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Heizungsmodernisierung, warum warten?

Wer mit einer modernen Anlage heizt, schont sein Portemonnaie und im besten Fall auch die Umwelt.

Rund 40 % der Energie in Deutschland wird in Gebäuden verbraucht, 85 % davon entfallen auf Heizung und Warmwasser. Und dennoch arbeiten rund 75 % der hiesigen Heizungsanlagen ineffizient. Das zeigen die Zahlen des Spitzenverbands der Gebäudetechnik (VdZ). Doch die meisten Eigenheimbesitzer nehmen eine Sanierung nicht in Angriff, solange ihre Heizungsanlage noch funktioniert. Dabei verbrauchen technisch veraltete Heizungen im Vergleich zu modernen Systemen inzwischen bis zu 40 % mehr Energie.

Durch eine professionelle Optimierung lassen sich jedoch auch bei älteren Anlagen Einsparpotenziale realisieren. Die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs, neue Thermostatventile, ein Pumpentausch oder eine Rohrleitungsdämmung sorgen meistens schon nach kurzer Zeit für geringere Heizkosten und mehr Wohnkomfort.

Wer sich eine neue Heizungsanlage zulegt, hat die Qual der Wahl. Wird die alte Heizung gegen einen modernen Öl- oder Gas-Brennwertkessel getauscht, ist es ratsam, damit einhergehend das gesamte Heizsystem optimal einstellen zu lassen. Eine zukunftsweisende Kombination: Brennwerttechnik und Solar-
thermie. Denn Brennwertkessel lassen sich problemlos mit einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung kombinieren. Eine Pelletheizung ist ebenfalls mit einer Solaranlage kombinierbar. Bei den Holzpellets handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff, der nahezu CO2-neutral verbrennt. Wird ein Holzpelletkessel als Zentralheizung genutzt, reicht seine Wärme meistens aus, um ein ganzes Gebäude mit Heizwärme und Warmwasser zu versorgen. Pellet-Zentralheizungen erreichen einen hohen Wirkungsgrad von über 90 % – bei geringen Abgaswerten.

Viele Experten betrachten die Wärmepumpe als die wichtigste Heiztechnologie für eine klimaschonende Wärmeversorgung. Denn Wärmepumpen beziehen rund 75 % der Energie zum Heizen aus der Luft, dem Erdreich und dem Grundwasser. Zudem sind Wärmepumpen das einzige Heizsystem, das die Raumtemperatur im Sommer auch absenken kann. Dass Wärmepumpen für den Altbau ungeeignet sind, stimmt übrigens nicht mehr. Längst wurden Konzepte und Anlagen entwickelt, die einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe auch in den meisten un- oder teilsanierten Bestandsgebäuden gewährleisten.

Energieeffizient sind auch Blockheizkraftwerke. Sie erzeugen nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Das Prinzip dahinter ist die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Für Ein- und Zweifamilienhäuser sind Mikro-BHKWs geeignet, in denen Öl, Gas oder Pellets verbrannt werden können. Sie reichen normalerweise aus, um ein Haus komplett mit Heizenergie zu versorgen und aufs Jahr gerechnet bis zu 80 % des Strombedarfs zu decken.

Die Hybridheizung kombiniert die Vorteile verschiedener Energieträger und Heizsysteme – also einen Brennwertkessel mit einer Solaranlage, einer Einzelfeuerstätte oder einer Wärmepumpe. Die Wärme wird auf Vorrat gespeichert. Mit einer Hybridheizung senkt man nicht nur die Energiekosten, sondern erhöht auch die Unabhängigkeit bei der Wärmeversorgung – eine echte Win-Win-Situation!

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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