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Ilan, Haya, Nadiv, Elior und Nuriel Molcho (v. l.) WELLBEING

Gesundheit aus dem Kochtopf

Die israelische Köchin Haya Molcho verrät, wie ihre vier Söhne kulinarisch aufgewachsen sind. Und beweist, dass man auch mit wenig Fleisch groß und stark werden kann.

Fleischkonsum sollte bedacht sein, Tiere sind Lebewesen und müssen auch so behandelt werden.

Frau Molcho, Sie haben vier hochgewachsene, vital wirkende Söhne großgezogen – liegt das möglicherweise an Ihrer gesunden Küche? 

Natürlich ist eine gesunde und ausgewogenen Ernährung vor allem für Kinder und das Erwachsenwerden wichtig. Wir haben in der Erziehung sehr viel Wert auf Bewegung an der frischen Luft gelegt, unsere Kinder waren viel draußen spielen und haben Sport gemacht – das war auch uns teilweise fast wichtiger als die Schulnoten. (lacht)

Welchen Stellenwert hat gesunde Ernährung im Hause Molcho?

Als Köchin im beruflichen und privaten natürlich einen großen. 

Ich habe sehr bewusste Esser in meiner Familie, Samy ist Vegetarier. 

Bei uns gibt es aus diesem Grund auch vor allem gemüselastige Speisen und viele unserer NENI-Produkte in den Supermärkten sowie Gerichte in den Restaurants sind ebenfalls veggie und vegan. Uns schmeckt es so und vielen anderen ebenfalls, wie man sieht! 

Was zeichnet die levantinische Küche als Vertreter einer gesunden mediterranen Ernährungsweise aus?

Natürlich viel frisches und saisonales Gemüse – dazu Fisch und wenig Fleisch. 

Zu viel Fleisch ist erwiesenermaßen ungesund – wie stehen Sie zu vegetarischer/veganer Ernährungsweise?

Wie gesagt, Samy ist Vegetarier, deswegen gibt es bei uns schon seit jeher viel Gemüse auf dem Teller. Unsere Kinder sind kulinarisch so aufgewachsen. Wenn Fleisch gegessen wird, dann bewusst. Das heißt vor allem wenig, dafür mit hervorragender Qualität und aus bekanntem Ursprung. Fleischkonsum sollte bedacht sein, Tiere sind Lebewesen und müssen auch so behandelt werden. Viel Fleisch zu essen ist nicht nachhaltig. 

Mit welchen Speisen punkten Sie bei Ihren Söhnen am meisten?

Das ist so unterschiedlich wie alle meine Kinder. Aber prinzipiell gesund, Hülsenfrüchte mögen sie sehr. Ich versuche immer eine Basis zu kochen zu der ich dann leicht und einfach die speziellen Vorlieben von allen Gästen kombinieren kann. So ist jeder happy und ich bin es auch. 

Zum Schluss noch ein heißer Tipp für verzweifelte Köche, gemüseresistenten Kindern Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe unterzumogeln? 

Prinzipiell immer früh anfangen, gesund zu kochen und zu essen. Geschmack ist Gewöhnungssache und von klein auf zu beachten. Man muss erfinderisch und kreativ bleiben, wenn boykottiert wird. Beispielsweise Karotten: Wenn sie den Kindern roh nicht so schmecken, mit ein bisschen Honig, Thymian, Öl, Salz in den Ofen geben. Zucker durch Honig, Dattelsirup oder Ahornsirup zu ersetzen funktioniert generell übrigens wunderbar. Darüber hinaus empfehle ich, viel mit Obst zu arbeiten. 

Fakten

2009 eröffnete Haya Molcho in Wien gemeinsam mit ihren Söhnen das erste Restaurant unter dem Namen NENI – einem Akronym aus den Anfangsbuchstaben der Namen ihrer vier Söhne: Nuriel, Elior, Nadiv, Ilan. Heute gehören mehr als zehn Restaurants in europäischen Metropolen, mehrere Kochbücher sowie zahlreiche Produkte in internationalen Supermärkten zum NENI-Imperium, welches Familie Molcho führt.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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