminaloberrat Harald Schmidt. Schmidt ist Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Sprachrohr der 2012 gegründeten Initiative K-EINBRUCH.

„Geeignete Fenster und Türen können auch nachgerüstet werden“, führt Schmidt weiter aus und ergänzt: „Geprüfte einbruchhemmende Fensterbeschläge nach DIN 18104 in Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen erhöhen den Einbruchschutz.“ Denn die Mehrheit aller Einbrüche erfolgt durch das Aushebeln des Fensterflügels und nicht durch das geräuschvolle Einschlagen der Glasscheibe. Ob bestehende Holz-, Aluminium- oder Kunststofffenster für eine solche Nachrüstung geeignet sind, und ob das wirtschaftlich ist, kann ein Fachbetrieb oder eine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle sagen. Auch aufschraubbare Zusatzsicherungen sind möglich und sollten mindestens an der Griff- und Bandseite erfolgen. Hier, wie auch der Nachrüstung kompletter Fensterbeschläge, ist eine fachgerechte Montage nach Herstelleranleitung das A und O, um einen ausreichenden Einbruchschutz zu erreichen. Professionelle Fachbetriebe stellen eine Montagebescheinigung aus. Genauso wie eine Garantie, 10 Jahre sind durchaus möglich.

Wer umbaut oder renoviert, hat die Möglichkeit, einen Zuschuss oder eine Förderung vom Staat zu erhalten. Auch kleinere Sicherungsmaßnahmen werden gefördert. In diesen vier Schritten kommen Sie zur Förderung:

1. Lassen Sie sich zur Feststellung geeigneter Maßnahmen von der Polizei kostenlos beraten. Eine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über die Beratungsstellensuche unter www.k-einbruch.de

2. Stellen Sie vor Beginn der Baumaßnahme einen Förderantrag im KfW-Zuschussportal.

3. Beauftragen Sie nur spezialisierte Fachunternehmen, nachdem Sie die Zusage von der KfW erhalten haben. Fachunternehmen finden Sie beispielsweise in den Adressennachweisen von Errichterunternehmen der Landeskriminalämter. Informationen hierzu erhalten Sie in Ihrer (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle.

4. Lassen Sie sich vom Fachunternehmen den fachgerechten Einbau schriftlich mit der Fachunternehmerbestätigung bescheinigen. Die Fachunternehmerbestätigung können Sie unter www.kriminalpraevention.de/finanzanreize.html herunterladen.

Fakten

Uneingeschränkt empfehlenswert sind Fenster ab der Widerstandsklasse (RC) 2 nach der neuen Norm DIN EN 1627. Gleichwertig sind Fenster, die nach der bisherigen, bis September 2011 gültigen Vornorm, der DIN V ENV 1627, geprüft wurden.

Quelle: www.k-einbruch.de

Teile diesen Artikel

Journalist

Helmut Peters

Weitere Artikel